IHK PRÜFUNG VORBEREITUNG
Fachinformatiker · Systemintegration · Anwendungsentwicklung
90 Minuten
20% Gesamtnote
17 Themen
01

Informatives

Prüfungsablauf, Aufgabenformen & Strategie
Infos
/ Was ist AP1 Grundlagen
Was ist die AP1?
Abschlussprüfung Teil 1 – gilt für alle IT-Berufe:

Aspekt Details
Zeitpunkt Mitte des 2. Ausbildungsjahres
Dauer 90 Minuten
Gewichtung 20% der Gesamtnote
Prüfungsbereich Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes
Aufgabenformat Offene & gebundene Aufgaben
AP1 kann nicht wiederholt werden – das Ergebnis zählt endgültig!
Prüfungsinhalte AP1
Kernthemen (lt. Verordnung):
  • Kundenbedarfe: Anforderungen analysieren, beraten
  • Hard-/Software: Auswählen, konfigurieren, testen
  • Netzwerke: Komponenten, Protokolle, Topologien
  • IT-Sicherheit: Schutzziele, Maßnahmen, Bedrohungen
  • Datenschutz: DSGVO, personenbezogene Daten
  • Wirtschaftlichkeit: Kosten, Nutzwertanalyse, TCO
  • Qualitätssicherung: Dokumentation, Tests
Alle Themen werden szenariobasiert geprüft – nie isoliertes Faktenwissen!
/ Typische Aufgabenformen Prüfungsstrategie
Aufgabentypen in der AP1
Aufgabentyp Beschreibung Punkte-Tipp
Multiple Choice 1 oder mehrere richtige Antworten Genau lesen, Ausschlussverfahren
Zuordnung Begriffe → Definitionen Sichere zuerst zuordnen
Offene Frage Freitext, Begründung Struktur: Aussage + Begründung
Berechnung Wirtschaftlichkeit, Netzwerk Formel + Rechenweg zeigen
Diagramm/Modell ER-Modell, Netzplan, PAP Notation korrekt einhalten
Bei MC mit "mehrere richtige": Alle korrekten ankreuzen – eine fehlende = 0 Punkte!
Szenario-Aufgaben meistern
Typischer Aufbau:
  1. Situation: Fiktives Unternehmen mit IT-Bedarf
  2. Anforderungen: Was soll erreicht werden?
  3. Ressourcen: Budget, Zeit, Personal
  4. Aufgabenstellung: Konkrete Fragen
Lösungsstrategie:
  • Szenario-Text markieren (Anforderungen!)
  • Kernaussagen extrahieren
  • Bezug zum Szenario in Antwort herstellen
Antworten IMMER auf das Szenario beziehen – nie allgemein bleiben!
Begründungen formulieren
Struktur einer guten Begründung:

Anforderung → Entscheidung → Begründung
Beispiel:
„Da das Unternehmen [Anforderung] mobile Mitarbeiter hat, wird [Entscheidung] ein VPN eingesetzt, [Begründung] um sichere Verbindungen zu gewährleisten."
Typische Formulierungen:
  • „Aufgrund der Anforderung..."
  • „Dies ist wirtschaftlich, da..."
  • „Aus dem Szenario ergibt sich..."
  • „Im Vergleich zu... ist... geeigneter, weil..."
„Begründen Sie Ihre Entscheidung unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte."
Prüfungsbereiche nach Ausbildungsordnung
Nr. Prüfungsbereich Typische Aufgaben Häufigkeit
1 Arbeitsaufgaben planen & durchführen Projektmanagement, Zeitplanung, Ressourceneinsatz +++
2 Kunden informieren & beraten Bedarfsanalyse, Angebotsvergleich, Präsentation ++
3 IT-Systeme beurteilen Nutzwertanalyse, Wirtschaftlichkeit, Trends +++
4 IT-Lösungen entwickeln Konfiguration, Programmierung, Datenbanken +++
5 Qualitätssicherung Dokumentation, Testing, Soll-Ist-Vergleich ++
6 IT-Sicherheit & Datenschutz Schutzziele, DSGVO, Bedrohungen, Maßnahmen +++
7 Leistungserbringung & Abschluss Abnahme, Übergabe, Kostenkontrolle ++
Bereiche 3, 4 und 6 sind besonders häufig in der AP1 – hier intensiv vorbereiten!
/ IT-Rollen & Handlungsschritte Prüfungskern
1. Analysieren
Ziel: Situation verstehen, nicht lösen!

Analyse-Aspekt Fragen
Ausgangslage Wer? Was? Wo? Welche Umgebung?
Fachlich Welche Aufgaben werden erledigt?
Technisch Welche Hard-/Software nötig?
Organisatorisch Zeit, Budget, Vorgaben?
Rahmenbedingungen Sicherheit, Datenschutz, Wirtschaftlichkeit?
Nie Lösungen nennen, bevor die Analyse steht! Erst verstehen, dann handeln.
2. Entscheiden
Ziel: Passende Lösung auswählen und begründen

Kriterium Bedeutung
Zweckmäßigkeit Nicht das Beste, sondern das Passende
Wirtschaftlichkeit Kosten ↔ Nutzen abwägen
Kompatibilität Passt zur bestehenden Umgebung
Sicherheit Schutz von Daten und Systemen
Es gibt selten nur EINE richtige Lösung – entscheidend ist die Begründung!
3. Dokumentieren
Ziel: Nachvollziehbarkeit für Dritte

Dokumentationsstruktur:
  1. Ausgangssituation beschreiben
  2. Anforderungen nennen
  3. Lösungsweg begründen
  4. Durchführung dokumentieren
  5. Test & Ergebnis festhalten
  6. Übergabe/Abschluss
Sprachregeln:
  • Klar und sachlich
  • Keine Ich-Form
  • Keine Umgangssprache
„Dokumentieren Sie Ihr Vorgehen nachvollziehbar."
Das A-E-D-Schema im Überblick
ANALYSE → ENTSCHEIDUNG → DOKUMENTATION
Zusammenhang:
• Ohne Analyse keine fundierte Entscheidung
• Ohne Entscheidung keine saubere Dokumentation
• Ohne Dokumentation keine Bewertung/Nachvollziehbarkeit
Phase Typische Fehler Besser so
Analyse Direkt Lösung nennen, eigene Vorlieben Aus dem Szenario ableiten
Entscheidung „Weil es besser ist", keine Begründung Anforderung → Entscheidung → Begründung
Dokumentation Nur Stichworte, zu technisch Strukturiert, nachvollziehbar
Die IHK prüft kein Spezialwissen, sondern strukturiertes Denken und nachvollziehbares Handeln!
02

Theorie

Netzwerke, Wirtschaft, Projektmanagement & mehr
Kernwissen
/ Netzwerke Grundlagen TOP-PRIORITÄT
Was ist ein Netzwerk?
Definition:
Ein Netzwerk ist ein Zusammenschluss von mindestens zwei Computern oder Geräten, die miteinander kommunizieren und Ressourcen teilen können.

Grundlegende Komponenten:
  • Endgeräte: PCs, Laptops, Server, Drucker
  • Übertragungsmedien: Kabel (Kupfer, Glasfaser) oder Funk (WLAN)
  • Netzwerkgeräte: Switch, Router, Access Point
  • Protokolle: Regeln für die Kommunikation (z.B. TCP/IP)
Kommunikationsarten:
  • Unicast: 1:1 – Sender zu einem Empfänger
  • Broadcast: 1:Alle – Sender an alle im Netz
  • Multicast: 1:Gruppe – Sender an definierte Gruppe
„Nennen Sie drei Komponenten, die für den Aufbau eines Netzwerks erforderlich sind."
Vorteile eines Netzwerks
Vorteil Beschreibung Beispiel
Ressourcenteilung Gemeinsame Nutzung von Hardware Ein Drucker für 20 Mitarbeiter
Datenaustausch Schneller Transfer zwischen Geräten Zentrale Dateiablage auf Server
Zentrale Verwaltung Administration von einem Punkt aus Active Directory, Gruppenrichtlinien
Kommunikation Echtzeit-Austausch möglich E-Mail, Chat, Videokonferenz
Kosteneinsparung Weniger Hardware nötig Shared Storage statt lokale Festplatten
Skalierbarkeit Einfache Erweiterung Neue Clients ohne große Umbauten
Netzwerke ermöglichen wirtschaftliches Arbeiten – weniger Hardware, zentrale Verwaltung, schneller Austausch!
Netzwerktopologien
Definition: Die Topologie beschreibt die Anordnung und Verbindung von Netzwerkgeräten.

BUS RING STERN SW VERMASCHT Bus: Alle am gleichen Kabel - günstig aber anfällig Ring: Token-Passing, keine Kollisionen, aber Ausfall kritisch Stern: Standard heute - Switch zentral, einfach erweiterbar Vermascht: Höchste Redundanz, teuer, für kritische Systeme Prüfung: Stern-Topologie mit Switch ist der Standard!
Die vier wichtigsten Netzwerktopologien
Topologie Aufbau Vorteile Nachteile
Bus Alle Geräte an einem Kabel Günstig, einfach Kabelbruch = Totalausfall, Kollisionen
Ring Geräte in geschlossenem Kreis Keine Kollisionen (Token) Ein Ausfall unterbricht Ring
Stern Alle Geräte an zentralem Switch/Hub Ausfall eines Geräts isoliert, einfache Erweiterung Zentraler Knoten = Single Point of Failure
Erweiterter Stern Mehrere Sterne hierarchisch verbunden Skalierbar, strukturiert Komplexer, Hauptverteiler kritisch
Vermascht Geräte mehrfach verbunden Hohe Ausfallsicherheit, Redundanz Teuer, aufwendige Verkabelung
Die Stern-Topologie ist heute Standard in LANs – einfach, wartbar, erweiterbar!
Physische Topologie (Verkabelung) ≠ Logische Topologie (Datenfluss) – z.B. Token Ring logisch, aber physisch Stern!
Schnelltest: Topologien

Alle Geräte an zentralem Switch = Topologie:

Höchste Ausfallsicherheit durch Redundanz:

Geräte in einer Reihe verbunden (Anfang + Ende):

Netzwerk-Architektur
Client-Server-Architektur:
Rolle Aufgabe Beispiel
Server Stellt Dienste/Ressourcen bereit Fileserver, Webserver, Mailserver
Client Nutzt Dienste des Servers Arbeitsplatz-PC, Smartphone

Peer-to-Peer (P2P):
  • Alle Geräte gleichberechtigt (Client und Server)
  • Dezentrale Ressourcenverteilung
  • Einfach für kleine Netze (< 10 Geräte)
  • Keine zentrale Verwaltung möglich
Vergleich:
Aspekt Client-Server Peer-to-Peer
Verwaltung Zentral Dezentral
Sicherheit Hoch (zentrale Kontrolle) Gering
Kosten Höher (Server-Hardware) Niedrig
Skalierbarkeit Gut Begrenzt
Einsatz Unternehmen, große Netze Kleine Büros, Heimnetz
„Erläutern Sie, warum für ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitern eine Client-Server-Architektur empfehlenswert ist."
Netzwerkreichweiten im Überblick
Typ Bezeichnung Reichweite Beispiel
PAN Personal Area Network ~10 m Bluetooth-Headset, Smartwatch
LAN Local Area Network Gebäude / Campus Büronetzwerk, Schulnetz
MAN Metropolitan Area Network Stadt / Region Stadtwerke, Behörden-Verbund
WAN Wide Area Network Weltweit Internet, Firmenstandorte
Merkhilfe: Persönlich → Lokal → Metropole → Welt
„Ordnen Sie die Netzwerktypen nach ihrer Reichweite."
OSI-Schichtenmodell (7 Schichten)
Video-Empfehlung: OSI-Modell einfach erklärt
7. Anwendung 6. Darstellung 5. Sitzung 4. Transport 3. Vermittlung 2. Sicherung 1. Bitübertragung HTTP, FTP, SMTP, DNS SSL/TLS, JPEG, ASCII NetBIOS, RPC TCP, UDP (Ports) IP, ICMP, Router Ethernet, Switch, MAC Kabel, Hub, Repeater
OSI-Referenzmodell mit 7 Schichten
Nr. Schicht Funktion Protokolle/Geräte
7 Anwendung Benutzer-Schnittstelle HTTP, FTP, SMTP, DNS
6 Darstellung Datenformat, Verschlüsselung SSL/TLS, JPEG, ASCII
5 Sitzung Verbindungssteuerung NetBIOS, RPC
4 Transport Ende-zu-Ende, Ports TCP (zuverlässig), UDP (schnell)
3 Vermittlung Routing, IP-Adressen IP, ICMP, Router
2 Sicherung MAC-Adressen, Frames Ethernet, Switch
1 Bitübertragung Physikalische Signale Kabel, Hub, Repeater
„Alle Deutschen Studenten Trinken Verschiedene Sorten Bier" (von oben nach unten)
Schnelltest: OSI-Schichten

Welche Schicht ist für IP-Adressen zuständig? (Nummer)

Welche Schicht arbeitet mit MAC-Adressen?

Auf welcher Schicht arbeitet ein Router?

TCP/IP-Modell (4 Schichten)
Schicht OSI-Entsprechung Protokolle
Anwendung 7, 6, 5 HTTP, DNS, SMTP, FTP
Transport 4 TCP, UDP
Internet 3 IP, ICMP, ARP
Netzzugang 2, 1 Ethernet, WLAN
TCP vs. UDP:
TCP UDP
Verbindungsorientiert Verbindungslos
Zuverlässig (Bestätigung) Schnell (keine Bestätigung)
HTTP, E-Mail, Dateitransfer Streaming, VoIP, DNS
„Welches Transportprotokoll eignet sich für Videokonferenzen und warum?"
Schnelltest: TCP oder UDP?

Verbindungsorientiert mit Bestätigung:

Schnell, aber unzuverlässig (für Streaming):

VoIP/Videokonferenz verwendet meist:

IPv4-Adressierung
Aufbau: 4 Oktette à 8 Bit = 32 Bit (z.B. 192.168.1.100)

Adressklassen (veraltet, aber prüfungsrelevant):
Klasse Bereich Netz/Host Nutzung
A 1.0.0.0 – 126.x.x.x N.H.H.H Große Netze
B 128.0.0.0 – 191.255.x.x N.N.H.H Mittlere Netze
C 192.0.0.0 – 223.255.255.x N.N.N.H Kleine Netze
Private IP-Bereiche (RFC 1918):
  • 10.0.0.0/8 – Klasse A (16 Mio. Hosts)
  • 172.16.0.0/12 – Klasse B (1 Mio. Hosts)
  • 192.168.0.0/16 – Klasse C (65.000 Hosts)
Private IPs sind im Internet NICHT routbar – NAT erforderlich!
Subnetting Grundlagen
Video-Empfehlung: Subnetting berechnen lernen
IPv4-Adresse: Netz- vs. Host-Anteil 192 168 1 100 Netzanteil (bei /24) Hostanteil Subnetzmaske /24: 255.255.255.0 = 11111111.11111111.11111111.00000000 Formel: Hosts = 2^(32 - Präfix) - 2 /24: 2^8 - 2 = 254 Hosts | /26: 2^6 - 2 = 62 Hosts | /28: 2^4 - 2 = 14 Hosts -2 wegen Netzadresse (erste) und Broadcast (letzte)
Aufbau einer IPv4-Adresse mit Subnetzmaske
Subnetzmaske: Trennt Netz- von Hostanteil

CIDR Maske Hosts
/24255.255.255.0254
/25255.255.255.128126
/26255.255.255.19262
/27255.255.255.22430
/28255.255.255.24014
Anzahl Hosts = 2^(32-Präfix) - 2
Beispiel /26: 2^(32-26) - 2 = 2^6 - 2 = 64 - 2 = 62 Hosts
(-2 wegen Netzadresse und Broadcast)
„Ein Unternehmen benötigt 50 Hosts. Welche Subnetzmaske ist geeignet?"
Schnelltest: Subnetting

Wie viele Hosts sind bei /28 möglich?

Welche Subnetzmaske hat /25?

Welches Präfix für genau 62 nutzbare Hosts?

Wichtige Ports und Protokolle (Prüfungswissen)
Port Protokoll Dienst Transport
20/21FTPDateiübertragungTCP
22SSHSichere ShellTCP
23TelnetFernzugriff (unsicher!)TCP
25SMTPE-Mail versendenTCP
53DNSNamensauflösungTCP/UDP
67/68DHCPIP-VergabeUDP
80HTTPWebseitenTCP
110POP3E-Mail abrufenTCP
143IMAPE-Mail synchronisierenTCP
443HTTPSWebseiten (verschlüsselt)TCP
3389RDPRemote DesktopTCP
Die Ports 20-23, 25, 53, 80, 443 sind absolute Pflicht für die Prüfung!
Ports-Drill: Welcher Port?

SSH (sichere Shell):

DNS (Namensauflösung):

HTTPS (verschlüsselte Webseiten):

SMTP (E-Mail versenden):

IMAP vs. POP3 – E-Mail-Protokolle:
Kriterium IMAP POP3
Port 143 (993 mit TLS) 110 (995 mit TLS)
E-Mails Bleiben auf Server Werden heruntergeladen
Synchronisation Alle Geräte synchron Nur auf einem Gerät
Speicherplatz Server benötigt Platz Lokal gespeichert
Offline-Zugriff Eingeschränkt Vollständig
Empfehlung Mehrere Geräte Ein Gerät, wenig Speicher
„Geben Sie eine Begründung dafür an, dass Sie sich für IMAP statt POP3 entscheiden."
IPv4 vs. IPv6
Kriterium IPv4 IPv6
Adresslänge 32 Bit 128 Bit
Schreibweise Dezimal, Punkte Hexadezimal, Doppelpunkte
Beispiel 192.168.1.1 2001:0db8::1
Adressen ~4,3 Milliarden ~340 Sextillionen
NAT nötig? Häufig Nein
Subnetzberechnung IPv4
/24 = 255.255.255.0 → 256 – 2 = 254 Hosts
/25 = 255.255.255.128 → 128 – 2 = 126 Hosts
/26 = 255.255.255.192 → 64 – 2 = 62 Hosts
OSI-Modell (vertieft)
Schicht Name Beispiel
7AnwendungHTTP, FTP, SMTP
6DarstellungSSL/TLS, JPEG
5SitzungNetBIOS, RPC
4TransportTCP, UDP
3VermittlungIP, ICMP, Router
2SicherungEthernet, Switch, MAC
1BitübertragungKabel, Hub
Merkhilfe: „Alle Priester saufen Tequila nach der Predigt" (Anwendung → Physisch)
Wichtige Ports
Port Dienst Protokoll
20/21FTPTCP
22SSHTCP
23TelnetTCP
25SMTPTCP
53DNSTCP/UDP
67/68DHCPUDP
80HTTPTCP
443HTTPSTCP
3389RDPTCP
Telnet (23) ist unverschlüsselt – immer SSH (22) bevorzugen!
Netzwerk-Befehle (Prüfungsrelevant)
Wichtig: Netzwerk-Befehle werden in fast jeder IHK-Prüfung abgefragt!
Befehl Zweck Wichtige Parameter
ipconfig IP-Konfiguration anzeigen /all (Details), /release, /renew (DHCP)
ping Erreichbarkeit testen (ICMP) -t (dauerhaft), -n (Anzahl)
nslookup DNS-Auflösung prüfen Hostname oder IP eingeben
tracert Route zum Ziel anzeigen Zeigt alle Hops (Router)
arp ARP-Cache anzeigen (IP↔MAC) -a (anzeigen), -d (löschen)
netstat Netzwerkverbindungen anzeigen -a (alle), -n (numerisch)
netsh Netzwerk konfigurieren interface ipv4 set address
getmac MAC-Adressen anzeigen -v (verbose)
APIPA (Automatic Private IP Addressing):
Wenn kein DHCP-Server erreichbar ist, vergibt Windows automatisch eine IP aus dem Bereich 169.254.x.x (Subnetzmaske 255.255.0.0). Dies ist ein Warnsignal für Netzwerkprobleme!
Siehst du eine 169.254.x.x Adresse? → DHCP-Server nicht erreichbar, Kabel prüfen!
Typische Fehlerdiagnose:
  1. ipconfig /all – Prüfen ob gültige IP vorhanden
  2. ping 127.0.0.1 – Lokaler TCP/IP-Stack funktioniert?
  3. ping [Gateway] – Router erreichbar?
  4. ping 8.8.8.8 – Internet erreichbar?
  5. nslookup google.de – DNS-Auflösung funktioniert?
Linux-Netzwerk- und Systembefehle:
Befehl Zweck Beispiel
ip addr / ip a IP-Konfiguration anzeigen ip a (alle Interfaces)
ifconfig IP-Konfiguration (alt) ifconfig eth0
chmod Dateiberechtigungen ändern chmod 755 script.sh
traceroute Route zum Ziel (Linux) traceroute google.de
ss / netstat Netzwerkverbindungen ss -tulpn
Linux chmod - Dateiberechtigungen:
Recht Symbol Wert Bedeutung
Lesenr4Datei lesen / Verzeichnis auflisten
Schreibenw2Datei ändern / Verzeichnis bearbeiten
Ausführenx1Datei/Skript ausführen / Verzeichnis betreten

Beispiel: chmod 750 datei.sh → User (rwx=7), Gruppe (r-x=5), Andere (---=0)

Schnelltest: Netzwerk-Befehle

Welcher Windows-Befehl zeigt IP-Konfiguration an?

Linux-Befehl für IP-Adressen (modern):

Welcher Befehl zeigt MAC-Adressen unter Windows?

169.254.x.x Adresse bedeutet:

„Welches Befehlszeilenkommando zeigt die vollständige IP-Konfiguration eines Windows-Rechners an?"
Netzwerkgeräte im Überblick
Gerät OSI-Schicht Funktion Adressierung
Hub 1 Signalverstärker, alle Ports Keine
Switch 2 Frames weiterleiten MAC-Adresse
Router 3 Pakete zwischen Netzen routen IP-Adresse
Firewall 3-7 Pakete filtern, Schutz IP, Ports, Protokolle
Access Point 1-2 WLAN-Anbindung MAC-Adresse
„Erklären Sie den Unterschied zwischen Switch und Router anhand der OSI-Schichten."
VLAN (Virtual Local Area Network)
Definition:
Logische Segmentierung eines physischen Netzwerks in mehrere virtuelle Netzwerke. Vorteile von VLANs:
  • Sicherheit: Trennung von Datenverkehr (z.B. Gäste-WLAN vom Firmennetz)
  • Broadcast-Reduzierung: Broadcasts nur innerhalb des VLANs
  • Flexibilität: Geräte können unabhängig vom Standort gruppiert werden
  • Kostenersparnis: Ein physischer Switch für mehrere logische Netze
VLAN-Typen:
Typ Zuordnung durch Beispiel
Port-basiert Switch-Port Port 1-8 = VLAN 10
MAC-basiert MAC-Adresse Gerät A immer in VLAN 20
Protokoll-basiert Protokoll IP in VLAN 10, IPX in VLAN 20
Tagged vs. Untagged:
  • Access Port (untagged): Endgeräte, keine VLAN-Info im Frame
  • Trunk Port (tagged): Switch-zu-Switch, VLAN-Tag (802.1Q) im Frame
VLAN-Kommunikation zwischen VLANs erfordert einen Router (Inter-VLAN-Routing) oder Layer-3-Switch.
„Nennen Sie zwei Vorteile des Einsatzes von VLANs in einem Unternehmensnetzwerk."
VPN (Virtual Private Network)
Definition:
Verschlüsselte Verbindung über ein unsicheres Netzwerk (z.B. Internet) zur sicheren Anbindung von Standorten oder Mitarbeitern. VPN-Typen:
Typ Anwendung Beispiel
Site-to-Site Standortverbindung Zentrale ↔ Filiale
End-to-Site Remote-Zugang Homeoffice → Firmennetz
End-to-End Direkte Verbindung Client ↔ Client
VPN-Protokolle:
  • IPsec: Layer 3, häufig für Site-to-Site
  • OpenVPN: Open Source, SSL/TLS-basiert
  • WireGuard: Modern, schnell, einfach
  • L2TP/IPsec: Kombination Layer 2 + 3
  • PPTP: Veraltet, unsicher – nicht mehr verwenden!
Tunneling:
Datenpakete werden in VPN-Pakete verpackt (eingekapselt) und verschlüsselt übertragen.
PPTP gilt als unsicher und sollte nicht mehr eingesetzt werden. WireGuard und OpenVPN sind aktuelle Standards.
„Beschreiben Sie den Unterschied zwischen Site-to-Site- und End-to-Site-VPN."
WLAN-Absicherung (WPA2/WPA3)
WLAN-Verschlüsselungsstandards:
Standard Verschlüsselung Status
WEP RC4 (40/104 Bit) Unsicher, nicht verwenden!
WPA TKIP (128 Bit) Veraltet
WPA2 AES-CCMP (128 Bit) ✓ Standard
WPA3 AES-GCMP (192 Bit) ✓ Aktuellster Standard
WPA2-Personal vs. WPA2-Enterprise:
Kriterium WPA2-Personal (PSK) WPA2-Enterprise
Authentifizierung Pre-Shared Key (gemeinsames Passwort) Individuelle Benutzerkonten (802.1X)
Server Nicht erforderlich RADIUS-Server erforderlich
Einsatzbereich Heimnetz, kleine Büros Unternehmen, Universitäten
Passwortwechsel Alle Geräte müssen aktualisiert werden Nur betroffener Benutzer
Sicherheit Passwort oft bekannt / weitergegeben Höher (individuelle Zugänge)
Aufwand Einfach einzurichten Komplex (RADIUS-Infrastruktur)
Weitere WLAN-Sicherheitsmaßnahmen:
  • SSID verbergen: Netzwerkname nicht sichtbar (Security through Obscurity)
  • MAC-Filter: Nur bekannte Geräte zulassen (leicht umgehbar!)
  • Gäste-WLAN: Separates VLAN für Besucher
  • Sendeleistung reduzieren: Reichweite auf notwendiges Maß begrenzen
WPA2-Enterprise ist der Standard für Unternehmen – jeder Nutzer hat eigene Zugangsdaten!
Schnelltest: WLAN-Sicherheit

Welcher Server ist für WPA2-Enterprise erforderlich?

Welcher WPA-Standard nutzt AES-CCMP Verschlüsselung?

WPA2-Personal nutzt einen ... (Abkürzung):

„Nennen Sie je zwei Vor- und Nachteile von WPA2-Personal und WPA2-Enterprise."
DHCP & DNS (vertieft)
DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol):
Automatische Vergabe von IP-Konfiguration an Clients. DORA-Prozess:
  1. Discover – Client sucht DHCP-Server (Broadcast)
  2. Offer – Server bietet IP-Adresse an
  3. Request – Client fordert Adresse an
  4. Ack – Server bestätigt
DHCP-Lease enthält:
  • IP-Adresse
  • Subnetzmaske
  • Standard-Gateway
  • DNS-Server
  • Lease-Dauer
DNS (Domain Name System):
Übersetzt Domainnamen in IP-Adressen. DNS-Record-Typen:
Record Zweck Beispiel
A IPv4-Adresse example.com → 192.0.2.1
AAAA IPv6-Adresse example.com → 2001:db8::1
CNAME Alias www → example.com
MX Mailserver mail.example.com
TXT Text (SPF, DKIM) v=spf1 include:...
PTR Reverse-Lookup IP → Name
„Beschreiben Sie den DORA-Prozess bei DHCP."
DSL-Technologien (ADSL, VDSL, SDSL)
Unterschiede der DSL-Varianten:
Technologie Typ Eigenschaft Einsatzbereich
ADSL Asymmetrisch Download >> Upload Privatnutzer, Surfen, Streaming
VDSL Asymmetrisch Sehr hohe Geschwindigkeiten (bis 250 Mbit/s) Haushalte, Home-Office
SDSL Symmetrisch Upload = Download Unternehmen, Server, Video-Konferenzen
Downloadzeit berechnen (IHK-Rechenaufgabe):
Beispiel: 2 GiB-Datei über 50 Mbit/s-Leitung
  1. Datei in Bit: 2 GiB × 1024³ × 8 = 17.179.869.184 Bit
  2. Durch Geschwindigkeit: 17.179.869.184 ÷ 50.000.000 = 343,6 Sek.
  3. Ergebnis: ca. 5 Minuten 44 Sekunden
Bei DSL-Angaben: Mbit/s (Megabit) ≠ MB/s (Megabyte)! Faktor 8 beachten.
Selbsttest: Welche DSL-Variante hat identische Up- und Download-Geschwindigkeit?
NAT (Network Address Translation)
Definition:
Übersetzung von privaten IP-Adressen in öffentliche IP-Adressen und umgekehrt. NAT-Typen:
Typ Beschreibung Anwendung
Static NAT 1:1 Zuordnung privat ↔ öffentlich Server mit fester IP
Dynamic NAT Pool öffentlicher IPs Mehrere Clients, mehrere IPs
PAT (Overloading) Viele Clients, eine öffentliche IP Heimrouter (häufigste Form)
Port Forwarding:
Weiterleitung von eingehenden Verbindungen auf bestimmten Ports an interne Server.
PAT ist das, was in jedem Heimrouter stattfindet: Alle Geräte teilen sich eine öffentliche IP.
Selbsttest: Netzwerktechnik

Wie viele Hosts sind in einem /24-Netz nutzbar?

Welche Subnetzmaske hat /27?

Wie lautet die Formel zur Host-Berechnung?

Welcher NAT-Typ wird im Heimrouter verwendet?

/ Wirtschaftlichkeit TOP-PRIORITÄT
Wirtschaftlichkeitsprinzipien
Minimalprinzip:
Mit möglichst geringem Aufwand ein vorgegebenes Ziel erreichen.

Maximalprinzip:
Mit gegebenem Aufwand den größtmöglichen Ertrag erzielen.

Optimalprinzip:
Bestes Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag anstreben.
In der Prüfung wird oft nach dem anzuwendenden Prinzip gefragt – Kontext genau lesen!
„Welches Wirtschaftlichkeitsprinzip liegt vor, wenn ein Unternehmen mit 10.000 € Budget möglichst viele PCs beschaffen möchte?"
Kostenarten
Kostenart Beschreibung Beispiel
Fixkosten Unabhängig von Auslastung Miete, Gehälter, Lizenzen
Variable Kosten Abhängig von Menge/Auslastung Strom, Material, Cloud-Nutzung
Einmalkosten Einmalige Anschaffung Hardware-Kauf, Einrichtung
Laufende Kosten Regelmäßig wiederkehrend Wartung, Support, Abos
Einmalkosten vs. laufende Kosten bei TCO-Berechnungen nicht vergessen!
Nutzwertanalyse & Entscheidungsmatrix
Zweck: Vergleich von Alternativen bei nicht-monetären Kriterien

Entscheidungsmatrix (Rangfolge-Methode):
Häufig in der Prüfung: Punkte von 1-3 pro Kriterium vergeben, wobei 3 der beste und 1 der schlechteste Wert ist.
Kriterium Gerät A Gerät B Gerät C
Geschwindigkeit 1 3 2
Wartungskosten 1 3 2
Preis 1 2 3
Ergebnis 3 8 7
→ Gerät B gewinnt mit 8 Punkten

Nutzwertanalyse (gewichtete Methode):
  1. Kriterien festlegen (z.B. Preis, Support, Leistung)
  2. Gewichtung vergeben (Summe = 100% oder 1)
  3. Alternativen bewerten (z.B. 1-10 Punkte)
  4. Gewichtete Punkte berechnen
  5. Summen vergleichen → höchster Wert gewinnt
Nutzwert = Σ (Gewichtung × Bewertung)
Die Entscheidungsmatrix ist subjektiv – die Begründung der Kriterienauswahl und Bewertung ist entscheidend!
Amortisation & TCO
Amortisationsrechnung:
Ab wann hat sich eine Investition „bezahlt gemacht"?
Amortisationszeit = Anschaffungskosten ÷ jährliche Einsparung
Beispiel:
Server kostet 12.000 €, spart 4.000 €/Jahr
→ 12.000 ÷ 4.000 = 3 Jahre
TCO (Total Cost of Ownership):
Gesamtkosten über die Nutzungsdauer:
  • Anschaffung
  • Installation & Einrichtung
  • Betrieb (Strom, Wartung)
  • Schulung
  • Entsorgung
TCO-Aufgaben: Versteckte Kosten (Schulung, Ausfallzeiten) werden oft übersehen!
Kauf vs. Leasing vs. Miete
Kriterium Kauf Leasing Miete
Eigentum Sofort beim Käufer Beim Leasinggeber Beim Vermieter
Kapitalbindung Hoch (Einmalzahlung) Gering (Raten) Gering (Raten)
Bilanzierung Aktivierung + AfA Nicht bilanziert* Nicht bilanziert
Laufzeit Unbegrenzt Fest vereinbart Flexibel kündbar
Wartung/Reparatur Eigentümer Je nach Vertrag Oft Vermieter
Geeignet für Langfristige Nutzung Aktuelle Technik Kurzfristiger Bedarf
* Operating Leasing – bei Finance Leasing ggf. Bilanzierung
„Ihr Unternehmen benötigt 20 neue Laptops für 3 Jahre. Begründen Sie, ob Kauf oder Leasing wirtschaftlicher ist."
Lineare Abschreibung (AfA)
Jährliche AfA = Anschaffungskosten ÷ Nutzungsdauer
Abschreibungssatz = 100% ÷ Nutzungsdauer
Beispiel: Server für 9.000 €, Nutzungsdauer 3 Jahre
→ AfA pro Jahr: 9.000 € ÷ 3 = 3.000 €
→ Abschreibungssatz: 100% ÷ 3 = 33,33%
Jahr AfA Buchwert Anfang Buchwert Ende
13.000 €9.000 €6.000 €
23.000 €6.000 €3.000 €
33.000 €3.000 €0 €
Nutzungsdauern nach AfA-Tabelle: PC/Laptop = 3 Jahre, Server = 5 Jahre, Software = 3 Jahre
Schnelltest: AfA berechnen

Anschaffung 6.000€, Nutzung 3 Jahre. Jährliche AfA?

Laptop-Nutzungsdauer nach AfA-Tabelle (Jahre)?

Server-Nutzungsdauer nach AfA-Tabelle (Jahre)?

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen
Wichtige Formeln (prüfungsrelevant):
Umsatz = Absatzmenge × Verkaufspreis
Beispiel: 500 Einheiten × 120 € = 60.000 € Umsatz
Gewinn = Erlöse − Kosten
Beispiel: 60.000 € − 45.000 € = 15.000 € Gewinn
Deckungsbeitrag = Stückpreis − variable Stückkosten
Beispiel: 120 € − 70 € = 50 € Deckungsbeitrag/Stück
Rentabilität = Gewinn ÷ Kapital × 100%
Beispiel: 15.000 € ÷ 100.000 € × 100 = 15% Rentabilität
Break-Even-Point = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag/Stück
Beispiel: 25.000 € ÷ 50 € = 500 Stück (Gewinnschwelle)
„Berechnen Sie den Break-Even-Point bei Fixkosten von 30.000 € und einem Deckungsbeitrag von 60 € pro Stück."
Rechenaufgaben mit Lösungsweg
Aufgabe 1 Lineare Abschreibung (AfA)
Die TechFirma GmbH kauft einen Server für 12.000 €. Die Nutzungsdauer beträgt laut AfA-Tabelle 5 Jahre.

a) Berechnen Sie die jährliche AfA.
b) Wie hoch ist der Buchwert nach 2 Jahren?
c) In welchem Jahr erreicht der Server einen Buchwert von 0 €?
Lösung anzeigen ▼
a) Jährliche AfA:
AfA = Anschaffungskosten ÷ Nutzungsdauer
AfA = 12.000 € ÷ 5 Jahre
AfA = 2.400 € pro Jahr
b) Buchwert nach 2 Jahren:
Gesamte AfA nach 2 Jahren = 2 × 2.400 € = 4.800 €
Buchwert = 12.000 € − 4.800 €
Buchwert = 7.200 €
c) Buchwert von 0 €:
Der Buchwert erreicht 0 € am Ende des 5. Jahres
(nach vollständiger Abschreibung der Nutzungsdauer)
Aufgabe 2 Break-Even-Point
Ein IT-Dienstleister bietet Cloud-Hosting an:
• Fixkosten (Server, Personal): 45.000 € pro Monat
• Variable Kosten pro Kunde: 25 € pro Monat
• Preis pro Kunde: 85 € pro Monat

a) Berechnen Sie den Deckungsbeitrag pro Kunde.
b) Wie viele Kunden werden für den Break-Even benötigt?
c) Wie hoch ist der Gewinn bei 1.000 Kunden?
Lösung anzeigen ▼
a) Deckungsbeitrag pro Kunde:
DB = Verkaufspreis − variable Kosten
DB = 85 € − 25 €
DB = 60 € pro Kunde
b) Break-Even-Point:
BEP = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag
BEP = 45.000 € ÷ 60 €
BEP = 750 Kunden
c) Gewinn bei 1.000 Kunden:
Erlöse = 1.000 × 85 € = 85.000 €
Var. Kosten = 1.000 × 25 € = 25.000 €
Fixkosten = 45.000 €
Gewinn = 85.000 € − 25.000 € − 45.000 €
Gewinn = 15.000 € pro Monat
Aufgabe 3 Subnetting
Ein Unternehmen erhält das Netzwerk 192.168.10.0/24.
Es werden 4 Abteilungen mit je maximal 50 Hosts benötigt.

a) Welche Subnetzmaske ist erforderlich?
b) Wie viele Hosts sind pro Subnetz möglich?
c) Geben Sie die Netzadressen der 4 Subnetze an.
Lösung anzeigen ▼
a) Subnetzmaske:
Benötigt: 50 Hosts → nächste 2er-Potenz: 2^6 = 64
Hostbits: 6 → Präfix: 32 − 6 = 26
Subnetzmaske: /26 (255.255.255.192)
b) Hosts pro Subnetz:
Hosts = 2^6 − 2 = 64 − 2
62 nutzbare Hosts pro Subnetz
c) Die 4 Subnetze:
Subnetz 1: 192.168.10.0/26 (Hosts: .1 − .62)
Subnetz 2: 192.168.10.64/26 (Hosts: .65 − .126)
Subnetz 3: 192.168.10.128/26 (Hosts: .129 − .190)
Subnetz 4: 192.168.10.192/26 (Hosts: .193 − .254)
Aufgabe 4 Amortisationsrechnung
Die Einführung einer neuen ERP-Software kostet 180.000 €.
Durch Prozessoptimierung werden 4.500 € pro Monat eingespart.

a) Nach wie vielen Monaten hat sich die Investition amortisiert?
b) Wie hoch ist der ROI nach 5 Jahren?
Lösung anzeigen ▼
a) Amortisationsdauer:
Amortisation = Investition ÷ monatliche Einsparung
Amortisation = 180.000 € ÷ 4.500 €
Amortisation = 40 Monate (3 Jahre 4 Monate)
b) ROI nach 5 Jahren:
Gesamteinsparung = 60 Monate × 4.500 € = 270.000 €
Gewinn = 270.000 € − 180.000 € = 90.000 €
ROI = (Gewinn ÷ Investition) × 100
ROI = (90.000 € ÷ 180.000 €) × 100
ROI = 50%
Aufgabe 5 Nutzwertanalyse
Drei Laptops werden verglichen:
KriteriumGewichtLaptop ALaptop BLaptop C
Preis40%869
Leistung35%796
Akkulaufzeit25%678
Berechnen Sie den Nutzwert für jeden Laptop und ermitteln Sie den Sieger.
Lösung anzeigen ▼
Nutzwertberechnung:
Laptop A:
(8 × 0,40) + (7 × 0,35) + (6 × 0,25)
= 3,2 + 2,45 + 1,5 = 7,15

Laptop B:
(6 × 0,40) + (9 × 0,35) + (7 × 0,25)
= 2,4 + 3,15 + 1,75 = 7,30

Laptop C:
(9 × 0,40) + (6 × 0,35) + (8 × 0,25)
= 3,6 + 2,1 + 2,0 = 7,70

→ Sieger: Laptop C mit Nutzwert 7,70
Schnelltest: Rechenaufgaben

Server 15.000€, 5 Jahre Nutzung. Jährliche AfA?

Fixkosten 20.000€, DB 50€/Stück. Break-Even-Point?

Netzwerk /27: Wie viele nutzbare Hosts?

Handelskalkulation
Bezugskalkulation (Einkauf):
Position Berechnung Beispiel
Listeneinkaufspreis Katalogpreis 1.000,00 €
− Lieferrabatt (z.B. 10%) Mengenrabatt − 100,00 €
= Zieleinkaufspreis 900,00 €
− Skonto (z.B. 2%) Bei schneller Zahlung − 18,00 €
= Bareinkaufspreis 882,00 €
+ Bezugskosten Transport, Versicherung + 50,00 €
= Bezugspreis Einstandspreis 932,00 €
Rabatt und Skonto:
  • Rabatt: Preisnachlass auf den Listenpreis (z.B. Mengenrabatt, Treuerabatt)
  • Skonto: Preisnachlass bei schneller Zahlung (z.B. „2% bei Zahlung innerhalb 10 Tagen")
Bei Skonto-Berechnung: Skonto wird vom Zieleinkaufspreis berechnet, nicht vom Listeneinkaufspreis!
Machbarkeitsanalyse & Make-or-Buy
Machbarkeitsanalyse:
Prüfung, ob ein Projekt/Vorhaben realisierbar ist:
Dimension Prüffragen
Technisch Ist die Technologie vorhanden/verfügbar?
Organisatorisch Haben wir die Strukturen und Prozesse?
Wirtschaftlich Ist es rentabel? ROI positiv?
Zeitlich Können wir die Termine einhalten?
Rechtlich Gibt es rechtliche Hindernisse?
Make-or-Buy-Entscheidung:
Soll eine Leistung selbst erbracht oder extern eingekauft werden?
Kriterium Make (Eigenfertigung) Buy (Fremdbezug)
Know-how Kernkompetenz vorhanden Fehlendes Fachwissen
Kosten Hohe Fixkosten Variable Kosten
Flexibilität Volle Kontrolle Schnelle Skalierung
Risiko Eigenverantwortung Abhängigkeit
„Nennen Sie drei Argumente für und gegen eine Make-or-Buy-Entscheidung."
Zahlungsverzug & Mängelrüge
Zahlungsverzug:
Aspekt Erklärung
Definition Schuldner zahlt nicht zum vereinbarten Termin
Eintritt (ohne Mahnung) 30 Tage nach Fälligkeit und Rechnung (B2B)
Konsequenzen Verzugszinsen, Mahngebühren, Schadensersatz
Verzugszinsen 5% über Basiszinssatz (Verbraucher), 9% (B2B)
Mängelarten:
  • Sachmangel: Ware entspricht nicht der vereinbarten Beschaffenheit
  • Rechtsmangel: Dritte können Rechte an der Sache geltend machen
Rechte bei Mängeln (Gewährleistung):
  1. Nacherfüllung: Reparatur oder Ersatzlieferung (primär)
  2. Minderung: Reduzierung des Kaufpreises
  3. Rücktritt: Rückgängigmachung des Kaufs
  4. Schadensersatz: Bei Verschulden des Verkäufers
Gewährleistungsfrist:
  • Bei Neuware: 2 Jahre ab Übergabe
  • Bei Gebrauchtware: Kann auf 1 Jahr verkürzt werden
  • Zweiseitiger Handelskauf: Unverzügliche Mängelrüge erforderlich!
Beim zweiseitigen Handelskauf (B2B) muss der Käufer Mängel unverzüglich (sofort) rügen, sonst verliert er seine Gewährleistungsrechte!
Vollmachten & Unterschriften
Unterschriftskürzel im Geschäftsverkehr:
Kürzel Bedeutung Befugnis
ppa. per procura (Prokura) Weitreichende Vollmacht, fast alle Geschäfte (außer Grundstücke)
i.V. in Vollmacht (Handlungsvollmacht) Bestimmte Geschäfte im Rahmen der Vollmacht
i.A. im Auftrag Überbringer, keine eigene Entscheidungsbefugnis
Prokura (§ 48-53 HGB):
  • Kann nur vom Inhaber oder gesetzlichen Vertreter erteilt werden
  • Muss ins Handelsregister eingetragen werden
  • Umfasst alle gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäfte
  • Ausnahmen: Grundstücksgeschäfte, Bilanzunterzeichnung, Prokura-Erteilung
Arten der Prokura:
  • Einzelprokura: Eine Person allein vertretungsberechtigt
  • Gesamtprokura: Mehrere Prokuristen nur gemeinsam
  • Filialprokura: Beschränkt auf eine Niederlassung
„Erklären Sie den Unterschied zwischen 'ppa.' und 'i.V.' bei Unterschriften."
Elektrotechnik-Grundlagen
Wichtige Formeln (Ohmsches Gesetz):
U = R × I
Spannung (U) in Volt [V] = Widerstand (R) in Ohm [Ω] × Stromstärke (I) in Ampere [A]
P = U × I
Leistung (P) in Watt [W] = Spannung (U) × Stromstärke (I)
E = P × t
Energie (E) in Wattstunden [Wh] = Leistung (P) × Zeit (t)
1.000 Wh = 1 kWh
Praxisbeispiel Server-Raum:
Server: 500W, 24/7 Betrieb
Monatlicher Verbrauch = 500W × 24h × 30 Tage = 360.000 Wh = 360 kWh
Bei 0,30 €/kWh: 360 × 0,30 € = 108 € Stromkosten/Monat
USV-Dimensionierung:
KomponenteLeistung (W)VA (bei 0,8 PF)
Server500 W625 VA
Switch50 W62,5 VA
2× Monitor60 W75 VA
Gesamt + 20% Reserve732 W915 VA
USV mit mindestens 1000 VA wählen (nächste verfügbare Größe über dem Bedarf)
Schnelltest: Elektrotechnik

Formel für Leistung (P = ?)

Ein Gerät mit 200W läuft 5 Stunden. Verbrauch in Wh?

U = 230V, I = 2A. Leistung P in Watt?

/ Projektmanagement TOP-PRIORITÄT
Was ist ein Projekt?
Video-Empfehlung: Projektmanagement Grundlagen
Definition nach DIN 69901:
Ein Projekt ist ein Vorhaben, das im Wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist.

Definition nach PRINCE2:
„A temporary organization that is created for the purpose of delivering one or more business products according to an agreed Business Case."

Merkmale eines Projekts:
  • Zeitlich befristet – Klarer Start- und Endtermin
  • Relativ innovativ – Neuartig für die Organisation
  • Risikobehaftet – Unsicherheit über Ergebnis
  • Erhebliche Komplexität – Viele Abhängigkeiten
  • Erfordert Projektmanagement – Spezifische Organisation
  • Einmaligkeit – Keine Routine, nicht wiederholbar
  • Zielvorgabe – Klar definiertes Ergebnis
  • Ressourcenbegrenzung – Budget, Personal, Material
„Nennen Sie drei Merkmale, die ein Vorhaben zu einem Projekt machen."
Das Magische Dreieck & SMARTe Ziele
Das Magische Dreieck des Projektmanagements QUALITÄT KOSTEN ZEIT Projekterfolg Änderung einer Größe beeinflusst die anderen!
Qualität, Kosten und Zeit stehen in Wechselwirkung
Das Magische Dreieck:
Dimension Beschreibung Beispiel
Qualität Übereinstimmung mit Anforderungen Funktionsumfang, Performance, Zuverlässigkeit
Kosten Verfügbares Budget Personalkosten, Lizenzen, Hardware
Zeit Projektdauer, Termine Meilensteine, Endtermin, Deadlines
Die drei Dimensionen sind voneinander abhängig: Mehr Qualität erfordert mehr Zeit oder mehr Kosten. Weniger Budget bedeutet Abstriche bei Qualität oder längere Laufzeit.
SMARTe Ziele:
Projektziele müssen nach dem SMART-Prinzip formuliert werden:
Buchstabe Bedeutung Beispiel
S Spezifisch Konkret und eindeutig formuliert
M Messbar Prüfbare Erfolgskriterien
A Attraktiv/Akzeptiert Für alle Beteiligten erstrebenswert
R Realistisch Mit vorhandenen Ressourcen erreichbar
T Terminiert Klarer Zeitrahmen, Deadline
„Formulieren Sie ein SMART-Ziel für die Einführung eines neuen ERP-Systems."
Schnelltest: SMART-Ziele

Wofür steht das S in SMART?

Wofür steht das T in SMART?

Welche drei Dimensionen bilden das Magische Dreieck?

4-Phasen-Modell des Projektmanagements
Die 4 Projektphasen 1. DEFINITION Ziele, Auftrag, Team 2. PLANUNG Struktur, Termine, Kosten 3. DURCHFÜHRUNG & CONTROLLING Umsetzung, Steuerung 4. ABSCHLUSS Übergabe, Doku Kick-Off-Meeting Nach Planung, vor Durchführung
Die 4 Projektphasen mit Kick-Off-Meeting
Phase Aktivitäten Ergebnisse
1. Projektdefinition Zieldefinition, Machbarkeitsanalyse, Teamaufstellung Projektauftrag, Lastenheft
2. Projektplanung Projektstrukturplan, Netzplan, Ressourcenplanung Pflichtenheft, Projektplan, Meilensteine
3. Durchführung & Controlling Umsetzung, Soll-Ist-Vergleich, Steuerung Arbeitsergebnisse, Statusberichte
4. Projektabschluss Abnahme, Dokumentation, Lessons Learned Abnahmeprotokoll, Projektabschlussbericht
Kick-Off-Meeting:
Das Kick-Off-Meeting findet nach erfolgter Planung und vor Start der Projektdurchführung statt. Es dient dem offiziellen Projektstart.

  • Vorstellung des Projektteams und der Rollen
  • Präsentation des Projektstrukturplans
  • Klärung von Meilensteinen und Terminen
  • Abstimmung der Kommunikationswege
  • Motivation und Commitment des Teams
Das Kick-Off-Meeting ist NICHT der Projektstart! Es findet erst nach Abschluss der Planungsphase statt.
Projektrollen und Stakeholder
Wichtige Projektrollen:
Rolle Aufgaben
Projekt-Auftraggeber Erteilt Auftrag, stellt Budget bereit, trifft strategische Entscheidungen
Projektleiter Operative Projektsteuerung, Koordination, Kommunikation, Controlling
Lenkungsausschuss/Steuerkreis Strategische Entscheidungen, Eskalationsinstanz, Freigaben
Projektmitarbeiter Fachliche Umsetzung der Arbeitspakete
Aufgaben des Projektleiters (prüfungsrelevant):
  • Mitwirkung bei der Zieldefinition
  • Koordination des Teams und Aufgabenverteilung
  • Überwachung der Projektfortschritte
  • Kommunikation mit allen Beteiligten
  • Projektcontrolling (Soll-Ist-Vergleich)
  • Dokumentation aller Aktivitäten
  • Aufwandschätzung und Ressourcenplanung
  • Vorlage der Ergebnisse beim Lenkungsausschuss
  • Eskalation von Konfliktsituationen
  • Erstellen des Projektabschlussberichts
Stakeholder:
Gruppen oder Personen, die irgendein Interesse am Projekt haben – positiv oder negativ betroffen sind.
  • Interne Stakeholder: Geschäftsleitung, Mitarbeiter, Betriebsrat
  • Externe Stakeholder: Kunden, Lieferanten, Behörden, Investoren
„Nennen Sie drei Aufgaben eines Projektleiters."
Projektstrukturplan (PSP)
Definition:
Der Projektstrukturplan (PSP) ist die vollständige, hierarchische Darstellung aller Elemente (Teilprojekte, Arbeitspakete) eines Projekts.

Erstellungsansätze:
Ansatz Beschreibung Vorteil
Top-Down (deduktiv) Vom Ganzen ins Detail zerlegen Systematisch, vollständig
Bottom-Up (induktiv) Von Einzelaufgaben zum Ganzen Praxisnah, erfahrungsbasiert
Yo-Yo/Gegenstrom Kombination beider Ansätze Flexibel, qualitativ hochwertig
Gliederungsprinzipien:
  • Funktionsorientiert: Nach Tätigkeiten (Planung, Entwicklung, Test)
  • Objektorientiert: Nach Komponenten (Hardware, Software, Doku)
  • Zeitorientiert: Nach Phasen (Phase 1, Phase 2, ...)
Arbeitspakete:
Ein Arbeitspaket ist die kleinste nicht mehr zu unterteilende Einheit im PSP. Für jedes Arbeitspaket werden definiert:
  • Eindeutige Bezeichnung und Nummer
  • Verantwortlicher
  • Aufwand (Personentage, Stunden)
  • Dauer und Termine
  • Kosten
  • Prüfkriterien für die Fertigstellung
Meilensteine sind wichtige Ereignisse des Projekts, die zur Fortschrittskontrolle dienen. Sie haben keine Dauer – nur einen Zeitpunkt.
Problemanalyse und -lösung
Strukturierte Problemlösung:
  1. Situationsanalyse: Ist-Zustand erfassen
  2. Problemeingrenzung: Was genau ist das Problem?
  3. Aufzeigen von Alternativen: Welche Lösungswege gibt es?
  4. Auswahl von Lösungen: Bewertung und Entscheidung
  5. Umsetzung: Implementierung der gewählten Lösung
  6. Erfolgskontrolle: Hat es funktioniert?
Root-Cause-Analysis (Ursachenanalyse):
Methode zur Identifikation der eigentlichen Ursache eines Problems, nicht nur der Symptome.

5-Whys-Methode:
Durch fünfmaliges Fragen „Warum?" wird die Grundursache gefunden.
Frage Beispiel
Problem: Der Server ist ausgefallen.
Warum 1? Die USV hat versagt.
Warum 2? Die Batterie war leer.
Warum 3? Die Batterie wurde nie getauscht.
Warum 4? Es gibt keinen Wartungsplan.
Warum 5? → Grundursache: Fehlende Wartungsprozesse
Fehlermanagement/Störungsmanagement:
  • Ticketsystem: Zentrale Erfassung aller Störungen/Anfragen
  • Vorteile: Verteilung der Aufgaben, Koordination der Beteiligten, Historie, Dokumentation, Auswertungen
  • Bearbeitungsstatus: Neu → In Bearbeitung → Wartend → Gelöst → Geschlossen
„Beschreiben Sie die 5-Whys-Methode anhand eines IT-Problems."
Vorgehensmodelle
Wasserfallmodell Scrum (Agil) Anforderung Entwurf Implementierung Test Betrieb Sequenziell, keine Rückschritte Feedback erst am Ende Sprint 2-4 Wo. Planning Daily Review Retro Iterativ, Feedback nach Sprint Änderungen willkommen
Vergleich: Wasserfall (sequenziell) vs. Scrum (iterativ)
Kriterium Wasserfall Scrum (agil)
Ablauf Sequenziell, Phasen Iterativ, Sprints
Anforderungen Zu Beginn fixiert Änderbar (Backlog)
Dokumentation Umfangreich Minimal, fokussiert
Kundenfeedback Am Ende Nach jedem Sprint
Geeignet für Klare, stabile Anforderungen Dynamische Projekte
Wasserfall ≠ schlecht, Scrum ≠ immer besser. Kontext entscheidet!
Scrum-Rollen & Artefakte
Rollen:
  • Product Owner: Verantwortet Backlog, priorisiert
  • Scrum Master: Prozesshüter, beseitigt Hindernisse
  • Development Team: Selbstorganisiert, liefert Inkrement
Artefakte:
  • Product Backlog: Priorisierte Anforderungsliste
  • Sprint Backlog: Aufgaben für aktuellen Sprint
  • Inkrement: Fertiges, nutzbares Teilergebnis
Events:
  • Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Retrospektive
Scrum Master ≠ Projektleiter! Er führt nicht das Team, sondern den Prozess.
Schnelltest: Scrum-Rollen

Wer priorisiert das Product Backlog?

Wer beseitigt Hindernisse im Prozess?

Typische Sprint-Dauer in Wochen:

Netzplantechnik
Aufbau eines Netzplan-Knotens FAZ Dauer FEZ Vorgangsname SAZ GP SEZ Frühester Anfang Frühestes Ende Spätester Anfang Spätestes Ende Formeln: FEZ = FAZ + Dauer | SAZ = SEZ - Dauer | GP = SAZ - FAZ Vorwärts: FAZ → FEZ | Rückwärts: SEZ → SAZ Kritischer Pfad = Alle Vorgänge mit GP = 0
Netzplan-Knoten mit allen Zeitwerten
Begriffe:
Begriff Abk. Bedeutung
Frühester AnfangFAZFrühestmöglicher Start
Frühestes EndeFEZFAZ + Dauer
Spätester AnfangSAZSEZ - Dauer
Spätestes EndeSEZSpätester Abschluss ohne Verzug
GesamtpufferGPSAZ - FAZ (oder SEZ - FEZ)
Freier PufferFPFAZ(Nachfolger) - FEZ(Vorgang)
Kritischer Pfad = Alle Vorgänge mit Puffer = 0
Bestimmt die Mindestprojektdauer. Verzögerung → Projektverzug!
„Ermitteln Sie den kritischen Pfad und die Gesamtprojektdauer."
Schnelltest: Netzplan-Rechnung

FAZ=5, Dauer=3. Wie lautet FEZ?

SEZ=12, Dauer=4. Wie lautet SAZ?

FAZ=3, SAZ=3. Wie groß ist GP?

Gantt-Diagramm
Zweck: Visualisierung von Projektabläufen auf Zeitachse

Elemente:
  • Horizontale Balken = Vorgangsdauer
  • Abhängigkeiten durch Pfeile
  • Meilensteine als Rauten
Vorteile:
  • Übersichtliche Zeitplanung
  • Parallele Vorgänge erkennbar
  • Fortschrittskontrolle möglich
Nachteile:
  • Pufferzeiten nicht direkt sichtbar
  • Kritischer Pfad nicht automatisch erkennbar
Netzplan für Berechnung, Gantt für Kommunikation und Übersicht.
Lastenheft vs. Pflichtenheft
Kriterium Lastenheft Pflichtenheft
Ersteller Auftraggeber (Kunde) Auftragnehmer (Dienstleister)
Inhalt WAS soll erreicht werden? WIE wird es umgesetzt?
Perspektive Fachlich, Anforderungen Technisch, Lösungskonzept
Verbindlichkeit Grundlage für Angebot Vertragsbestandteil
Verwechslung Lastenheft ↔ Pflichtenheft ist ein häufiger Fehler! Merke: Kunde = Last, Dienstleister = Pflicht
/ Teamarbeit & Kommunikation Prüfungsrelevant
Teamphasen nach Bruce Tuckman
Das Phasenmodell der Teamentwicklung:
Jedes Team durchläuft nach Bruce Tuckman typische Entwicklungsphasen.

Phasen der Teamentwicklung nach Tuckman FORMING Orientierung Kennenlernen STORMING Konflikte Machtkämpfe NORMING Regeln bilden Kooperation PERFORMING Hochleistung Effizienz (ADJOURNING) Auflösung Leistung
Die 4+1 Phasen der Teamentwicklung
Phase Kennzeichen Aufgabe Projektleiter
1. Forming Orientierung, Unsicherheit, Höflichkeit Klare Strukturen und Ziele geben
2. Storming Konflikte, Machtkämpfe, Widerstand Moderieren, Schlichten, Aushalten
3. Norming Regeln entwickeln, Rollen akzeptiert Vereinbarungen festigen
4. Performing Hochleistung, Selbstorganisation Freiraum geben, unterstützen
(5. Adjourning) Auflösung, Abschied, Reflexion Würdigung, Lessons Learned
Die Storming-Phase ist unvermeidbar und wichtig! Konflikte sind normal und führen zu besserer Zusammenarbeit, wenn sie konstruktiv gelöst werden.
„Beschreiben Sie die Phasen der Teamentwicklung nach Tuckman."
Reflexion & Retrospektive
Lessons Learned:
Gemeinsame kritische Analyse der bisherigen Zusammenarbeit und der Ergebnisse:
  • Offenes Ansprechen von Erfolgen und Problemen
  • Gemeinsame Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen
  • Dokumentation für zukünftige Projekte
Scrum-Retrospektive:
Regelmäßige Reflexion nach jedem Sprint: „Wie kann der Prozess und die Zusammenarbeit im Team verbessert werden?"
  • Was lief gut? – Stärken identifizieren
  • Was lief schlecht? – Probleme benennen
  • Was wollen wir verbessern? – Maßnahmen ableiten
Konstruktive Kritik:
  1. Wahrnehmung schildern: Konkret, nicht interpretieren
  2. Nicht verallgemeinern: „Immer" und „nie" vermeiden
  3. Auswirkungen aufzeigen: Was ist die Folge?
  4. Ich-Botschaft senden: „Ich empfinde..." statt „Du bist..."
  5. Wunsch äußern: Konkrete Änderung vorschlagen
Feedback-Regeln: Konkret, zeitnah, Ich-Botschaften, Wünsche formulieren!
Kommunikation & Verhandlung
„Communication is what the listener does" (Peter Drucker)
Nicht was gesendet wird zählt, sondern was ankommt!

Adressatengerechte Kommunikation:
  • An Wissensstand des Empfängers anpassen
  • Fachbegriffe erklären oder vermeiden
  • Unterschiedliche Stakeholder = unterschiedliche Sprache
Das Harvard-Konzept (sachbezogenes Verhandeln):
Prinzip Erklärung
Menschen und Interessen trennen Sachliche und persönliche Ebene unterscheiden
Fokus auf Interessen, nicht Positionen Hinter Forderungen stecken Bedürfnisse
Entscheidungsoptionen entwickeln Gemeinsam kreative Lösungen suchen
Objektive Kriterien anwenden Neutrale Maßstäbe zur Bewertung nutzen
Win-Win-Strategie:
Ziel ist eine Konfliktlösung ohne Verlierer – beide Seiten profitieren.

BATNA: Best Alternative To a Negotiated Agreement
Die beste Alternative, falls keine Einigung erzielt wird. Wichtig: Eigene BATNA kennen stärkt die Verhandlungsposition!
„Erläutern Sie die vier Grundprinzipien des Harvard-Konzepts."
Das Vier-Ohren-Modell (Schulz von Thun):
Jede Nachricht enthält vier Botschaften gleichzeitig:
Ebene Beschreibung Beispiel: „Sie haben nicht pünktlich geliefert"
Sachebene Reiner Fakt, Information „Die Lieferung kam zu spät."
Appell Aufforderung, Handlungswunsch „Liefern Sie pünktlich!"
Beziehung Gefühlsebene zum Gegenüber „Ich bin unzufrieden mit Ihnen."
Selbstoffenbarung Info über den Sender selbst „Ich kontrolliere Ihre Leistungen genau."
Im IT-Support: Auf dem richtigen „Ohr" hören vermeidet Konflikte – oft steckt hinter einer Beschwerde ein konkreter Appell.
Arbeitsorganisation
Formen der Arbeitsorganisation:
Form Beschreibung Einsatz
Gruppenarbeit Team arbeitet gemeinsam an Aufgabe Komplexe Projekte
Pair Programming Zwei Entwickler, ein Rechner Softwareentwicklung, Wissenstransfer
Einzelarbeit Individuelle Bearbeitung Konzentration, spezialisierte Aufgaben
Diversity und Interkulturalität:
  • Vielfalt im Team als Stärke nutzen
  • Unterschiedliche Perspektiven einbeziehen
  • Kulturelle Unterschiede respektieren
  • Sprachbarrieren überwinden
Fehlerkultur:
  • Fehler als Lernchance verstehen
  • Offene Kommunikation ohne Schuldzuweisungen
  • Fokus auf Ursachenbeseitigung, nicht Bestrafung
  • Psychologische Sicherheit im Team
Eine positive Fehlerkultur erhöht Innovationsfähigkeit und Mitarbeiterzufriedenheit!
Betriebsrat & Arbeitsrecht
Betriebsrat – Rechte und Pflichten:
Aspekt Beschreibung
Voraussetzung Mindestens 5 wahlberechtigte Arbeitnehmer
Mitbestimmung Arbeitszeit, Urlaub, Sozialeinrichtungen
Mitwirkung Personalplanung, Kündigungen, Einstellungen
Informationsrecht Wirtschaftliche Lage, Personalplanung
Kündigung – Grundlagen:
  • Gesetzliche Kündigungsfrist: 4 Wochen zum 15. oder Monatsende
  • Verlängerte Fristen: Je nach Betriebszugehörigkeit
  • Ordentliche Kündigung: Mit Frist, Begründung bei Betriebsratspflicht
  • Außerordentliche Kündigung: Fristlos bei wichtigem Grund
Notwendige Unterlagen bei Kündigung:
  • Arbeitszeugnis
  • Lohnsteuerbescheinigung
  • Arbeitsbescheinigung (für Arbeitsagentur)
  • Urlaubsbescheinigung
„Nennen Sie drei Rechte des Betriebsrats."
Selbsttest Teamarbeit
1. Wie heißen die 4 Phasen der Teamentwicklung nach Tuckman?
2. Ab wie vielen wahlberechtigten Arbeitnehmern kann ein Betriebsrat gegründet werden?
3. Wie heißt das Konzept für sachbezogenes Verhandeln?
4. In welcher Tuckman-Phase entstehen typischerweise Konflikte?
/ UML-Diagramme & BPMN NEU AB 2024
UML Grundlagen
Was ist UML?
UML (Unified Modeling Language) ist eine standardisierte Modellierungssprache zur Visualisierung, Spezifikation und Dokumentation von Software-Systemen.

Wichtige UML-Diagrammtypen für AP1:
Diagrammtyp Zweck Verwendung
Aktivitätsdiagramm Abläufe und Prozesse darstellen Workflows, Geschäftsprozesse
Use-Case-Diagramm Anwendungsfälle zeigen Anforderungsanalyse
Klassendiagramm Struktur von Klassen Softwarearchitektur
Sequenzdiagramm Zeitliche Abfolge von Nachrichten Kommunikationsabläufe
Aktivitätsdiagramme und Use-Case-Diagramme sind besonders prüfungsrelevant für AP1!
Aktivitätsdiagramm
Beispiel: Login-Prozess als Aktivitätsdiagramm Startknoten Daten eingeben gültig? [nein] Fehler zeigen [ja] Login durchführen Endknoten Legende Start Ende Aktion Entscheidung Kontrollfluss
Beispiel eines Aktivitätsdiagramms mit Entscheidung
Elemente eines Aktivitätsdiagramms:
Symbol Name Bedeutung
● Startknoten Beginn des Ablaufs (gefüllter Kreis)
◉ Endknoten Ende des Ablaufs (Kreis mit Punkt)
▢ Aktion/Aktivität Einzelne Tätigkeit (abgerundetes Rechteck)
◇ Entscheidung Verzweigung mit Bedingungen (Raute)
═ Synchronisationsbalken Parallele Abläufe (Fork/Join)
→ Kontrollfluss Verbindung zwischen Elementen (Pfeil)
Swimlanes (Schwimmbahnen):
Vertikale oder horizontale Bereiche zur Darstellung von Zuständigkeiten verschiedener Akteure oder Abteilungen.

„Erstellen Sie ein Aktivitätsdiagramm für den Prozess der Benutzeranmeldung."
Use-Case-Diagramm
Beispiel: Online-Shop Use-Case-Diagramm Online-Shop System Kunde Admin Produkte ansehen Produkt kaufen Bezahlen Rabatt eingeben Produkte verwalten «include» «extend» Legende Akteur Use Case Assoziation
Beispiel eines Use-Case-Diagramms mit include und extend
Elemente:
  • Akteur: Strichmännchen – Benutzer oder externes System
  • Use Case: Ellipse – Anwendungsfall/Funktion
  • Systemgrenze: Rechteck – Grenzt das System ab
  • Assoziation: Linie – Verbindung Akteur ↔ Use Case
Beziehungen zwischen Use Cases:
  • «include»: Ein Use Case enthält immer einen anderen
  • «extend»: Optionale Erweiterung unter Bedingungen
Use Cases beschreiben WAS das System tun soll – nicht WIE!
„Erstellen Sie ein Use-Case-Diagramm für ein Bibliothekssystem mit den Akteuren Nutzer und Bibliothekar."
Klassendiagramm
Beispiel: Klassendiagramm für ein Bestellsystem Kunde - kundenNr: int - name: String - email: String + bestellen(): void Bestellung - bestellNr: int - datum: Date - status: String + berechneTotal(): double + stornieren(): void Produkt - produktNr: int - bezeichnung: String - preis: double + getPreis(): double 1 * tätigt * * enthält «abstract» Zahlungsart + bezahlen(): void verwendet Kreditkarte + bezahlen(): void PayPal + bezahlen(): void Legende Sichtbarkeit: + public - private # protected Beziehungen: Assoziation Aggregation Komposition
Beispiel eines Klassendiagramms mit Vererbung und Beziehungen
Aufbau einer Klasse:
Bereich Inhalt Beispiel
Kopf Klassenname (fett) Kunde
Attribute Eigenschaften der Klasse - name: String
Methoden Funktionen/Operationen + getName(): String
Kardinalitäten (Multiplizitäten):
  • 1 – Genau eins
  • 0..1 – Null oder eins
  • * – Beliebig viele (0 bis n)
  • 1..* – Mindestens eins
„Erstellen Sie ein Klassendiagramm für ein Bibliothekssystem mit Buch, Autor und Ausleihe."
Sequenzdiagramm
Beispiel: Login-Prozess als Sequenzdiagramm :Benutzer :LoginForm :AuthService :Datenbank 1: eingeben(user, pass) 2: validate(user, pass) 3: findUser(user) 4: userData 5: isValid = true 6: showSuccess() alt [isValid = false] → showError() Legende Nachricht Rückantwort Aktivierung
Beispiel eines Sequenzdiagramms mit Objekten und Nachrichten
Elemente eines Sequenzdiagramms:
Element Darstellung Bedeutung
Objekt/Akteur Rechteck mit :Name Beteiligte Instanz
Lebenslinie Gestrichelte vertikale Linie Existenz über Zeit
Aktivierung Schmales Rechteck auf Lebenslinie Objekt ist aktiv
Nachricht Pfeil (durchgezogen) Methodenaufruf
Rückantwort Pfeil (gestrichelt) Rückgabewert
Fragment (alt/loop) Umrandeter Bereich Bedingung oder Schleife
Fragmenttypen:
  • alt: Alternative Abläufe (if-else)
  • loop: Wiederholungen (Schleifen)
  • opt: Optionaler Ablauf (if ohne else)
  • par: Parallele Abläufe
Sequenzdiagramme zeigen die zeitliche Abfolge von Nachrichten zwischen Objekten – von oben nach unten!
„Erstellen Sie ein Sequenzdiagramm für den Prozess einer Online-Bestellung."
BPMN Prozessmodellierung
Was ist BPMN?
BPMN (Business Process Model and Notation) ist ein Standard zur grafischen Darstellung von Geschäftsprozessen. Im Gegensatz zu UML speziell für Geschäftsabläufe entwickelt.

Aspekt UML-Aktivitätsdiagramm BPMN
Fokus Softwareabläufe Geschäftsprozesse
Zielgruppe Entwickler Fachbereich & IT
Detailgrad Technisch Geschäftlich
Events Begrenzt Vielfältige Ereignistypen
In der Prüfung können sowohl UML-Aktivitätsdiagramme als auch BPMN-Diagramme vorkommen. Achten Sie auf die Aufgabenstellung!
BPMN-Elemente
BPMN Symbole im Überblick Ereignisse Start Zwischen Ende Aktivitäten Aufgabe Task + Sub- Teilprozess Gateways X XOR (exklusiv) + AND (parallel) Beispiel: Bestellprozess Bestellung Kunde Shop Bestellen Prüfen X ja Versenden
BPMN Symbole und Beispiel mit Pools und Lanes
Flussobjekte:
Element Symbol Bedeutung
Startereignis ○ (Kreis, dünn) Prozessstart
Zwischenereignis ◎ (Kreis, doppelt) Ereignis während des Prozesses
Endereignis ● (Kreis, dick) Prozessende
Aufgabe (Task) ▢ (Rechteck, abgerundet) Einzelne Aktivität
Gateway ◇ (Raute) Verzweigung/Zusammenführung
Gateway-Typen:
  • XOR (Exklusiv): Nur ein Weg möglich – ◇ mit X
  • AND (Parallel): Alle Wege gleichzeitig – ◇ mit +
  • OR (Inklusiv): Ein oder mehrere Wege – ◇ mit ○
Pools und Lanes:
  • Pool: Repräsentiert eine Organisation oder einen Prozess
  • Lane: Unterteilt Pool in Verantwortungsbereiche (z.B. Abteilungen)
„Modellieren Sie den Bestellprozess als BPMN-Diagramm mit den Beteiligten Kunde, Vertrieb und Lager."
/ Datenschutz & DSGVO
Grundlagen DSGVO
Video-Empfehlung: DSGVO einfach erklärt
Personenbezogene Daten:
Alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen.
  • Name, Adresse, Geburtsdatum
  • E-Mail, Telefonnummer
  • IP-Adresse, Cookies
  • Standortdaten, Kontodaten
Besondere Kategorien (Art. 9):
  • Gesundheitsdaten
  • Biometrische Daten
  • Religiöse/politische Überzeugungen
  • Ethnische Herkunft
IP-Adressen sind personenbezogene Daten – auch dynamische!
Grundsätze der Verarbeitung
Grundsatz Bedeutung
Rechtmäßigkeit Verarbeitung nur mit Rechtsgrundlage
Zweckbindung Nur für festgelegte Zwecke
Datenminimierung Nur notwendige Daten erheben
Richtigkeit Daten aktuell und korrekt halten
Speicherbegrenzung Löschen nach Zweckerfüllung
Integrität & Vertraulichkeit Technische Sicherheit gewährleisten
Privacy by Design & Privacy by Default: Datenschutz von Anfang an einplanen!
Betroffenenrechte
  • Auskunftsrecht (Art. 15): Welche Daten werden verarbeitet?
  • Berichtigung (Art. 16): Falsche Daten korrigieren
  • Löschung (Art. 17): „Recht auf Vergessenwerden"
  • Einschränkung (Art. 18): Verarbeitung begrenzen
  • Datenübertragbarkeit (Art. 20): Daten mitnehmen
  • Widerspruch (Art. 21): Verarbeitung stoppen
„Ein Kunde verlangt Auskunft über seine gespeicherten Daten. Wie ist vorzugehen?"
Schnelltest: DSGVO-Rechte

„Recht auf Vergessenwerden" = Artikel:

Auskunftsrecht = Artikel:

Daten zu anderem Anbieter mitnehmen = Recht auf:

Rechtsgrundlagen der Verarbeitung
Verarbeitung ist nur erlaubt, wenn eine Rechtsgrundlage vorliegt (Art. 6 DSGVO):
Rechtsgrundlage Anwendungsfall
Einwilligung Newsletter, Marketing, Cookies
Vertragserfüllung Bestellung abwickeln, Lieferung
Rechtliche Verpflichtung Steuerliche Aufbewahrung
Berechtigtes Interesse Betrugsprävention, IT-Sicherheit
Einwilligung muss freiwillig, informiert, spezifisch und eindeutig sein!
TOM – Technisch-Organisatorische Maßnahmen
Technische Maßnahmen:
  • Verschlüsselung (Transport/Speicherung)
  • Pseudonymisierung
  • Zugriffskontrollen
  • Backup & Recovery
  • Firewall, Antivirus
Organisatorische Maßnahmen:
  • Berechtigungskonzepte
  • Mitarbeiterschulungen
  • Verfahrensdokumentation
  • Datenschutzbeauftragter
  • Notfallpläne
„Nennen Sie drei technische Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten."
/ IT-Sicherheit
Schutzziele (CIA-Triade)
Video-Empfehlung: CIA-Triade IT-Sicherheit
Die CIA-Triade der IT-Sicherheit IT Security C i Confidentiality Vertraulichkeit: Nur Berechtigte haben Zugang I i Integrity Integrität: Daten sind unverändert A i Availability Verfügbarkeit: Systeme sind erreichbar
Die drei Grundpfeiler der IT-Sicherheit
Schutzziel Englisch Bedeutung
Vertraulichkeit Confidentiality Nur Berechtigte haben Zugang
Integrität Integrity Daten sind unverändert/korrekt
Verfügbarkeit Availability Systeme sind erreichbar
Erweiterte Schutzziele:
  • Authentizität: Echtheit nachweisbar
  • Verbindlichkeit: Handlungen nicht abstreitbar
  • Zurechenbarkeit: Aktionen nachvollziehbar
CIA = Confidentiality, Integrity, Availability – die Basis jeder Sicherheitsbetrachtung!
Schnelltest: CIA-Triade

Nur Berechtigte haben Zugang = Schutzziel:

Systeme sind jederzeit erreichbar = Schutzziel:

Daten wurden nicht manipuliert = Schutzziel:

Technische Schutzmaßnahmen
Maßnahme Beschreibung Schutzziel
Firewall Kontrolliert Netzwerkverkehr Vertraulichkeit, Integrität
Verschlüsselung Daten unlesbar ohne Schlüssel Vertraulichkeit
Antivirus Erkennt Schadsoftware Integrität, Verfügbarkeit
Backup Datensicherung Verfügbarkeit
Updates/Patches Schließen Sicherheitslücken Alle drei
Zugriffsrechte Need-to-know-Prinzip Vertraulichkeit
Organisatorische Maßnahmen
Richtlinien & Policies:
  • Passwortrichtlinie (Komplexität, Wechsel)
  • Clean Desk Policy
  • Bildschirmsperre bei Abwesenheit
  • Verbot privater USB-Sticks
  • Trennung privat/beruflich
Mobile Sicherheit (Home-Office):
  • VPN-Pflicht
  • Mobile Device Management (MDM)
  • Container-Apps
  • Festplattenverschlüsselung
Jeder Mitarbeiter trägt Verantwortung – Awareness-Schulungen sind Pflicht!
Bedrohungen & Angriffe
Angriff Beschreibung
Phishing Täuschung zur Dateneingabe
Ransomware Verschlüsselung gegen Lösegeld
DDoS Überlastung durch Massenanfragen
Man-in-the-Middle Abhören/Manipulation der Kommunikation
Social Engineering Manipulation von Menschen
SQL-Injection Einschleusen von SQL-Befehlen
Brute Force Passwort durchprobieren
Social Engineering zielt auf den Menschen – nicht auf Technik!
Schutzmaßnahmen
Technisch:
  • Firewall (Paketfilter, Application)
  • Antivirus/Antimalware
  • Verschlüsselung (AES, TLS)
  • VPN für sichere Verbindungen
  • Intrusion Detection/Prevention (IDS/IPS)
  • Regelmäßige Updates & Patches
Organisatorisch:
  • Sicherheitsrichtlinien
  • Awareness-Schulungen
  • Berechtigungskonzepte (Need-to-know)
  • Incident Response Plan
  • Regelmäßige Audits
„Welche Maßnahmen schützen vor einem Ransomware-Angriff?"
Schnelltest: Angriffe erkennen

Täuschung per E-Mail zur Dateneingabe heißt:

Verschlüsselung gegen Lösegeld heißt:

Manipulation von Menschen (nicht Technik):

Authentifizierung
Faktoren der Authentifizierung:
Faktor Beschreibung Beispiel
Wissen Etwas, das man weiß Passwort, PIN
Besitz Etwas, das man hat Token, Smartcard
Biometrie Etwas, das man ist Fingerabdruck, Gesicht
Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA):
Kombination aus mindestens 2 verschiedenen Faktoren → erhöhte Sicherheit
„Erläutern Sie, warum MFA sicherer ist als ein einfaches Passwort."
Schnelltest: Authentifizierungsfaktoren

Passwort/PIN gehört zum Faktor:

Fingerabdruck gehört zum Faktor:

Smartcard/Token gehört zum Faktor:

Verschlüsselungsverfahren
SYMMETRISCH Sender Schlüssel Verschlüsseln Empfänger 1 Schlüssel für beide! ASYMMETRISCH Sender Public Key Verschlüsseln Empfänger Private Key 2 verschiedene Schlüssel! Vergleich der Verfahren Symmetrisch: AES, DES - Schnell, aber Schlüsselaustausch problematisch Asymmetrisch: RSA, ECC - Langsamer, aber sicherer Schlüsselaustausch Hybrid (TLS): Asymmetrisch für Schlüsseltausch, dann symmetrisch für Daten Prüfung: Public Key verschlüsselt, Private Key entschlüsselt!
Symmetrische vs. Asymmetrische Verschlüsselung
Kriterium Symmetrisch Asymmetrisch
Schlüssel Ein Schlüssel für beide Schlüsselpaar (öffentlich/privat)
Geschwindigkeit Schnell Langsamer
Problem Schlüsselaustausch Rechenaufwand
Beispiele AES, DES, 3DES RSA, ECC
Einsatz Datenverschlüsselung Schlüsselaustausch, Signaturen
Hybride Verschlüsselung: Asymmetrisch für Schlüsselaustausch, symmetrisch für Daten (z.B. TLS/HTTPS).
Hash-Werte & Integrität
Was ist ein Hash-Wert?
Ein Hash ist ein digitaler Fingerabdruck einer Datei – eine feste Zeichenfolge, die aus beliebig großen Daten berechnet wird.

Eigenschaften:
  • Eindeutig: Gleiche Eingabe → immer gleicher Hash
  • Einwegfunktion: Aus Hash kann Originalinhalt nicht zurückgerechnet werden
  • Lawineneffekt: Kleine Änderung → komplett anderer Hash
  • Feste Länge: Unabhängig von Eingabegröße
Gängige Hash-Algorithmen:
Algorithmus Länge Status
MD5 128 Bit (32 Hex-Zeichen) Unsicher, veraltet
SHA-1 160 Bit (40 Hex-Zeichen) Veraltet
SHA-256 256 Bit (64 Hex-Zeichen) Aktueller Standard
Anwendung bei Software-Downloads:
Hersteller veröffentlichen den Hash-Wert der Originaldatei. Nach dem Download berechnet der Nutzer den Hash und vergleicht:
  • Hash stimmt überein: Datei ist unverändert/authentisch
  • Hash weicht ab: Datei wurde manipuliert oder fehlerhaft übertragen
„Erläutern Sie den Zweck der Verwendung eines Hashwerts beim Softwaredownload."
Hash-Werte schützen die Integrität – sie beweisen, dass eine Datei nicht verändert wurde.
BSI IT-Grundschutz
Was ist der BSI IT-Grundschutz?
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bietet einen systematischen Ansatz zum Aufbau eines Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS). Bausteine des BSI-Grundschutzes:
Schicht Bereich Beispiele
ISMS Organisation & Prozesse Sicherheitsmanagement, Richtlinien
ORP Organisation & Personal Schulungen, Rollen, Personal
CON Konzepte & Vorgehensweisen Kryptografie, Datensicherung
OPS Betrieb Patch-Management, Monitoring
DER Detektion & Reaktion Incident Response, Forensik
APP Anwendungen Webanwendungen, E-Mail, Office
SYS IT-Systeme Server, Clients, Mobile Devices
NET Netze & Kommunikation Netzwerkarchitektur, VPN, WLAN
INF Infrastruktur Gebäude, Rechenzentrum
Vorgehensmodell:
  1. Strukturanalyse: IT-Infrastruktur erfassen
  2. Schutzbedarfsfeststellung: Normal, Hoch, Sehr hoch
  3. Modellierung: Bausteine zuordnen
  4. IT-Grundschutz-Check: Soll-Ist-Vergleich
  5. Risikoanalyse: Ergänzend bei hohem Schutzbedarf
  6. Konsolidierung: Maßnahmen umsetzen
Der BSI-Grundschutz bietet einen praxisnahen, standardisierten Weg zur IT-Sicherheit – wichtig für IHK und Praxis!
Schutzbedarfskategorien (BSI):
Kategorie Schadenshöhe Auswirkungen Beispiel
Normal < 50.000 € Begrenzt, tolerierbar Kantinen-Menü-App, Drucker
Hoch 50.000 – 500.000 € Erheblich, Ansehensschaden Kundendatenbank, CRM-System
Sehr hoch > 500.000 € Existenzbedrohend, katastrophal Patientendaten, Bankdaten, KRITIS
Schutzziele für IT-Komponenten (Beispiel Router):
  • Vertraulichkeit (Hoch): Über externe Verbindungen werden vertrauliche Daten übertragen
  • Integrität (Normal): Fehlerhafte Daten können vom Router erkannt werden
  • Verfügbarkeit (Normal): Kurzer Ausfall kann toleriert werden
Schnelltest: BSI Schutzbedarfskategorien

Schaden 80.000 € = Kategorie:

Existenzbedrohende Auswirkungen = Kategorie:

Patientendaten/Bankdaten gehören zu Kategorie:

„Erläutern Sie die Vorgehensweise nach BSI IT-Grundschutz."
Backup-Strategien & Datensicherung
Backup-Arten im Überblick:
Typ Sichert Speicherbedarf Wiederherstellung
Vollbackup Alle Daten Hoch Schnell (1 Backup)
Inkrementell Änderungen seit letztem Backup Niedrig Langsam (alle Stufen)
Differenziell Änderungen seit letztem Vollbackup Mittel Mittel (Voll + 1)
Mo Di Mi Do Fr Sa VOLL +Δ1 +Δ2 +Δ3 +Δ4 VOLL Vollbackup Inkrementell (nur Änderungen seit letztem Backup) Inkrementelles Backup-Schema
3-2-1-Backup-Regel:
  • 3 Kopien der Daten (Original + 2 Backups)
  • 2 verschiedene Medientypen (z.B. NAS + Band)
  • 1 Kopie extern/offsite (z.B. Cloud oder anderer Standort)
Backup-Medien:
  • NAS: Netzwerkspeicher, schnell, automatisierbar
  • Band (Tape): Langzeitarchivierung, günstig pro TB
  • Cloud: Offsite-Sicherung, skalierbar
  • Externe HDD/SSD: Portabel, für Einzelsicherungen
RTO (Recovery Time Objective): Maximale Zeit bis zur Wiederherstellung
RPO (Recovery Point Objective): Maximaler akzeptabler Datenverlust (in Zeit)
Großvater-Vater-Sohn-Prinzip (Generationenprinzip):

Klassisches Rotationsschema für Backup-Medien mit 20 Datenträgern:

Generation Bezeichnung Rotation Anzahl Medien
Sohn Tägliche Backups Mo-Do, wöchentliche Rotation 4
Vater Wöchentliche Backups Jeden Freitag, monatliche Rotation 4
Großvater Monatliche Backups Letzter Freitag im Monat, jährlich 12
IHK-relevant: 4 Sohn + 4 Vater + 12 Großvater = 20 Medien für komplettes Jahr!
Selbsttest: Wie viele Backup-Medien werden beim Großvater-Vater-Sohn-Prinzip benötigt?
„Erklären Sie den Unterschied zwischen inkrementellem und differenziellem Backup."
Firewall-Typen & Netzwerksicherheit
Firewall-Typen:
Typ Arbeitet auf Filterung
Paketfilter OSI Schicht 3-4 IP-Adressen, Ports
Stateful Inspection OSI Schicht 3-4 + Verbindungsstatus
Application Layer (WAF) OSI Schicht 7 Inhalte, Protokolle (HTTP, SQL)
Next-Gen Firewall (NGFW) Alle Schichten Deep Packet Inspection, IPS
DMZ (Demilitarisierte Zone):
Netzwerkbereich zwischen Internet und internem Netz für öffentlich erreichbare Dienste (Webserver, Mailserver).
Internet FW DMZ Webserver Mailserver FW Internes Netz Clients, Datenbank Fileserver Äußere FW schützt DMZ, innere FW schützt Intranet
IDS vs. IPS:
  • IDS (Intrusion Detection System): Erkennt Angriffe, meldet (passiv)
  • IPS (Intrusion Prevention System): Erkennt und blockiert Angriffe (aktiv)
„Erklären Sie den Unterschied zwischen IDS und IPS."
Digitale Signaturen & Zertifikate
Digitale Signatur:
Gewährleistet Authentizität und Integrität einer Nachricht durch asymmetrische Kryptographie. Ablauf der digitalen Signatur:
  1. Sender erstellt Hash der Nachricht
  2. Hash wird mit Private Key des Senders verschlüsselt → Signatur
  3. Nachricht + Signatur werden gesendet
  4. Empfänger entschlüsselt Signatur mit Public Key des Senders
  5. Empfänger vergleicht Hashes → Übereinstimmung = authentisch & unverändert
Signatur ≠ Verschlüsselung!
Signatur: Private Key des Senders (Authentizität)
Verschlüsselung: Public Key des Empfängers (Vertraulichkeit)
Digitale Zertifikate (X.509):
Ein Zertifikat bindet einen öffentlichen Schlüssel an eine Identität, bestätigt durch eine Zertifizierungsstelle (CA). Zertifikatsinhalt:
  • Inhaber (Subject)
  • Öffentlicher Schlüssel
  • Aussteller (Issuer/CA)
  • Gültigkeitszeitraum
  • Signatur der CA
PKI (Public Key Infrastructure):
  • CA (Certificate Authority): Stellt Zertifikate aus
  • RA (Registration Authority): Prüft Identitäten
  • CRL (Certificate Revocation List): Liste widerrufener Zertifikate
  • OCSP: Online-Prüfung der Zertifikatsgültigkeit
„Erläutern Sie, wie eine digitale Signatur die Authentizität einer Nachricht sicherstellt."
Selbsttest IT-Sicherheit
1. Wofür steht die Abkürzung BSI?
2. Welche Backup-Art sichert alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup?
3. Was unterscheidet IPS von IDS?
4. Mit welchem Schlüssel wird bei einer digitalen Signatur der Hash verschlüsselt?
/ Speichermedien
Speicherarten
Typ HDD SSD
Technologie Magnetisch, mechanisch Flash-Speicher
Geschwindigkeit ~150 MB/s 500-7000 MB/s
Stoßfestigkeit Empfindlich Robust
Preis/GB Günstig Teurer
Kapazität Bis 20+ TB Bis 8 TB
Einsatz Archiv, Backup OS, Anwendungen
SSD-Schnittstellen:
  • SATA: Bis 600 MB/s, ältere Systeme
  • NVMe (PCIe): Bis 7000+ MB/s, modern
Green-IT & Umweltzeichen
Definition Green-IT:
Umweltgerechte Gestaltung der IT über den gesamten Lebenszyklus: Herstellung, Betrieb und Entsorgung. Green-IT Maßnahmen:
  • Virtualisierung: Mehrere Server auf einem Host reduziert Stromverbrauch
  • Videokonferenzen: Statt Dienstreisen (Teams, Zoom)
  • Stromsparmodi: Automatische Abschaltung bei Inaktivität
  • Thin-Clients: Geringerer Energieverbrauch als Fat-Clients
Wichtige Umweltzeichen für IT-Hardware:
Zeichen Herkunft Bedeutung
Energy Star USA (EPA) Energieeffizienz, Stromsparmodus, <0,5W Standby
Blauer Engel Deutschland (BMU) Schadstoffarm, langlebig, recycelbar
WEEE-Richtlinie EU Fachgerechte Entsorgung von Elektro-Altgeräten
Recycling von IT-Produkten:
  • Elektrogeräte gehören nicht in den Hausmüll
  • Hersteller sind für Produkte über gesamte Lebensdauer verantwortlich
  • Enthält wertvolle Rohstoffe (Gold, Kupfer) und giftige Substanzen (Blei)
Der Blaue Engel ist das älteste Umweltzeichen der Welt – oft Voraussetzung bei öffentlichen Ausschreibungen.
Selbsttest: Welches US-amerikanische Umweltzeichen bescheinigt Geräten die Einhaltung von Energiespar-Standards?
/ Betriebssysteme & Softwareinstallation
Aufgaben eines Betriebssystems
  • Prozessverwaltung: CPU-Zeit zuteilen, Multitasking
  • Speicherverwaltung: RAM zuweisen, virtueller Speicher
  • Dateiverwaltung: Dateisysteme (NTFS, ext4, APFS)
  • Geräteverwaltung: Treiber, Hardware-Abstraktion
  • Benutzerverwaltung: Konten, Rechte, Authentifizierung
  • Netzwerk: Protokolle, Verbindungen
„Nennen Sie vier Aufgaben eines Betriebssystems."
Lizenzmodelle
Modell Beschreibung
Proprietär Geschlossener Quellcode, Nutzungsrecht
Open Source Quellcode offen, verschiedene Lizenzen
Freeware Kostenlos, aber nicht Open Source
Shareware Testversion, danach Kauf
SaaS Nutzung als Dienst, Abo-Modell
Volumenlizenz Für mehrere Installationen
Open Source Lizenzen:
  • GPL: Copyleft, Ableitungen müssen GPL sein
  • MIT/BSD: Permissiv, wenige Einschränkungen
  • Apache: Permissiv mit Patentklausel
Software-Deployment
Installationsarten:
  • Manuelle Installation: Einzeln, aufwendig
  • Unattended: Automatisch mit Antwortdatei
  • Image-basiert: Masterkopie verteilen (WDS, Clonezilla)
  • Paketmanagement: apt, yum, chocolatey, winget
  • Softwareverteilung: SCCM, Intune, GPO
Vor- und Nachteile Imaging:
  • Schnell, konsistent, reproduzierbar
  • Pflege des Master-Images erforderlich
  • Hardware-Abhängigkeiten möglich
Standardisierung = weniger Support, weniger Fehler, einfachere Verwaltung.
/ Datenbankmodellierung
Entity-Relationship-Modell
Elemente:
  • Entität: Objekt der realen Welt (Kunde, Produkt)
  • Attribut: Eigenschaft einer Entität (Name, Preis)
  • Beziehung: Verbindung zwischen Entitäten
  • Primärschlüssel: Eindeutige Identifikation
  • Fremdschlüssel: Verweis auf anderen Datensatz
Kardinalitäten:
  • 1:1 – Ein Mitarbeiter hat einen Dienstwagen
  • 1:n – Ein Kunde hat viele Bestellungen
  • n:m – Schüler besuchen viele Kurse
Bei n:m-Beziehungen wird eine Zwischentabelle benötigt!
Normalformen
NF Anforderung
1. NF Atomare Werte, keine Wiederholgruppen
2. NF 1. NF + volle funktionale Abhängigkeit vom PK
3. NF 2. NF + keine transitiven Abhängigkeiten
Beispiel 1. NF Verletzung:
„Telefon: 0123, 0456" → Aufteilen in separate Zeilen/Tabelle

Beispiel 3. NF Verletzung:
PLZ → Stadt (Stadt hängt von PLZ ab, nicht vom PK)
→ Stadt in eigene Tabelle auslagern
Normalisierung reduziert Redundanz und Anomalien!
Datenbanktypen
Typ Struktur Einsatz
Relational Tabellen, SQL ERP, CRM, strukturierte Daten
NoSQL Document JSON-Dokumente Web-Apps, flexible Schemas
NoSQL Key-Value Schlüssel-Wert Cache, Sessions
NoSQL Graph Knoten, Kanten Soziale Netzwerke
„Für welchen Anwendungsfall eignet sich eine relationale Datenbank besser als NoSQL?"
Redundanzen in Datenbanken
Was sind Redundanzen?
Redundanz bedeutet, dass dieselben Daten mehrfach gespeichert werden – also unnötige Doppelungen in der Datenbank.

Beispiel Redundanz:
In einer Kundentabelle wird bei jedem Kunden die vollständige Adresse der Filiale gespeichert, obwohl die Filiale immer dieselbe ist.

Probleme durch Redundanzen:
Problem Beschreibung
Speicherverschwendung Gleiche Daten belegen mehrfach Speicherplatz
Änderungsanomalie Bei Änderung müssen alle Kopien aktualisiert werden
Inkonsistenz Unterschiedliche Werte für dieselbe Information
Löschanomalie Löschen kann ungewollt andere Daten entfernen
Einfügeanomalie Daten können nicht eingefügt werden ohne andere Daten
Lösung: Normalisierung der Datenbank – Aufteilung in mehrere verknüpfte Tabellen

„Erklären Sie den Begriff Redundanz. Beschreiben Sie ein Problem, welches durch Redundanzen entstehen kann."
Redundanzfreiheit durch Normalisierung erhöht die Datenqualität und vermeidet Inkonsistenzen!
SQL-Praxisübungen
Video-Empfehlung: SQL Grundlagen Tutorial
Beispiel-Datenbank:
Tabelle: mitarbeiter
idnameabteilung_idgehalteinstellung
1Müller135002020-01-15
2Schmidt242002019-03-20
3Weber138002021-06-01
4Fischer351002018-09-10
5Meyer239002022-02-14

Tabelle: abteilung
idnamestandort
1ITBerlin
2VertriebMünchen
3PersonalBerlin
SQL 1 SELECT & WHERE
a) Zeigen Sie alle Mitarbeiter mit einem Gehalt über 4000 € an.
b) Listen Sie alle Mitarbeiter der Abteilung mit ID 1 auf.
c) Zeigen Sie Name und Gehalt aller Mitarbeiter, sortiert nach Gehalt absteigend.
Lösung anzeigen ▼
a) Gehalt über 4000:
SELECT * FROM mitarbeiter
WHERE gehalt > 4000;
→ Schmidt (4200), Fischer (5100)
b) Abteilung ID 1:
SELECT * FROM mitarbeiter
WHERE abteilung_id = 1;
→ Müller, Weber
c) Sortiert nach Gehalt:
SELECT name, gehalt FROM mitarbeiter
ORDER BY gehalt DESC;
SQL 2 Aggregatfunktionen
a) Berechnen Sie das Durchschnittsgehalt aller Mitarbeiter.
b) Wie viele Mitarbeiter gibt es insgesamt?
c) Was ist das höchste und niedrigste Gehalt?
d) Berechnen Sie die Gehaltssumme pro Abteilung.
Lösung anzeigen ▼
a) Durchschnittsgehalt:
SELECT AVG(gehalt) AS durchschnitt
FROM mitarbeiter;
→ 4100
b) Anzahl Mitarbeiter:
SELECT COUNT(*) AS anzahl
FROM mitarbeiter;
→ 5
c) MAX und MIN:
SELECT MAX(gehalt) AS hoechstes,
       MIN(gehalt) AS niedrigstes
FROM mitarbeiter;
→ 5100 / 3500
d) Summe pro Abteilung:
SELECT abteilung_id, SUM(gehalt) AS summe
FROM mitarbeiter
GROUP BY abteilung_id;
SQL 3 JOIN
a) Zeigen Sie alle Mitarbeiter mit ihrem Abteilungsnamen an.
b) Listen Sie alle Mitarbeiter auf, die in Berlin arbeiten.
c) Zeigen Sie die Anzahl der Mitarbeiter pro Abteilungsname.
Lösung anzeigen ▼
a) Mitarbeiter mit Abteilungsname:
SELECT m.name, a.name AS abteilung
FROM mitarbeiter m
INNER JOIN abteilung a
ON m.abteilung_id = a.id;
b) Mitarbeiter in Berlin:
SELECT m.name, a.standort
FROM mitarbeiter m
INNER JOIN abteilung a
ON m.abteilung_id = a.id
WHERE a.standort = 'Berlin';
→ Müller, Weber, Fischer
c) Anzahl pro Abteilung:
SELECT a.name, COUNT(*) AS anzahl
FROM mitarbeiter m
INNER JOIN abteilung a
ON m.abteilung_id = a.id
GROUP BY a.name;
SQL 4 INSERT, UPDATE, DELETE
a) Fügen Sie einen neuen Mitarbeiter "Klein" in Abteilung 2 mit Gehalt 3600 € ein.
b) Erhöhen Sie das Gehalt aller IT-Mitarbeiter um 5%.
c) Löschen Sie alle Mitarbeiter mit Gehalt unter 3600 €.
Lösung anzeigen ▼
a) INSERT:
INSERT INTO mitarbeiter
(name, abteilung_id, gehalt, einstellung)
VALUES ('Klein', 2, 3600, '2024-01-01');
b) UPDATE mit Subquery:
UPDATE mitarbeiter
SET gehalt = gehalt * 1.05
WHERE abteilung_id = 1;
c) DELETE:
DELETE FROM mitarbeiter
WHERE gehalt < 3600;
Vorsicht: DELETE ohne WHERE löscht ALLE Datensätze!
SQL-Befehlsübersicht (Prüfungsrelevant):
BefehlFunktionBeispiel
SELECTDaten abfragenSELECT * FROM tabelle
WHEREBedingungWHERE spalte = 'Wert'
ORDER BYSortierenORDER BY spalte ASC/DESC
GROUP BYGruppierenGROUP BY spalte
HAVINGBedingung für GruppenHAVING COUNT(*) > 5
JOINTabellen verknüpfenINNER JOIN t2 ON t1.id = t2.id
INSERTDaten einfügenINSERT INTO t VALUES (...)
UPDATEDaten ändernUPDATE t SET s = 'Neu'
DELETEDaten löschenDELETE FROM t WHERE ...
CREATE TABLETabelle erstellenCREATE TABLE t (...)
ALTER TABLETabelle ändernALTER TABLE t ADD spalte
DROP TABLETabelle löschenDROP TABLE tabelle
Schnelltest: SQL

Welches Schlüsselwort filtert Ergebnisse?

Welche Funktion zählt Datensätze?

Welcher JOIN-Typ zeigt nur übereinstimmende Datensätze?

Welcher Befehl ändert bestehende Daten?

/ Märkte & Bedarfe
Marktanalyse
Marktformen:
  • Monopol: Ein Anbieter
  • Oligopol: Wenige Anbieter
  • Polypol: Viele Anbieter
Analysemethoden:
  • SWOT: Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken
  • Wettbewerbsanalyse: Konkurrenten vergleichen
  • Trendanalyse: Technologische Entwicklungen
„Analysieren Sie das Marktumfeld für Cloud-Dienste anhand einer SWOT-Analyse."
Bedarfsermittlung
Schritte:
  1. Ist-Analyse durchführen
  2. Anforderungen erfassen
  3. Soll-Zustand definieren
  4. Gap-Analyse (Soll-Ist-Vergleich)
  5. Prioritäten festlegen
Anforderungstypen:
  • Funktional: Was soll das System tun?
  • Nicht-funktional: Wie soll es das tun? (Performance, Sicherheit)
Anforderungen immer SMART: Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert.
Technologietrends
Aktuelle Trends (prüfungsrelevant):
  • Cloud Computing: IaaS, PaaS, SaaS
  • Edge Computing: Verarbeitung am Rand
  • KI/ML: Automatisierung, Analysen
  • IoT: Vernetzte Geräte
  • Zero Trust: Kein implizites Vertrauen
  • DevOps/CI/CD: Agile Entwicklung
Trends kennen ist gut, aber immer im Kontext der Anforderung bewerten!
/ Marketing & Angebotsvergleich
Angebotsvergleich
Quantitativer Vergleich:
Kriterium Anbieter A Anbieter B
Listenpreis 10.000 € 9.500 €
– Rabatt – 10% – 5%
= Zieleinkaufspreis 9.000 € 9.025 €
– Skonto (2%) – 180 € – 180,50 €
= Bareinkaufspreis 8.820 € 8.844,50 €
+ Bezugskosten + 150 € + 0 € (frei Haus)
= Bezugspreis 8.970 € 8.844,50 €
Bezugspreis = Listenpreis – Rabatt – Skonto + Bezugskosten
Qualitativer Vergleich
Wenn der Preis nicht allein entscheidet:
  • Lieferzeit: Wie schnell verfügbar?
  • Support: Hotline, SLAs, Reaktionszeit
  • Garantie: Dauer, Umfang
  • Referenzen: Erfahrungen anderer Kunden
  • Zertifizierungen: ISO, Datenschutz
  • Nachhaltigkeit: Umweltstandards
→ Hier wird die Nutzwertanalyse eingesetzt!
Günstigstes Angebot ≠ wirtschaftlichstes Angebot. TCO und Qualität beachten!
„Begründen Sie die Wahl des teureren Anbieters trotz höherem Bezugspreis."
/ Hardware & Infrastruktur
IT-gestützter Arbeitsplatz
Definition:
Ein durch technische und organisatorische Maßnahmen abgesichertes Arbeitsumfeld für sichere IT-Nutzung.

Komponenten:
  • Hardware: PC/Laptop, Monitor, Peripherie
  • Software: OS, Anwendungen, Sicherheitstools
  • Netzwerk: Anbindung, VPN, Firewall
  • Sicherheit: Verschlüsselung, Zugriffsrechte
Schutzziele (CIA):
  • Confidentiality – Vertraulichkeit
  • Integrity – Integrität
  • Availability – Verfügbarkeit
„Nennen Sie drei Maßnahmen zur Absicherung eines IT-Arbeitsplatzes."
Ergonomischer Arbeitsplatz (ArbStättV)
Anforderungen an einen ergonomischen PC-Arbeitsplatz:
Bereich Anforderung
Monitor Oberste Zeile leicht unter Sehachse, Mindestabstand 50 cm, frei von Blendungen
Körperhaltung 90°-Winkel zwischen Ober-/Unterarm sowie Ober-/Unterschenkel
Bewegung Genügend Beinfreiheit, natürliche Körperhaltung möglich
Flexibilität Bildschirm frei stehend, leicht dreh- und neigbar
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) - Bildschirm & Tastatur:
  • Bildschirm: Zeichen scharf, deutlich, ausreichend groß; flimmerfrei; Helligkeit/Kontrast einstellbar
  • Tastatur: Vom Bildschirmgerät getrennt; reflexionsarme Oberfläche; lesbare Beschriftung
  • Notebooks: Erfüllen ArbStättV nur mit externer Peripherie (Tastatur, Maus, ggf. Monitor)
Notebooks entsprechen nur dann der ArbStättV, wenn externe Tastatur und ggf. Monitor genutzt werden!
Selbsttest: Welcher Mindestabstand zum Monitor ist laut Ergonomie-Richtlinien einzuhalten?
CPU & Arbeitsspeicher
CPU-Kennwerte:
  • Taktfrequenz: GHz, Geschwindigkeit
  • Kerne/Threads: Parallelverarbeitung
  • Cache: L1, L2, L3 – schneller Zwischenspeicher
  • TDP: Wärmeleistung in Watt
RAM-Typen:
  • DDR4: Standard, 2133-3200 MHz
  • DDR5: Neu, schneller, teurer
  • ECC: Fehlerkorrektur (Server)
„Erklären Sie den Unterschied zwischen RAM und Cache."
Schnittstellen
Schnittstelle Typ Geschwindigkeit
USB 2.0 Extern 480 Mbit/s
USB 3.0 Extern 5 Gbit/s
USB 3.2 Gen 2 Extern 10 Gbit/s
Thunderbolt 4 Extern 40 Gbit/s
SATA III Intern 6 Gbit/s
PCIe 4.0 x4 Intern 64 Gbit/s
Mbit/s ≠ MB/s! 8 Mbit = 1 MByte
Servertypen
Nach Formfaktor:
  • Tower: Standalone, kleine Firmen
  • Rack: 19-Zoll, Rechenzentrum
  • Blade: Kompakt, hohe Dichte
Nach Funktion:
  • Fileserver: Dateispeicherung
  • Webserver: Websites hosten
  • Mailserver: E-Mail-Verwaltung
  • Datenbankserver: DB-Management
  • Virtualisierungshost: VMs betreiben
Höheneinheit (HE):
1 HE = 1,75 Zoll = 44,45 mm
Anschlüsse erkennen (Prüfungsrelevant)
Häufig geprüfte Anschlüsse:
Anschluss Beschreibung Typische Verwendung
RJ45 8-polig, rechteckig mit Clip Netzwerk (Ethernet), LAN-Kabel
USB Typ A Rechteckig, flach, klassischer USB Peripherie, USB-Sticks, Drucker
USB Typ C Oval, symmetrisch (beidseitig steckbar) Moderne Geräte, Laden, Video
Kaltgerätebuchse (C13/C14) 3-polig für Stromversorgung PC-Netzteile, Monitore, Server
HDMI Trapezförmig Video und Audio digital
DisplayPort Ähnlich HDMI, eine Ecke abgeschrägt Hochauflösende Monitore
VGA 15-polig, D-Sub, trapezförmig mit Schrauben Ältere Monitore (analog)
„Ordnen Sie die Anschlüsse den Abbildungen 1 bis 4 zu: RJ45, USB Typ A, USB Typ C, Kaltgerätebuchse."
Symbole erkennen (WLAN, Bluetooth)
Häufig geprüfte Symbole:
Symbol Bezeichnung Technologie
WLAN-Symbol (Wellensymbol) WLAN / WiFi Drahtloses lokales Netzwerk (IEEE 802.11)
ᛒ (stilisiertes B) Bluetooth Kurzstrecken-Funktechnologie
⊕ (USB-Symbol) USB Universal Serial Bus
⏻ (Power) Ein/Aus Netzschalter
WLAN vs. Bluetooth:
Kriterium WLAN Bluetooth
Reichweite Bis 100m (Indoor: 30-50m) Bis 10m (Klasse 2)
Geschwindigkeit Hoch (bis mehrere Gbit/s) Niedrig (bis 3 Mbit/s)
Einsatz Netzwerkanbindung Peripherie (Headset, Maus)
Energieverbrauch Höher Niedriger
„Benennen Sie die beiden Symbole: [WLAN-Symbol] und [Bluetooth-Symbol]."
CPU-Architektur & Von-Neumann-Prinzip
Von-Neumann-Architektur (1945):
Grundprinzip moderner Computer – Programm und Daten im gleichen Speicher.

Komponenten der Von-Neumann-Architektur:
Komponente Funktion Beispiel
Steuerwerk (CU) Koordiniert Befehlsabläufe, holt Befehle Befehlszeiger, Befehlsregister
Rechenwerk (ALU) Führt arithmetische/logische Operationen aus Addition, AND, OR, Vergleich
Register Schnellster Speicher in der CPU Akkumulator, Statusregister
Hauptspeicher Speichert Programme und Daten gemeinsam RAM
Ein-/Ausgabewerk Kommunikation mit Peripherie I/O-Controller
Die drei Bussysteme:
  • Adressbus: Überträgt Speicheradressen (unidirektional) – Anzahl Leitungen bestimmt adressierbaren Speicher
  • Datenbus: Überträgt Daten (bidirektional) – Breite = Wortbreite (32/64 Bit)
  • Steuerbus: Überträgt Steuersignale (Read, Write, Interrupt)
Adressierbarer Speicher:
Bei n Adressleitungen: 2n Adressen
Beispiel: 32 Bit → 232 = 4.294.967.296 Adressen = 4 GB
Von-Neumann-Flaschenhals: CPU wartet auf Daten aus dem Speicher – Lösung: Cache-Hierarchie (L1, L2, L3)
„Erklären Sie das Von-Neumann-Prinzip und nennen Sie die Hauptkomponenten."
BIOS vs. UEFI
Definition:
Das Firmware-Interface startet den Computer und initialisiert die Hardware, bevor das Betriebssystem geladen wird.
Kriterium BIOS (Legacy) UEFI (Modern)
Name Basic Input Output System Unified Extensible Firmware Interface
Alter 1975 (veraltet) Ab ~2010 Standard
Betriebsmodus 16-Bit Real Mode 32/64-Bit Protected Mode
Partitionstabelle MBR (Master Boot Record) GPT (GUID Partition Table)
Max. Festplattengröße 2 TB >2 TB (bis 9,4 ZB)
Max. Partitionen 4 primäre 128+ Partitionen
Oberfläche Textbasiert (Tastatur) Grafisch (Maus möglich)
Bootzeit Langsamer Schneller (Fast Boot)
Secure Boot Nicht unterstützt Unterstützt (Malware-Schutz)
Netzwerkfunktionen Keine Remote-Diagnose möglich
UEFI-Vorteile im Detail:
  • Secure Boot: Nur signierte Bootloader werden geladen → Schutz vor Rootkits
  • GPT: Ermöglicht Festplatten >2 TB und mehr Partitionen
  • Schnellerer Boot: Direkte Treiberladung ohne Legacy-Emulation
  • Grafische Oberfläche: Intuitive Bedienung mit Maus
Moderne PCs nutzen UEFI mit GPT-Partitionierung. BIOS/MBR ist nur noch bei älteren Systemen relevant.
Schnelltest: BIOS vs. UEFI

Welches System unterstützt Festplatten >2 TB?

Welche Partitionstabelle nutzt UEFI?

Welche Funktion schützt vor Malware beim Start?

„Nennen Sie drei Vorteile von UEFI gegenüber dem klassischen BIOS."
Speichermedien & Speicherhierarchie
Speicherhierarchie (schnell → langsam, teuer → günstig):
Ebene Typ Zugriffszeit Größe
1 CPU-Register < 1 ns Bytes
2 L1-Cache ~1 ns 32-64 KB
3 L2-Cache ~4 ns 256-512 KB
4 L3-Cache ~10 ns 8-64 MB
5 RAM (Hauptspeicher) ~100 ns 8-128 GB
6 SSD ~0,1 ms 256 GB - 4 TB
7 HDD ~10 ms 1-20 TB
8 Band (Tape) Sekunden bis 30 TB
Vergleich SSD vs. HDD:
Kriterium SSD HDD
Technologie Flash-Speicher (NAND) Magnetscheiben
Geschwindigkeit 500-7000 MB/s 100-200 MB/s
Stoßfestigkeit Hoch (keine mech. Teile) Gering
Lautstärke Lautlos Hörbar
Stromverbrauch Niedrig Höher
Preis pro GB Höher Niedriger
Schreibzyklen Begrenzt (TBW) Unbegrenzt
SSD-Anschlussarten:
  • SATA: 2,5"-Formfaktor, max. 600 MB/s
  • M.2 (SATA): Kompakt, max. 600 MB/s
  • M.2 (NVMe): PCIe-Anbindung, bis 7000 MB/s
„Nennen Sie drei Vorteile einer SSD gegenüber einer HDD."
S.M.A.R.T. (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology):
Überwachungssystem für Festplatten (HDD/SSD), das Fehler frühzeitig erkennt.
S.M.A.R.T.-Wert Bedeutung
Reallocated Sectors Defekte Sektoren, die ersetzt wurden
Power-On Hours Gesamte Betriebsstunden
Temperature Aktuelle Betriebstemperatur
Pending Sectors Sektoren, die bald ausfallen könnten
S.M.A.R.T.-Warnungen ernst nehmen! Ein Anstieg defekter Sektoren kündigt einen baldigen Festplattenausfall an.
Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)
Definition: Eine USV schützt angeschlossene Geräte vor Stromausfällen und Spannungsschwankungen. USV-Typen im Vergleich:
Typ Funktionsweise Umschaltzeit Einsatz
Offline / Standby Schaltet bei Ausfall auf Batterie 5-12 ms Einzelplatz-PCs, Heimbereich
Line-Interactive Regelt Spannung, Batterie bei Ausfall 2-4 ms Server, Netzwerkgeräte
Online / Doppelwandler Dauerbetrieb über Wechselrichter 0 ms Rechenzentren, kritische Systeme
Wichtige USV-Kennwerte:
  • VA (Voltampere): Scheinleistung – Dimensionierung der USV
  • Watt: Wirkleistung – tatsächlicher Verbrauch
  • Autonomiezeit: Überbrückungszeit bei Stromausfall (in Minuten)
  • Leistungsfaktor: Verhältnis Wirkleistung zu Scheinleistung (typisch 0,6-0,9)
Dimensionierung:
Wirkleistung (Watt) = Scheinleistung (VA) × Leistungsfaktor
Beispiel: 1000 VA × 0,8 = 800 Watt nutzbar
USV-Funktionen:
  • Überspannungsschutz: Schutz vor Spannungsspitzen
  • Spannungsregulierung: Ausgleich von Schwankungen
  • Geordnetes Herunterfahren: Automatischer Shutdown bei langer Unterbrechung
  • Monitoring: SNMP-Überwachung, Fernwartung
Online-USV ≠ "online kaufbar" – bedeutet permanente Doppelwandlung ohne Umschaltzeit!
„Beschreiben Sie den Unterschied zwischen Offline- und Online-USV."
RAID-Systeme (Redundant Array of Independent Disks)
Zweck: Erhöhung der Datensicherheit und/oder Performance durch Zusammenschluss mehrerer Festplatten.
RAID-Level Bezeichnung Min. Platten Nutzkapazität Ausfall toleriert
RAID 0 Striping 2 100% Keine
RAID 1 Mirroring 2 50% 1 Platte
RAID 5 Striping + Parität 3 (n-1)/n 1 Platte
RAID 6 Striping + 2× Parität 4 (n-2)/n 2 Platten
RAID 10 Striping + Mirroring 4 50% 1 pro Mirror
RAID 0 (Striping) A1 A3 A2 A4 Schnell, keine Redundanz RAID 1 (Mirror) A B A B 50% Kapazität, sicher RAID 5 (Parität) A1 B2 P3 A2 P2 C1 P1 B1 C2 P = Parität (verteilt) RAID 10 A A B B Stripe + Mirror Schnell + Sicher
RAID ist kein Backup! RAID schützt vor Hardware-Ausfall, aber nicht vor versehentlichem Löschen, Viren oder Katastrophen.
Hot Spare: Reservefestplatte, die automatisch einspringt, wenn eine Platte ausfällt.
„Bei welchem RAID-Level können Sie eine defekte Festplatte im laufenden Betrieb tauschen ohne Datenverlust?"
Peripheriegeräte & Ein-/Ausgabe
Klassifikation:
Kategorie Beispiele Erläuterung
Eingabegeräte Tastatur, Maus, Scanner, Mikrofon, Webcam Übertragen Daten an den Computer
Ausgabegeräte Monitor, Drucker, Lautsprecher, Beamer Empfangen Daten vom Computer
Ein-/Ausgabegeräte Touchscreen, Multifunktionsdrucker, Festplatte Bidirektionaler Datenaustausch
Druckertypen:
Typ Technik Vorteile Nachteile
Tintenstrahldrucker Flüssige Tinte, Düsen Günstig, Foto-Qualität Tinte trocknet, teurer Betrieb
Laserdrucker Toner, elektrostatisch Schnell, günstige Folgekosten Teurer Anschaffungspreis
Nadeldrucker Nadeln auf Farbband Durchschläge möglich Laut, langsam, geringe Qualität
Thermotransferdrucker Wärme auf Spezialband Wasserfest, langlebig Teures Verbrauchsmaterial
Bildschirmtechnologien:
  • LCD/LED: Flüssigkristalle mit LED-Hintergrundbeleuchtung
  • OLED: Selbstleuchtende Pixel, besserer Kontrast, flexibel
  • IPS: Weite Blickwinkel, farbgenau
  • TN: Schnelle Reaktionszeit, günstig, schwächere Farben
„Für den Druck von Durchschlägen wird welcher Druckertyp verwendet?"
Virtualisierung (Hardware-Perspektive)
Definition: Abstraktion physischer Hardware zur Erstellung mehrerer virtueller Systeme auf einem physischen Host. Virtualisierungstypen:
Typ Beschreibung Beispiele
Typ-1 (Bare-Metal) Hypervisor direkt auf Hardware VMware ESXi, Hyper-V, Proxmox
Typ-2 (Hosted) Hypervisor auf Betriebssystem VirtualBox, VMware Workstation
Container Teilen OS-Kernel, isolierte Umgebung Docker, Podman, LXC
Hardware-Anforderungen für Virtualisierung:
  • CPU: VT-x (Intel) oder AMD-V (AMD) – Hardware-Virtualisierung
  • RAM: Ausreichend für Host + alle VMs
  • Storage: Schnelle I/O (SSD/NVMe empfohlen)
  • Netzwerk: Mehrere NICs für Trennung
Vorteile der Virtualisierung:
  • Bessere Ressourcenauslastung
  • Schnelle Bereitstellung neuer Systeme
  • Isolation und Sicherheit
  • Einfache Backup-/Snapshot-Erstellung
  • Hardware-Unabhängigkeit
„Erklären Sie den Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Hypervisor."
Thin-Clients in VDI (Virtual Desktop Infrastructure):
Ein Thin-Client ist ein schlanker Computer, der Ressourcen (CPU, RAM, Apps) vom Server nutzt.
Eigenschaft Thin-Client Fat-Client (PC)
Rechenleistung Server im Rechenzentrum Lokal am Arbeitsplatz
Stromverbrauch Sehr gering (5-15 Watt) Hoch (100-300 Watt)
Wartung Zentral, schneller Austausch Individuell pro Gerät
Sicherheit Read-only OS, keine lokalen Daten Lokale Speicherung möglich
Vorteile von Thin-Clients:
  • Geringer Stromverbrauch und Platzbedarf
  • Leicht austauschbar (Nutzer meldet sich einfach neu an)
  • Keine Viren dank Read-only-Betriebssystem
  • Weniger Abwärme = geringere Klimatisierungskosten
Thin-Client = „Fenster zum Server" – ideal für VDI-Umgebungen mit zentraler Verwaltung.
Selbsttest Hardware
1. Wie viele Festplatten werden mindestens für RAID 5 benötigt?
2. Welches RAID-Level bietet keine Redundanz (nur Geschwindigkeit)?
3. Welche CPU-Erweiterung von Intel aktiviert Hardware-Virtualisierung?
4. Wie viel Nutzkapazität hat RAID 1 bei 2 Platten? (in %)
/ Virtualisierung & Cloud
Virtualisierung
Hypervisor-Typen:
  • Typ 1 (Bare Metal): Direkt auf Hardware
    → VMware ESXi, Hyper-V, Proxmox
  • Typ 2 (Hosted): Auf Betriebssystem
    → VirtualBox, VMware Workstation
Vorteile:
  • Bessere Hardwareauslastung
  • Schnelle Bereitstellung
  • Isolation der Systeme
  • Snapshots & Backups
  • Live-Migration möglich
„Nennen Sie zwei Vorteile der Server-Virtualisierung."
VM vs. Container
Kriterium VM Container
Isolation Vollständig Prozessebene
OS Eigenes pro VM Teilen Host-Kernel
Größe GB MB
Startzeit Minuten Sekunden
Ressourcen Mehr Overhead Effizienter
Container-Technologien: Docker, Kubernetes, Podman
Container für Microservices, VMs für vollständige Isolation verschiedener OS.
Cloud-Servicemodelle
Modell Verantwortung Anbieter Beispiel
IaaS Hardware, Netzwerk AWS EC2, Azure VM
PaaS + OS, Runtime Heroku, Azure App Service
SaaS + Anwendung Office 365, Salesforce
Deployment-Modelle:
  • Public Cloud: Öffentlich, multi-tenant
  • Private Cloud: Eigene Infrastruktur
  • Hybrid Cloud: Kombination
SaaS-Nutzer haben keine Kontrolle über Infrastruktur – nur über Daten!
/ Webentwicklung & Programmierung Prüfungsrelevant
Statische vs. dynamische Websites
Kriterium Statische Website Dynamische Website
Inhalt Fest, änderbar nur durch Code-Bearbeitung Wird bei Aufruf generiert
Technologie Nur HTML, CSS, JavaScript Serverseitige Sprachen + Datenbank
Personalisierung Nicht möglich Für jeden Nutzer individuell
Aktualisierung Manuell durch Entwickler Automatisch aus Datenbank
Interaktion Begrenzt (nur clientseitig) Formulare, Login, Benutzerkonten
Beispiele Visitenkarten-Seiten, Portfolios Online-Shops, Social Media, CMS
„Erläutern Sie den Unterschied zwischen einer statischen und einer dynamischen Website."
Programmiersprachen für dynamische Webinhalte
Serverseitige Sprachen:
Sprache Beschreibung Typischer Einsatz
PHP Weit verbreitet, einfach zu erlernen WordPress, Joomla, viele CMS
Python Vielseitig, lesbare Syntax Django, Flask, Data Science
JavaScript (Node.js) Gleiche Sprache für Front- und Backend Express, Next.js, APIs
Java Robust, für große Systeme Unternehmensanwendungen
C# Microsoft-Ökosystem ASP.NET, Azure
Ruby Entwicklerfreundlich Ruby on Rails
„Nennen Sie drei Programmiersprachen, die für die Entwicklung von dynamischen Webinhalten verwendet werden."
Schreibtischtest
Was ist ein Schreibtischtest?
Manuelles Durchspielen eines Algorithmus mit konkreten Werten, um das Ergebnis zu ermitteln.

Vorgehen:
  1. Eingabewerte notieren
  2. Code Zeile für Zeile abarbeiten
  3. Variablenwerte bei jedem Schritt aufschreiben
  4. Ergebnis/Rückgabe bestimmen
Tipp für Tabelle:
  • Spalte für jede Variable anlegen
  • Zeile für jeden Schritt/Durchlauf
  • Aktuelle Werte eintragen
Beim Schreibtischtest exakt wie der Computer vorgehen – keine Annahmen, keine Abkürzungen!
Pseudocode lesen & analysieren
Beispiel aus IHK-Prüfung:

def analytics_berechnen(besucher, seitenaufrufe, besucherSuchmaschinen, anzahlBounces):
    durchschnittSeitenaufrufeProBesucher = seitenaufrufe / besucher
    prozentsatzSuchmaschinenBesucher = (besucherSuchmaschinen / besucher) * 100
    nonBounceRate = ((besucher - anzahlBounces) / besucher) * 100
    return (durchschnittSeitenaufrufeProBesucher, prozentsatzSuchmaschinenBesucher, nonBounceRate)
Aufruf: analytics_berechnen(12000, 33000, 5562, 7554)

Schreibtischtest:
Variable Berechnung Ergebnis
durchschnittSeitenaufrufeProBesucher 33000 / 12000 2,75
prozentsatzSuchmaschinenBesucher (5562 / 12000) × 100 46,35%
nonBounceRate ((12000 - 7554) / 12000) × 100 37,05%
„Berechnen Sie die drei Rückgabewerte des Funktionsaufrufs mit zwei Nachkommastellen."
Achten Sie auf Rundungsangaben in der Aufgabenstellung – oft werden 2 Nachkommastellen gefordert!
/ Softwareentwicklung
Programmierparadigmen
Paradigma Merkmal Sprachen
Prozedural Sequentielle Abarbeitung C, Pascal
Objektorientiert Klassen, Objekte, Vererbung Java, C#, Python
Funktional Funktionen, keine Seiteneffekte Haskell, F#
Deklarativ Was statt Wie SQL, HTML
OOP-Prinzipien:
  • Kapselung: Daten verbergen
  • Vererbung: Eigenschaften weitergeben
  • Polymorphie: Vielgestaltigkeit
  • Abstraktion: Komplexität verbergen
Algorithmen & Strukturen
Kontrollstrukturen:
  • Sequenz: Anweisungen nacheinander
  • Selektion: if-else, switch
  • Iteration: for, while, do-while
Darstellungsformen:
  • Pseudocode
  • Struktogramm (Nassi-Shneiderman)
  • Programmablaufplan (PAP)
  • UML-Aktivitätsdiagramm
„Stellen Sie den Algorithmus als Struktogramm dar."
Testverfahren
Verfahren Beschreibung
Unit-Test Einzelne Komponenten
Integrationstest Zusammenspiel der Komponenten
Systemtest Gesamtsystem
Abnahmetest Durch Kunden
Black-Box vs. White-Box:
  • Black-Box: Nur Ein-/Ausgabe, Code unbekannt
  • White-Box: Code-Struktur bekannt, Pfade testen
Testen findet Fehler, beweist aber nie Fehlerfreiheit!
/ Qualitätssicherung
Qualitätsbegriff
Definition (ISO 9000):
Grad, in dem Merkmale die Anforderungen erfüllen.

Qualitätsmerkmale Software:
  • Funktionalität: Erfüllt Anforderungen
  • Zuverlässigkeit: Ausfallsicher
  • Benutzbarkeit: Einfache Bedienung
  • Effizienz: Ressourcenverbrauch
  • Wartbarkeit: Änderbar, erweiterbar
  • Portabilität: Übertragbar
„Nennen Sie drei Qualitätsmerkmale von Software nach ISO 25010."
QM-Maßnahmen
Konstruktive Maßnahmen:
  • Coding Guidelines
  • Design Patterns
  • Code Reviews
  • Pair Programming
  • Dokumentationsstandards
Analytische Maßnahmen:
  • Statische Analyse (Linter)
  • Dynamische Tests
  • Code-Metriken
  • Audits
Konstruktiv = vorbeugend. Analytisch = prüfend.
Normen & Standards
Norm Bereich
ISO 9001 Qualitätsmanagement allgemein
ISO 27001 Informationssicherheit (ISMS)
ISO 25010 Softwarequalität
ITIL IT-Service-Management
PDCA-Zyklus:
  • Plan: Planen
  • Do: Umsetzen
  • Check: Prüfen
  • Act: Verbessern
PDCA ist ein kontinuierlicher Kreislauf – kein einmaliger Prozess!
/ Verträge & Leistungserbringung
Vertragsarten
Vertrag Leistung Erfolg?
Kaufvertrag Ware gegen Geld Ja
Werkvertrag Herstellung eines Werks Ja (geschuldet)
Dienstvertrag Tätigkeit Nein (nur Bemühen)
Mietvertrag Gebrauchsüberlassung Nein
Lizenzvertrag Nutzungsrecht Nein
Softwareentwicklung = Werkvertrag (Erfolg geschuldet)! Beratung = Dienstvertrag.
SLA (Service Level Agreement)
Typische Inhalte:
  • Verfügbarkeit: z.B. 99,9% Uptime
  • Reaktionszeit: z.B. 4 Stunden
  • Wiederherstellungszeit: z.B. 8 Stunden
  • Support-Zeiten: z.B. 8-18 Uhr
  • Pönale: Vertragsstrafen bei Nichteinhaltung
Verfügbarkeit = (Gesamtzeit – Ausfallzeit) ÷ Gesamtzeit × 100%
99,9% = max. 8,76 Stunden Ausfall/Jahr
99,99% = max. 52,6 Minuten Ausfall/Jahr
„Was bedeutet eine Verfügbarkeit von 99,9% pro Jahr in Stunden?"
Gewährleistung & Garantie
Aspekt Gewährleistung Garantie
Grundlage Gesetz (BGB) Freiwillig (Hersteller)
Dauer 2 Jahre (B2C) Frei vereinbar
Anspruch Gegen Verkäufer Gegen Garantiegeber
Beweislast 6 Mon. Verkäufer, dann Käufer Je nach Vereinbarung
Mängelrechte:
  • Nacherfüllung (Reparatur/Ersatz)
  • Rücktritt
  • Minderung
  • Schadensersatz
Urheberrecht & Lizenzmodelle
Urheberrecht im IT-Bereich:
Software und Quellcode sind urheberrechtlich geschützt (§ 69a UrhG). Der Urheber hat das ausschließliche Recht zur Vervielfältigung, Verbreitung und Bearbeitung. Wichtige Begriffe:
Begriff Bedeutung
Urheber Natürliche Person, die das Werk geschaffen hat
Nutzungsrecht Erlaubnis zur Nutzung des Werks
Ausschließliches Recht Nur der Lizenznehmer darf nutzen
Einfaches Recht Mehrere dürfen nutzen
Software-Lizenzmodelle:
Modell Beschreibung Beispiele
Proprietär Geschlossener Quellcode, eingeschränkte Rechte Windows, Office, SAP
Open Source Quellcode offen, frei nutzbar Linux, Firefox, LibreOffice
Freeware Kostenlos, aber nicht Open Source Adobe Reader, Skype
Shareware Testversion, dann Kauf WinRAR, Klassische Trialware
SaaS Software als Dienst (Abo-Modell) Microsoft 365, Salesforce
Open-Source-Lizenzen:
  • GPL: Copyleft – Änderungen müssen auch GPL sein
  • MIT: Sehr permissiv, fast keine Einschränkungen
  • Apache 2.0: Permissiv mit Patentschutz
  • BSD: Permissiv, wenige Bedingungen
  • Creative Commons: Für Inhalte (nicht Software)
Open Source ≠ Kostenlos! Open Source bedeutet offener Quellcode, nicht unbedingt gratis.
„Nennen Sie drei gängige Open-Source-Lizenzen und deren Hauptmerkmale."
Arbeitsvertrag & Arbeitnehmerrechte
Wesentliche Inhalte eines Arbeitsvertrags:
  • Vertragsparteien: Arbeitgeber und Arbeitnehmer
  • Tätigkeitsbeschreibung: Art der Arbeit
  • Arbeitsort: Ort der Leistungserbringung
  • Arbeitszeit: Wochenstunden, Überstundenregelung
  • Vergütung: Gehalt, Zusatzleistungen
  • Urlaub: Mindestens 24 Werktage (BUrlG)
  • Kündigungsfristen: Gesetzlich oder vertraglich
  • Probezeit: Max. 6 Monate
Wichtige Arbeitnehmerschutzgesetze:
Gesetz Regelungsbereich
ArbZG Arbeitszeit (max. 8h/Tag, Pausen)
BUrlG Urlaubsanspruch (min. 24 Werktage)
KSchG Kündigungsschutz (ab 6 Monate, >10 MA)
MuSchG Mutterschutz
JArbSchG Jugendarbeitsschutz
BetrVG Betriebsverfassung, Mitbestimmung
Gesetzliche Kündigungsfristen (§ 622 BGB):
  • Probezeit: 2 Wochen
  • Grundfrist: 4 Wochen zum 15. oder Monatsende
  • Nach 2 Jahren: 1 Monat zum Monatsende
  • Nach 5 Jahren: 2 Monate zum Monatsende
  • Staffelung bis 7 Monate bei 20+ Jahren
Im Ausbildungsverhältnis: Probezeit 1-4 Monate, danach nur außerordentliche Kündigung oder Aufhebungsvertrag möglich.
„Nennen Sie drei Schutzgesetze für Arbeitnehmer mit ihrem Regelungsbereich."
AGB & EVB-IT
AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen):
Vorformulierte Vertragsbedingungen für eine Vielzahl von Verträgen. Müssen in den Vertrag einbezogen werden und dürfen nicht überraschend oder sittenwidrig sein. Einbeziehung von AGB:
  • Hinweis auf AGB vor Vertragsschluss
  • Möglichkeit zur Kenntnisnahme
  • Einverständnis des Kunden
EVB-IT (Ergänzende Vertragsbedingungen für IT):
Standardverträge der öffentlichen Hand für IT-Beschaffung.
EVB-IT Typ Anwendungsfall
EVB-IT Kauf Hardware-Kauf
EVB-IT Dienstleistung IT-Dienstleistungen, Beratung
EVB-IT System Lieferung kompletter IT-Systeme
EVB-IT Cloud Cloud-Dienste (seit 2022)
EVB-IT Pflege Wartung und Support
EVB-IT sind bei Aufträgen der öffentlichen Verwaltung Standard – wichtig für Fachinformatiker im öffentlichen Dienst!
Selbsttest Verträge
1. Wie lange beträgt die Schutzfrist beim Urheberrecht nach dem Tod des Urhebers? (in Jahren)
2. Welches EVB-IT Vertragswerk gilt für Hardware-Kauf?
3. Wie viele Werktage Urlaub stehen lt. BUrlG mindestens zu? (6-Tage-Woche)
4. Was ist der Unterschied zwischen Nutzungsrecht und Urheberrecht?
/ Leistungserbringung & Qualität
Abnahme & Übergabe
Abnahme:
Formelle Bestätigung des Auftraggebers, dass die Leistung vertragsgemäß erbracht wurde. Bedeutung der Abnahme:
  • Gefahrenübergang: Risiko geht auf Auftraggeber über
  • Fälligkeit: Vergütungsanspruch entsteht
  • Verjährung: Gewährleistungsfrist beginnt
  • Beweislast: Wechselt bei Mängeln
Abnahmeformen:
Form Beschreibung
Ausdrückliche Abnahme Schriftliche Erklärung, Protokoll
Stillschweigende Abnahme Inbetriebnahme, Nutzung ohne Vorbehalt
Fiktive Abnahme Nach Fristablauf ohne Reaktion
Teilabnahme Für abgeschlossene Teilleistungen
Abnahmeprotokoll enthält:
  • Datum und Ort der Abnahme
  • Beteiligte Personen
  • Gegenstand der Abnahme
  • Festgestellte Mängel (falls vorhanden)
  • Vorbehaltserklärungen
  • Unterschriften beider Parteien
Ohne Abnahme kein Zahlungsanspruch bei Werkverträgen! Immer Abnahmeprotokoll erstellen.
„Erläutern Sie die rechtliche Bedeutung der Abnahme bei einem Werkvertrag."
Soll-Ist-Vergleich & Controlling
Definition:
Vergleich der geplanten Werte (Soll) mit den tatsächlich erreichten Werten (Ist) zur Kontrolle und Steuerung. Anwendungsbereiche:
Bereich Soll Ist Abweichung
Zeit Geplante Dauer Tatsächliche Dauer Terminverzug
Kosten Budgetplan Reale Ausgaben Budgetüberschreitung
Qualität Spezifikation Ergebnis Qualitätsmangel
Leistung Anforderungen Gelieferte Features Scope Creep
Abweichungsanalyse:
  1. Erkennen: Abweichung feststellen
  2. Analysieren: Ursachen ermitteln
  3. Bewerten: Auswirkungen abschätzen
  4. Maßnahmen: Korrektur einleiten
Abweichung:
Abweichung = Ist-Wert − Soll-Wert
Abweichung in % = (Ist − Soll) ÷ Soll × 100%
„Beschreiben Sie, wie ein Soll-Ist-Vergleich im Projektcontrolling eingesetzt wird."
Aufbau- & Ablauforganisation
Aufbauorganisation:
Statische Struktur eines Unternehmens – WER macht WAS? Wird im Organigramm dargestellt.
Struktur Beschreibung Vorteil Nachteil
Einlinien Jeder hat genau einen Vorgesetzten Klare Verantwortung, eindeutige Weisungswege Lange Dienstwege, langsame Kommunikation
Mehrlinien Mehrere fachliche Vorgesetzte Spezialistenwissen, kurze Wege Widersprüchliche Anweisungen möglich
Stab-Linien Einlinien + beratende Stabsstellen Expertenwissen + klare Linie Konflikte zwischen Stab und Linie
Matrix Funktionale + objektbezogene Hierarchie Flexibilität, Teamarbeit Hoher Kommunikationsaufwand, Kompetenzkon­flikte
Stabsstelle:
  • Unterstützt und berät die Leitungsebene
  • Keine Weisungsbefugnis! Nur beratende Funktion
  • Beispiele: Datenschutzbeauftragter, IT-Sicherheitsbeauftragter, Rechtsabteilung
Organigramm:
  • Grafische Darstellung der Aufbauorganisation
  • Zeigt Hierarchien, Abteilungen und Weisungsbeziehungen
  • Enthält Stellen, Leitungsebenen und Stabsstellen
Ablauforganisation:
Dynamische Prozesse – WIE wird gearbeitet?
  • Reihenfolge: Welche Tätigkeiten folgen aufeinander?
  • Zeitpunkt: Wann wird etwas erledigt?
  • Ort: Wo findet die Tätigkeit statt?
  • Mittel: Welche Ressourcen werden benötigt?
Aufbauorganisation: Organigramm zeigt Struktur
Ablauforganisation: Prozessdiagramm zeigt Abläufe
Schnelltest: Organisationsformen

Jeder Mitarbeiter hat genau einen Vorgesetzten:

Welche Stelle berät, hat aber keine Weisungsbefugnis?

Grafische Darstellung der Unternehmensstruktur:

„Erklären Sie den Unterschied zwischen Aufbau- und Ablauforganisation."
IT-Support-Level (Eskalationsstufen)
3-stufiges Support-Modell:
Strukturierte Bearbeitung von IT-Anfragen nach Komplexität.
Stufe Bezeichnung Aufgaben Beispiele
1st Level Helpdesk / Service Desk Erstannahme, Ticket-Erfassung, Standardlösungen Passwort-Reset, Drucker-Probleme
2nd Level Technischer Support Komplexe Probleme, Fernwartung, Analyse Softwarefehler, Netzwerkprobleme
3rd Level Experten / Entwickler Spezialistenprobleme, Bugfixes, Hersteller Code-Änderungen, Hardwaredefekte
Eskalation erfolgt bei:
  • Überschreitung der SLA-Reaktionszeit
  • Fehlender Lösungskompetenz
  • Kritischem Schweregrad (Priority)
Je höher die Stufe, desto spezialisierter die Mitarbeiter und desto geringer die Anzahl der Tickets.
„Erläutern Sie das mehrstufige Prinzip des IT-Supports."
PDCA-Zyklus (Deming-Kreis)
Der PDCA-Zyklus:
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) in vier Phasen.
Phase Bedeutung Aktivitäten
Plan Planen Ziele festlegen, Maßnahmen planen
Do Umsetzen Geplante Maßnahmen durchführen
Check Überprüfen Ergebnisse messen und bewerten
Act Handeln Standards anpassen, Verbesserungen einführen
Anwendung in der IT:
  • Software-Entwicklung (Iterationen)
  • IT-Service-Management (ITIL)
  • Qualitätsmanagement (ISO 9001)
  • Sicherheitsmanagement (ISO 27001)
„Erläutern Sie die vier Phasen des PDCA-Zyklus."
Testverfahren & Qualitätssicherung
Teststufen:
Stufe Was wird getestet? Wer testet?
Unit-Test Einzelne Funktionen/Methoden Entwickler
Integrationstest Zusammenspiel von Komponenten Entwickler/Tester
Systemtest Gesamtsystem Tester
Abnahmetest Erfüllung der Anforderungen Kunde/Auftraggeber
Testarten:
  • Black-Box: Test ohne Kenntnis des Codes (Funktionstest)
  • White-Box: Test mit Kenntnis des Codes (Strukturtest)
  • Grey-Box: Mischform
  • Regressionstest: Nach Änderungen auf neue Fehler prüfen
  • Lasttest: Verhalten unter hoher Last
  • Stresstest: Verhalten bei Überlast
Black-Box: Was macht die Software? (Input → Output)
White-Box: Wie macht die Software es? (Code-Analyse)
„Erklären Sie den Unterschied zwischen Black-Box- und White-Box-Test."
Selbsttest Leistungserbringung
1. Wofür steht das P in PDCA?
2. Bei welchem Testverfahren kennt der Tester den Quellcode nicht?
3. Wie nennt man die Gegenüberstellung von Ist- und Soll-Zustand?
4. Was beschreibt die Aufbauorganisation?
/ Change Management
Change Management Grundlagen
Definition:
Systematisches Vorgehen zur Planung, Steuerung und Kontrolle von Veränderungen in Organisationen.

Warum wichtig?
  • Widerstand reduzieren
  • Akzeptanz fördern
  • Risiken minimieren
  • Nachhaltigkeit sichern
Typische IT-Changes:
  • Systemmigrationen
  • Software-Einführungen
  • Prozessänderungen
  • Organisationsanpassungen
ITIL Change Management
Change-Typen:
  • Standard Change: Vorautorisiert, risikoarm
  • Normal Change: Genehmigung erforderlich
  • Emergency Change: Schnelle Genehmigung
CAB (Change Advisory Board):
Gremium zur Bewertung und Genehmigung von Changes

Change-Prozess:
  1. Request for Change (RFC)
  2. Bewertung & Kategorisierung
  3. Genehmigung
  4. Planung & Test
  5. Implementierung
  6. Review & Abschluss
Erfolgsfaktoren
Kommunikation:
  • Frühzeitig informieren
  • Transparent über Gründe
  • Bedenken ernst nehmen
  • Feedback einholen
Stakeholder einbinden:
  • Key User identifizieren
  • Multiplikatoren nutzen
  • Schulungen anbieten
Rollback-Plan:
Immer einen Plan B haben, falls Change fehlschlägt!
Technik ändern ist einfach – Menschen mitzunehmen ist die Herausforderung!
„Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um Mitarbeiterakzeptanz bei einer Systemumstellung zu fördern?"
Lewin-Modell (3-Phasen)
Kurt Lewins Veränderungsmodell:
Klassisches Modell zur Beschreibung von Veränderungsprozessen.
1. Unfreezing (Auftauen) 2. Moving (Verändern) 3. Refreezing (Stabilisieren) Veränderung als geplanter Prozess
Phase Ziel Maßnahmen
Unfreezing Bereitschaft für Wandel schaffen Problembewusstsein wecken, Status quo hinterfragen
Moving Veränderung durchführen Neue Prozesse einführen, Schulungen, Pilotprojekte
Refreezing Neuen Zustand festigen Standards definieren, Erfolge feiern, Routinen bilden
„Beschreiben Sie die drei Phasen des Lewin-Modells."
Kaizen & KVP
Kaizen (改善):
Japanisches Konzept der „kontinuierlichen Verbesserung" in kleinen Schritten. Grundprinzipien:
  • Jeder kann verbessern: Mitarbeiter auf allen Ebenen einbeziehen
  • Kleine Schritte: Viele kleine Verbesserungen statt großer Umbrüche
  • Ständig: Verbesserung als dauerhafter Prozess
  • Prozessorientiert: Fokus auf Abläufe, nicht nur Ergebnisse
KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess):
Deutsche Umsetzung des Kaizen-Gedankens, oft mit PDCA-Zyklus kombiniert. Werkzeuge:
  • 5S: Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin
  • Gemba: Vor Ort gehen, wo Arbeit passiert
  • Muda: Verschwendung erkennen und eliminieren
Kaizen: „Heute besser als gestern, morgen besser als heute"
Selbsttest Change Management
1. Wie heißen die 3 Phasen des Lewin-Modells?
2. Welcher ITIL Change-Typ ist vorautorisiert und risikoarm?
3. Was bedeutet "Kaizen" übersetzt?
4. Was ist das deutsche Pendant zu Kaizen?
/ Marketing & Märkte
Marktformen
Marktformen nach Anzahl der Marktteilnehmer:
Nachfrager ↓ / Anbieter → Einer Wenige Viele
Einer Bilaterales Monopol Beschränktes Nachfragemonopol Nachfragemonopol (Monopson)
Wenige Beschränktes Angebotsmonopol Bilaterales Oligopol Nachfrageoligopol (Oligopson)
Viele Angebotsmonopol Angebotsoligopol Polypol
Wichtige Marktformen für die Prüfung:
  • Monopol: Ein Anbieter beherrscht den Markt (z.B. früher Telekom)
  • Oligopol: Wenige große Anbieter (z.B. Mobilfunk, Cloud-Provider)
  • Polypol: Viele Anbieter und Nachfrager (vollkommene Konkurrenz)
„Nennen Sie ein Beispiel für ein Oligopol im IT-Bereich."
Cross-Selling & Up-Selling
Vertriebsstrategien zur Umsatzsteigerung:
Strategie Definition IT-Beispiel
Cross-Selling Verkauf ergänzender Produkte zum Hauptartikel Notebook kaufen → Tasche + Maus anbieten
Up-Selling Verkauf einer höherwertigen Variante Statt 8 GB RAM → 16 GB empfehlen
Vorteile von Cross-Selling:
  • Umsatzsteigerung pro Kunde ohne Neukundengewinnung
  • Höhere Kundenbindung durch Komplettlösungen
  • Effizient: Kunde ist bereits „vor Ort"
Cross-Selling: Zusatzprodukte anbieten | Up-Selling: Höherwertige Alternative anbieten
Volkswirtschaftliche Sektoren
Sektor Bezeichnung Tätigkeiten Beispiele
Primär Urproduktion Rohstoffgewinnung Landwirtschaft, Bergbau, Forstwirtschaft
Sekundär Industrie Verarbeitung, Produktion Industrie, Handwerk, Baugewerbe
Tertiär Dienstleistung Services, Handel IT, Handel, Banken, Beratung
Quartär Information Wissensarbeit Forschung, Entwicklung, IT-Services
Die IT-Branche gehört zum tertiären Sektor (Dienstleistungen) bzw. quartären Sektor (Informationswirtschaft).
ABC-Analyse
Definition:
Klassifizierung von Objekten (Kunden, Produkte, Lieferanten) nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung.
Klasse Anteil am Umsatz Anteil der Objekte Bedeutung
A ~70-80% ~10-20% Sehr wichtig, intensive Betreuung
B ~15-20% ~20-30% Wichtig, normale Betreuung
C ~5-10% ~50-70% Weniger wichtig, geringe Betreuung
Anwendung:
  • Kundenanalyse: A-Kunden = Top-Kunden, priorisieren
  • Lagerhaltung: A-Artikel = ständig verfügbar
  • Lieferanten: A-Lieferanten = strategische Partnerschaften
Pareto-Prinzip: 80% des Umsatzes kommen von 20% der Kunden.
„Erläutern Sie die ABC-Analyse und nennen Sie ein Anwendungsbeispiel."
Produktlebenszyklus
Zeit Umsatz Einführung Wachstum Reife Sättigung Degeneration
Phase Kennzeichen Strategie
Einführung Hohe Kosten, geringe Bekanntheit Markteinführung, Werbung
Wachstum Steigende Umsätze, Konkurrenz Marktanteil erhöhen
Reife Maximaler Umsatz, Gewinn Differenzierung, Kundenbindung
Sättigung Stagnation, Preisdruck Kosten senken, Nischen
Degeneration Sinkende Nachfrage Auslaufen oder Relaunch
„In welcher Phase des Produktlebenszyklus ist der Gewinn am höchsten?"
Marketing-Mix (4P)
Die 4 Ps des Marketing-Mix:
P Englisch Deutsch Beispiele IT
1 Product Produktpolitik Features, Qualität, Design, Service
2 Price Preispolitik Preismodell, Rabatte, Abo vs. Kauf
3 Place Distributionspolitik Online-Shop, Vertriebspartner, Download
4 Promotion Kommunikationspolitik Werbung, Social Media, Messen
AIDA-Modell (Werbewirkung):
  • Attention – Aufmerksamkeit erregen
  • Interest – Interesse wecken
  • Desire – Verlangen erzeugen
  • Action – Handlung auslösen (Kauf)
„Nennen Sie die 4 Ps des Marketing-Mix mit je einem Beispiel aus der IT-Branche."
Selbsttest Marketing
1. Wie nennt man einen Markt mit wenigen Anbietern und vielen Nachfragern?
2. In welchem VWL-Sektor ist die IT-Branche hauptsächlich angesiedelt?
3. Wofür steht das erste A im AIDA-Modell?
4. Was bedeutet "Place" im Marketing-Mix auf Deutsch?
/ Künstliche Intelligenz (KI) NEU AB 2024
KI Grundlagen
KI-Hierarchie: Von Allgemein zu Spezifisch KI ML Deep Learning Gen AI i Künstliche Intelligenz Systeme die menschliche Intelligenz nachahmen i Maschinelles Lernen Lernt aus Daten ohne explizite Programmierung i Generative AI LLMs wie ChatGPT Beispiele KI: Chatbots, Spracherkennung Beispiele ML: Spam-Filter, Empfehlungen Beispiele DL: Bilderkennung, ChatGPT
Einordnung: KI → ML → Deep Learning → Generative AI
Definition:
Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Systeme, die menschenähnliche kognitive Fähigkeiten nachahmen – wie Lernen, Problemlösen, Mustererkennung und Entscheidungsfindung.

Wichtige Begriffe:
Begriff Beschreibung
Maschinelles Lernen (ML) System lernt aus Daten und verbessert sich selbstständig
Deep Learning ML mit neuronalen Netzen, komplexe Mustererkennung
Generative KI Erstellt neue Inhalte (Text, Bild, Code)
Large Language Model (LLM) Sprachmodell für Textverarbeitung (z.B. ChatGPT)
Prompt Eingabe/Anweisung an ein KI-System
KI lernt aus Erfahrungen und verbessert ihre Leistung – offene Aufgaben werden ohne menschliche Hilfe erledigt.
KI-Einsatzbereiche in Unternehmen
Bereich KI-Anwendung Beispiel
Kundenservice Chatbots, automatische Antworten 24/7-Support ohne Personal
Datenanalyse Muster erkennen, Prognosen Absatzvorhersagen, Risikoanalyse
Dokumentenverarbeitung OCR, Textextraktion, Klassifizierung Automatische Rechnungserfassung
Recherche Informationssuche, Zusammenfassungen Mandantenrecherche in Kanzleien
Terminplanung Intelligente Kalenderoptimierung Automatische Terminfindung
Qualitätssicherung Automatische Prüfung Fehlererkennung in der Produktion
„Nennen Sie drei Stellen in einem Geschäftsprozess, an denen KI sinnvoll unterstützen kann."
KI am IT-Arbeitsplatz
Einsatz in IT-Abteilungen:
  • Code-Assistenten: Generierung und Vervollständigung von Code
  • Automatisierte Tests: Testfälle generieren und ausführen
  • Log-Analyse: Anomalien und Fehler automatisch erkennen
  • Security: Bedrohungserkennung durch Verhaltensanalyse
  • Helpdesk: Erste Anlaufstelle für IT-Support
  • Dokumentation: Automatische Erstellung und Aktualisierung
Vorteile für Mitarbeiter:
  • Entlastung von Routineaufgaben
  • Schnellere Informationsbeschaffung
  • Fokus auf anspruchsvollere Tätigkeiten
  • Qualitätsverbesserung durch Assistenzsysteme
KI ersetzt keine Mitarbeiter, sondern unterstützt sie – Routineaufgaben werden automatisiert, komplexe Entscheidungen bleiben beim Menschen.
Vorteile & Nachteile von KI
Vorteile:
  • 24/7-Verfügbarkeit
  • Schnelle Verarbeitung großer Datenmengen
  • Konsistente Qualität
  • Skalierbarkeit
  • Kostenersparnis bei Routineaufgaben
Nachteile:
  • Hohe Anfangsinvestitionen
  • Abhängigkeit von Datenqualität
  • Fehlende Kreativität/Empathie
  • Halluzinationen (falsche Ausgaben)
  • Datenschutzrisiken
  • Black-Box-Problem (fehlende Transparenz)
KI-Antworten müssen immer kritisch geprüft werden – Halluzinationen sind möglich!
KI-Chatbots im Unternehmen
Kosten-Nutzen-Betrachtung:
Bei KI-Lösungen müssen folgende Kosten berücksichtigt werden:
  • Lizenzkosten: Monatliche Gebühren pro Nutzer
  • Schulungskosten: Zeit für Pflichtschulungen
  • Opportunitätskosten: Entgangener Umsatz während Schulung
  • Implementierung: Integration in bestehende Systeme
  • Wartung: Laufende Anpassungen und Updates
Jährliche KI-Kosten = (Lizenz × Nutzer × 12) + (Schulungsstunden × Stundensatz × Nutzer)
Beispiel:
3 Nutzer, 100€/Monat/Nutzer, 3h Pflichtschulung, 200€ Stundensatz:
= (100 × 3 × 12) + (3 × 200 × 3) = 3.600€ + 1.800€ = 5.400€/Jahr
Einsatzmöglichkeiten Chatbot auf Website:
Vorteil Nachteil
24/7-Erreichbarkeit für Interessenten Rechtliche Risiken bei falschen Auskünften
Schnelle Erstauskunft Haftungsfragen bei Rechtsberatung
Qualifizierung von Anfragen Vertrauensverlust bei Fehlern
Entlastung des Personals Datenschutz bei sensiblen Daten
„Beschreiben Sie einen Vorteil und einen Nachteil eines KI-Chatbots für eine Anwaltskanzlei."
Ethik & Risiken
Ethische Aspekte:
  • Transparenz: Nutzer sollten wissen, wenn sie mit KI interagieren
  • Fairness: Keine Diskriminierung durch voreingenommene Daten
  • Verantwortung: Mensch bleibt für Entscheidungen verantwortlich
  • Datenschutz: Schutz personenbezogener Daten
Risiken beim KI-Einsatz:
  • Übernahme falscher Informationen (Halluzinationen)
  • Urheberrechtsverletzungen bei generierten Inhalten
  • Datenschutzverletzungen bei Cloud-KI
  • Abhängigkeit von externen Anbietern
  • Verlust kritischer Kompetenzen
Der Mensch trägt die Verantwortung – KI ist ein Werkzeug, keine Entscheidungsinstanz!
/ Prüfungs-Schnellcheck 25.02.2026
Die 10 häufigsten Aufgabentypen in der AP1 (Stand 2025)
Nr. Aufgabentyp Was wird gefragt? Punkte-Tipp
1 Entscheidungsmatrix Geräte/Alternativen bewerten (Punkte 1-3) Höchste Punktzahl gewinnt
2 Netzplan (FAZ/FEZ/SAZ/SEZ) Kritischer Pfad, Puffer berechnen GP = SAZ - FAZ, krit. Pfad = GP 0
3 IP-Adressierung Subnetz berechnen, IP zuordnen Formel: 2^n - 2, Gateway = letzte nutzbare
4 Verschlüsselung Asymmetrisch vs. symmetrisch erklären Öffentlich verschlüsseln, privat entschlüsseln
5 Schreibtischtest Code/Pseudocode durchspielen Zeile für Zeile, Variablen notieren
6 KI-Einsatz Wo kann KI in Prozessen unterstützen? Routineaufgaben, Recherche, Automatisierung
7 Anschlüsse/Symbole RJ45, USB-A/C, WLAN, Bluetooth zuordnen Bilder auswendig lernen!
8 Dynamische Website Unterschied statisch vs. dynamisch Dynamisch = serverseitig generiert
9 Hash-Werte Zweck bei Software-Downloads Integrität prüfen, Manipulation erkennen
10 IMAP vs. POP3 Unterschiede, wann welches Protokoll? IMAP = synchron, POP3 = lokal
Seit 2024: RAID-Berechnungen und SQL sind primär AP2-Themen. UML/BPMN und KI sind neu in AP1!
Wichtige Formeln
Nutzwert = Summe (Gewichtung x Bewertung)
Amortisationszeit = Anschaffungskosten / jährliche Einsparung
AfA = Anschaffungskosten / Nutzungsdauer
Anzahl Hosts = 2^(32 - Präfix) - 2
/24 = 254 Hosts | /25 = 126 | /26 = 62 | /27 = 30
FEZ = FAZ + Dauer | SAZ = SEZ - Dauer
Gesamtpuffer (GP) = SAZ - FAZ = SEZ - FEZ
Freier Puffer (FP) = FAZ(Nachfolger) - FEZ
Jährliche Kosten = (Monat × 12 × User) + Schulungskosten
Last-Minute-Wissen (aktualisiert 2025)
Ports auswendig:
  • 21 FTP | 22 SSH | 23 Telnet | 25 SMTP
  • 53 DNS | 80 HTTP | 443 HTTPS
  • 67/68 DHCP | 110 POP3 | 143 IMAP | 3389 RDP
Netzplan-Formeln:
  • FEZ = FAZ + Dauer
  • SAZ = SEZ - Dauer
  • GP = SAZ - FAZ = SEZ - FEZ
  • FP = FAZ(Nachfolger) - FEZ(aktuell)
  • Kritischer Pfad: Alle Vorgänge mit GP = 0
KI-Merksätze:
  • KI lernt selbstständig aus Erfahrungen
  • Mensch trägt Verantwortung für Entscheidungen
  • Halluzinationen = falsche KI-Ausgaben möglich
Anschlüsse schnell:
  • RJ45 = Netzwerk (8-polig, Clip)
  • USB-A = rechteckig, flach
  • USB-C = oval, beidseitig steckbar
Schutzziele: CIA = Confidentiality, Integrity, Availability
Bei Begründungsaufgaben: Erst Anforderung nennen, dann Lösung, dann Begründung!
Die häufigsten Fehler vermeiden (aktualisiert 2025)
Fehler Warum falsch? Richtig machen
Direkt Lösung hinschreiben Keine Analyse, keine Begründung Erst Anforderungen, dann Lösung
„Weil es besser ist" Keine echte Begründung Konkret: „Da der Nutzer X benötigt, ist Y geeignet, weil..."
Netzplan-Formeln verwechselt Falscher kritischer Pfad GP = SAZ - FAZ, FP = FAZ(Nachf.) - FEZ
Bei IP: Netz- und Broadcast vergessen Falsche Host-Anzahl Immer -2 für Netz und Broadcast
Schreibtischtest: Schritte überspringen Falsches Ergebnis Jede Zeile einzeln durchgehen
IMAP/POP3 verwechselt Falsche Empfehlung IMAP = Server, POP3 = lokal
KI ohne kritische Betrachtung Vorteile UND Nachteile gefordert Immer beide Seiten nennen
Zeitmanagement: 90 Minuten = ca. 1,8 Min/Punkt. Bei 25 Punkten max. 45 Minuten!
03

Praxis

Übungen, Tests, Prüfungssimulation & Fallstudien
Interaktiv
/ Übungsaufgaben mit Lösungen 31 AUFGABEN
Netzplan-Aufgaben
[Aufgabe 1] Netzplan berechnen - Website-Projekt +
Ausgangssituation:
Eine Anwaltskanzlei plant den Aufbau einer Website. Folgende Vorgänge wurden identifiziert:

Vorgang Beschreibung Dauer (h) Vorgänger
AKickoff Meeting2-
BKundenanforderungen erfassen25A
CDesign und Konzeptentwicklung32B
DContent-Erstellung40B
EWebentwicklung70C, D
FSuchmaschinenoptimierung (SEO)15E
GCloud Server auswählen8B
HCloud Server mieten2G
ITesten und Qualitätssicherung16E
JWebsite-Launch4F, I, H
Aufgaben:
a) Berechnen Sie FAZ, FEZ, SAZ, SEZ, GP und FP für alle Vorgänge.
b) Bestimmen Sie den kritischen Pfad.
c) Wie lange dauert das Projekt mindestens?
Lösung anzeigen
Schritt 1: Vorwärtsrechnung (FAZ/FEZ)
FEZ = FAZ + Dauer
FAZ des Nachfolgers = Maximum der FEZ aller Vorgänger
Schritt 2: Rückwärtsrechnung (SAZ/SEZ)
SAZ = SEZ - Dauer
SEZ des Vorgängers = Minimum der SAZ aller Nachfolger
Schritt 3: Puffer berechnen
GP = SAZ - FAZ = SEZ - FEZ
FP = FAZ(Nachfolger) - FEZ
Vorgang Dauer FAZ FEZ SAZ SEZ GP FP
A2020200
B2522722700
C322759356788
D402767276700
E70671376713700
F1513715213815311
G827351431511160
H23537151153116116
I1613715313715300
J415315715315700
Antworten:
b) Kritischer Pfad: A - B - D - E - I - J (alle Vorgänge mit GP = 0)
c) Mindestprojektdauer: 157 Stunden
Subnetting-Aufgaben
[Aufgabe 2] IP-Adresse für Drucker ermitteln +
Ausgangssituation:
In einem Netzwerk werden Multifunktionsgeräte per LAN eingebunden.
Netzadresse: 192.168.100.0/26
Die letzte mögliche IP-Adresse ist für das Gateway reserviert.
Der Drucker soll die vorletzte mögliche IP-Adresse erhalten.

Aufgaben:
a) Wie viele Hosts sind in diesem Subnetz möglich?
b) Welche IP-Adresse erhält das Gateway?
c) Welche IP-Adresse erhält der Drucker?
Lösung anzeigen
Schritt 1: Subnetzmaske ermitteln
/26 bedeutet: 26 Bits für Netzanteil, 6 Bits für Hostanteil
Subnetzmaske: 255.255.255.192
Schritt 2: Anzahl Hosts berechnen
Formel: 2^(32-Präfix) - 2 = 2^(32-26) - 2 = 2^6 - 2 = 64 - 2 = 62 Hosts
(-2 für Netzadresse und Broadcast)
Schritt 3: Adressbereich ermitteln
Netzadresse: 192.168.100.0
Erste nutzbare: 192.168.100.1
Letzte nutzbare: 192.168.100.62
Broadcast: 192.168.100.63
Antworten:
a) Mögliche Hosts: 62
b) Gateway (letzte nutzbare): 192.168.100.62
c) Drucker (vorletzte): 192.168.100.61
[Aufgabe 3] Subnetz für 50 Hosts +
Ausgangssituation:
Ein Unternehmen benötigt ein Subnetz für 50 Arbeitsplätze.

Aufgaben:
a) Welche Subnetzmaske (CIDR) ist die kleinste geeignete?
b) Wie viele IP-Adressen werden verschwendet?
Lösung anzeigen
Überlegung
Benötigt: 50 Hosts
/27 = 32 - 2 = 30 Hosts (zu wenig)
/26 = 64 - 2 = 62 Hosts (passt!)
/25 = 128 - 2 = 126 Hosts (zu viel)
Antworten:
a) Kleinste geeignete Maske: /26 (255.255.255.192)
b) Verschwendet: 62 - 50 = 12 IP-Adressen
Nutzwertanalyse-Aufgaben
[Aufgabe 4] Nutzwertanalyse Server-Auswahl +
Ausgangssituation:
Ein Unternehmen muss einen neuen Server auswählen. Drei Angebote liegen vor. Die IT-Leitung hat folgende Gewichtung festgelegt:

Kriterium Gewichtung Server A Server B Server C
Performance (CPU/RAM)40%8 Pkt6 Pkt9 Pkt
Anschaffungskosten25%7 Pkt9 Pkt5 Pkt
Energieeffizienz20%6 Pkt8 Pkt7 Pkt
Erweiterbarkeit15%9 Pkt5 Pkt8 Pkt

Aufgaben:
a) Berechnen Sie den gewichteten Nutzwert für jeden Server.
b) Welcher Server sollte ausgewählt werden?
c) Wie würde sich das Ergebnis ändern, wenn Performance nur 20% Gewichtung hätte und Kosten 45%?
Lösung anzeigen
Formel
Nutzwert = Summe(Punktzahl x Gewichtung)
Server A
= (8 x 0,40) + (7 x 0,25) + (6 x 0,20) + (9 x 0,15)
= 3,20 + 1,75 + 1,20 + 1,35
= 7,50
Server B
= (6 x 0,40) + (9 x 0,25) + (8 x 0,20) + (5 x 0,15)
= 2,40 + 2,25 + 1,60 + 0,75
= 7,00
Server C
= (9 x 0,40) + (5 x 0,25) + (7 x 0,20) + (8 x 0,15)
= 3,60 + 1,25 + 1,40 + 1,20
= 7,45
c) Neue Gewichtung (Performance 20%)
Die frei werdenden 20% werden auf Anschaffungskosten umgelegt (da nun wichtiger):
Performance: 20% | Kosten: 45% | Energie: 20% | Erweiterbarkeit: 15%

Server A: (8×0,20) + (7×0,45) + (6×0,20) + (9×0,15) = 1,60 + 3,15 + 1,20 + 1,35 = 7,30
Server B: (6×0,20) + (9×0,45) + (8×0,20) + (5×0,15) = 1,20 + 4,05 + 1,60 + 0,75 = 7,60
Server C: (9×0,20) + (5×0,45) + (7×0,20) + (8×0,15) = 1,80 + 2,25 + 1,40 + 1,20 = 6,65
Antworten:
a) Server A: 7,50 | Server B: 7,00 | Server C: 7,45
b) Server A mit 7,50 Punkten
c) Bei 20% Performance (+ 45% Kosten): A=7,30 | B=7,60 | C=6,65 → Server B gewinnt
Entscheidungsmatrix-Aufgaben
[Aufgabe 5] Multifunktionsgerät auswählen +
Ausgangssituation:
Eine Kanzlei druckt monatlich ca. 2.000 Seiten S/W und 500 Seiten Farbe. Die Kanzleileitung legt Wert auf hohe Druckqualität, geringe Wartungskosten und hohe Druck- bzw. Scangeschwindigkeit.

Kriterium Gerät 1 Gerät 2 Gerät 3
Geschwindigkeit Druck40 S/min62 S/min50 S/min
Geschwindigkeit Scan20 S/min50 S/min40 S/min
Wartungskosten50 EUR/Monat10 EUR/Monat15 EUR/Monat
Preis3.456 EUR2.844 EUR1.656 EUR

Aufgabe:
Erstellen Sie eine Entscheidungsmatrix. Vergeben Sie pro Zeile Punkte von 1 bis 3 (3 = bester Wert, 1 = schlechtester Wert). Welches Gerät empfehlen Sie?
Lösung anzeigen
Kriterium Gerät 1 Gerät 2 Gerät 3
Geschwindigkeit Druck132
Geschwindigkeit Scan132
Wartungskosten132
Preis123
Ergebnis4119
Empfehlung: Gerät 2 mit 11 Punkten.

Begründung: Gerät 2 erreicht bei den für die Kanzlei wichtigen Kriterien (Geschwindigkeit und Wartungskosten) jeweils die Bestwertung. Der etwas höhere Preis gegenüber Gerät 3 wird durch die deutlich niedrigeren Wartungskosten über die Nutzungsdauer kompensiert.
OSI-Schichten Drill
[Aufgabe 6] Protokolle den OSI-Schichten zuordnen +
Aufgabe:
Ordnen Sie folgende Protokolle/Technologien der richtigen OSI-Schicht zu:

Protokoll/Technologie OSI-Schicht (Nr. + Name)
HTTP?
TCP?
IP?
Ethernet?
RJ45-Kabel?
Switch (MAC-Adressen)?
Router?
TLS/SSL?
Lösung anzeigen
Protokoll Schicht Begründung
HTTP7 - AnwendungProtokoll für Webseiten-Übertragung
TCP4 - TransportVerbindungsorientierte Übertragung
IP3 - VermittlungLogische Adressierung, Routing
Ethernet2 - SicherungMAC-Adressen, Frames
RJ45-Kabel1 - BitübertragungPhysisches Medium
Switch2 - SicherungArbeitet mit MAC-Adressen
Router3 - VermittlungArbeitet mit IP-Adressen
TLS/SSL5/6 - Sitzung/DarstellungVerschlüsselung der Verbindung
Merkhilfe: "Please Do Not Throw Salami Pizza Away"
1-Physical, 2-Data Link, 3-Network, 4-Transport, 5-Session, 6-Presentation, 7-Application
[Aufgabe 7] OSI vs. TCP/IP Modell +
Aufgabe:
a) Wie viele Schichten hat das TCP/IP-Modell im Vergleich zum OSI-Modell?
b) Welche OSI-Schichten werden in der "Internetschicht" des TCP/IP-Modells zusammengefasst?
c) Nennen Sie je ein Protokoll für jede TCP/IP-Schicht.
Lösung anzeigen
a) Schichtanzahl
OSI: 7 Schichten
TCP/IP: 4 Schichten
b) Internetschicht
Die TCP/IP-Internetschicht entspricht der OSI-Schicht 3 (Vermittlung).
Die Anwendungsschicht im TCP/IP fasst OSI 5, 6, 7 zusammen.
c) Protokolle pro TCP/IP-Schicht
4. Anwendung: HTTP, FTP, SMTP, DNS
3. Transport: TCP, UDP
2. Internet: IP, ICMP, ARP
1. Netzzugang: Ethernet, WLAN, PPP
Schreibtischtest-Aufgaben
[Aufgabe 8] Website-Bewertung Pseudocode +
Pseudocode:
Funktion bewertung_webseite(ladezeit, html_valid, mobile_freundlich, seo_optimierung):
  Wenn ladezeit < 2:
    Wenn html_valid:
      Wenn mobile_freundlich:
        Wenn seo_optimierung > 80:
          ergebnis = "Hervorragend"
        Sonst, wenn seo_optimierung > 50:
          ergebnis = "Gut, SEO könnte besser sein"
        Sonst:
          ergebnis = "Schwaches SEO"
      Sonst:
        ergebnis = "Nicht mobilfreundlich, aber SEO gut"
    Sonst:
      ergebnis = "HTML nicht valide"
  Sonst:
    Wenn html_valid:
      Wenn mobile_freundlich:
        ergebnis = "Langsam, aber valide und mobilfreundlich"
      Sonst:
        ergebnis = "Langsam und nicht mobilfreundlich"
    Sonst:
      ergebnis = "Langsam und HTML nicht valide"
  Rückgabe ergebnis
Aufgaben:
Bestimmen Sie das Ergebnis für folgende Aufrufe:
1. bewertung_webseite(1.5, Wahr, Wahr, 80)
2. bewertung_webseite(3.0, Wahr, Falsch, 45)
Lösung anzeigen
Aufruf 1: bewertung_webseite(1.5, Wahr, Wahr, 80)
ladezeit = 1.5 --> 1.5 < 2? JA
html_valid = Wahr --> JA
mobile_freundlich = Wahr --> JA
seo_optimierung = 80 --> 80 > 80? NEIN --> 80 > 50? JA

ergebnis = "Gut, SEO könnte besser sein"
Aufruf 2: bewertung_webseite(3.0, Wahr, Falsch, 45)
ladezeit = 3.0 --> 3.0 < 2? NEIN (Sprung zu Sonst)
html_valid = Wahr --> JA
mobile_freundlich = Falsch --> NEIN

ergebnis = "Langsam und nicht mobilfreundlich"
Verschlüsselung-Aufgaben
[Aufgabe 9] Asymmetrische Verschlüsselung erklären +
Ausgangssituation:
Ein Anwalt hat von einem Mandanten einen öffentlichen Schlüssel per E-Mail erhalten. Er möchte nun eine verschlüsselte E-Mail an den Mandanten senden.

Aufgaben:
a) Beschreiben Sie die Vorgehensweise bei der asymmetrischen Verschlüsselung zur Übertragung der E-Mail.
b) Welches IT-Schutzziel wird durch die Verschlüsselung erreicht?
c) Nennen Sie einen Vorteil und einen Nachteil der asymmetrischen gegenüber der symmetrischen Verschlüsselung.
Lösung anzeigen
a) Vorgehensweise
1. Der Anwalt verschlüsselt die E-Mail mit dem öffentlichen Schlüssel des Mandanten.
2. Die verschlüsselte E-Mail wird über das Internet übertragen.
3. Der Mandant entschlüsselt die E-Mail mit seinem privaten Schlüssel.
4. Nur der Mandant kann die Nachricht lesen, da nur er den privaten Schlüssel besitzt.
b) IT-Schutzziel
Vertraulichkeit (Confidentiality) - Nur der berechtigte Empfänger kann die Nachricht lesen.
c) Vorteil und Nachteil
Vorteil: Kein sicherer Schlüsselaustausch nötig - der öffentliche Schlüssel kann frei verteilt werden.

Nachteil: Langsamer als symmetrische Verschlüsselung aufgrund des höheren Rechenaufwands.
DSGVO-Aufgaben
[Aufgabe 10] DSGVO-Grundsätze anwenden +
Ausgangssituation:
Ein Online-Shop speichert Kundendaten. Ein Kunde beschwert sich, dass seine Daten an Dritte weitergegeben wurden und er keine Auskunft über seine gespeicherten Daten erhält.

Aufgaben:
a) Welche DSGVO-Grundsätze wurden möglicherweise verletzt?
b) Welche Betroffenenrechte kann der Kunde geltend machen?
c) Welche Konsequenzen drohen dem Unternehmen?
Lösung anzeigen
a) Verletzte Grundsätze
Rechtmäßigkeit: Weitergabe ohne Einwilligung
Zweckbindung: Daten nur für ursprünglichen Zweck
Transparenz: Betroffener wurde nicht informiert
b) Betroffenenrechte
- Auskunftsrecht (Art. 15): Welche Daten sind gespeichert?
- Recht auf Löschung (Art. 17): "Vergessenwerden"
- Recht auf Berichtigung (Art. 16)
- Beschwerderecht bei Aufsichtsbehörde
c) Konsequenzen
- Bußgeld bis 20 Mio. EUR oder 4% des Jahresumsatzes
- Schadensersatzansprüche des Betroffenen
- Reputationsschaden
[Aufgabe 11] Personenbezogene Daten identifizieren +
Aufgabe:
Welche der folgenden Daten sind personenbezogen im Sinne der DSGVO?

1. IP-Adresse eines Webseitenbesuchers
2. Aggregierte Verkaufsstatistik (100 Verkäufe pro Tag)
3. E-Mail-Adresse: max.mustermann@firma.de
4. Kundennummer 4711
5. Anonymisierte Umfrageergebnisse
6. GPS-Standortdaten eines Firmenfahrzeugs
Lösung anzeigen
Datum Personenbezogen? Begründung
1. IP-AdresseJAKann Person zugeordnet werden
2. StatistikNEINKein Personenbezug möglich
3. E-MailJAEnthält Namen, direkt identifizierbar
4. Kundennr.JAPseudonym, mit Datenbank zuordenbar
5. AnonymNEINAnonymisiert = kein Personenbezug
6. GPS-DatenJAFahrer kann identifiziert werden
Personenbezogen = Alle Infos, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare Person beziehen (Art. 4 DSGVO)
IT-Sicherheit Aufgaben
[Aufgabe 12] Schutzbedarfsanalyse durchführen +
Ausgangssituation:
Die MedTech GmbH entwickelt medizinische Diagnosesoftware. Der IT-Leiter soll für folgende Systeme eine Schutzbedarfsanalyse erstellen:

System Beschreibung
PatientendatenbankEnthält Gesundheitsdaten von 50.000 Patienten
Webseite (Marketing)Öffentliche Firmenpräsentation
E-Mail-ServerInterne und externe Kommunikation
EntwicklungsserverQuellcode der Diagnosesoftware
Aufgaben:
a) Bewerten Sie den Schutzbedarf (normal/hoch/sehr hoch) für jedes System hinsichtlich Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit.
b) Begründen Sie Ihre Einschätzung für die Patientendatenbank.
c) Welche konkreten Schutzmaßnahmen empfehlen Sie für das System mit dem höchsten Schutzbedarf?
Lösung anzeigen
a) Schutzbedarfseinstufung
System Vertraulichkeit Integrität Verfügbarkeit
PatientendatenbankSEHR HOCHSEHR HOCHHOCH
WebseiteNormalNormalNormal
E-Mail-ServerHochHochHoch
EntwicklungsserverSEHR HOCHHOCHHoch
b) Begründung Patientendatenbank
Vertraulichkeit SEHR HOCH: Gesundheitsdaten sind besondere personenbezogene Daten (Art. 9 DSGVO). Offenlegung kann existenzbedrohend für Betroffene sein.

Integrität SEHR HOCH: Falsche Diagnosen können Menschenleben gefährden. Manipulation muss ausgeschlossen sein.

Verfügbarkeit HOCH: Daten müssen für Behandlung verfügbar sein, aber kurzzeitiger Ausfall ist tolerierbar.
c) Schutzmaßnahmen Patientendatenbank
Technische Maßnahmen:
- Verschlüsselung (AES-256) für Daten at rest und in transit
- Mehrstufige Authentifizierung (MFA)
- Zugriffskontrolle nach Rollen (RBAC)
- Intrusion Detection System (IDS)
- Regelmäßige Backups mit Offsite-Lagerung

Organisatorische Maßnahmen:
- Need-to-know-Prinzip
- Protokollierung aller Zugriffe
- Schulungen für Mitarbeiter
- Penetrationstests
[Aufgabe 13] Angriffsszenarien erkennen und abwehren +
Ausgangssituation:
Der IT-Support erhält folgende Meldungen:

Fall A: Mitarbeiter erhält E-Mail von "IT-Abteilung" mit Aufforderung, Passwort über einen Link zu bestätigen.

Fall B: Webserver zeigt ungewöhnlich viele Anfragen von verschiedenen IP-Adressen, Antwortzeiten steigen stark.

Fall C: Bildschirmmeldung: "Ihre Dateien wurden verschlüsselt. Überweisen Sie 2 BTC an..."

Fall D: Unbefugter verschafft sich Zutritt zum Serverraum, indem er einem Mitarbeiter folgt.

Aufgaben:
a) Identifizieren Sie die Angriffsart für jeden Fall.
b) Welches CIA-Schutzziel ist jeweils primär bedroht?
c) Nennen Sie je zwei Präventivmaßnahmen pro Fall.
Lösung anzeigen
Fall Angriffsart Bedrohtes Schutzziel Präventivmaßnahmen
A Phishing Vertraulichkeit - Security Awareness Training
- E-Mail-Filter mit Linkprüfung
- MFA aktivieren
B DDoS-Angriff Verfügbarkeit - Rate Limiting
- CDN mit DDoS-Schutz
- Geo-Blocking
C Ransomware Verfügbarkeit + Integrität - Offline-Backups (3-2-1-Regel)
- Endpoint Protection
- Makros deaktivieren
D Tailgating / Social Engineering Vertraulichkeit - Zutrittskontrollsysteme
- Mitarbeiterschulung
- Besucherbegleitung
Merke: Die meisten erfolgreichen Angriffe nutzen den "Faktor Mensch" aus. Technische Maßnahmen müssen IMMER durch Schulungen ergänzt werden!
[Aufgabe 14] Passwort-Richtlinie bewerten +
Ausgangssituation:
Ein Unternehmen hat folgende Passwort-Richtlinie implementiert:

- Mindestlänge: 6 Zeichen
- Keine Sonderzeichen erforderlich
- Passwort muss alle 30 Tage geändert werden
- Die letzten 3 Passwörter dürfen nicht wiederverwendet werden
- Speicherung als MD5-Hash ohne Salt

Aufgaben:
a) Bewerten Sie jeden Punkt der Richtlinie kritisch.
b) Formulieren Sie eine verbesserte Passwort-Richtlinie nach BSI-Empfehlungen.
c) Welche Alternative zu häufigen Passwortwechseln empfiehlt das BSI heute?
Lösung anzeigen
a) Kritische Bewertung
Punkt Bewertung Problem
6 ZeichenUNSICHERBrute-Force in Sekunden möglich
Keine SonderzeichenUNSICHERGeringere Entropie, leichter knackbar
30 Tage WechselVERALTETFührt zu schwachen Passwörtern (Passwort1, Passwort2...)
3er HistorieGUTVerhindert sofortige Wiederverwendung
MD5 ohne SaltKRITISCHRainbow-Table-Angriffe möglich, MD5 gilt als gebrochen
b) Verbesserte Richtlinie
- Mindestlänge: 12 Zeichen (besser: 16+)
- Komplexität: Groß-/Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen
- Keine regelmäßigen Passwortwechsel, aber sofort bei Kompromittierung
- Prüfung gegen bekannte Passwort-Leaks (Have I Been Pwned)
- Speicherung mit bcrypt, Argon2 oder PBKDF2 (mit Salt)
c) BSI-Empfehlung heute
Das BSI empfiehlt Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) statt häufiger Passwortwechsel:

- Wissen (Passwort)
- Besitz (Token, Smartphone)
- Biometrie (Fingerabdruck, Gesicht)

Plus: Lange Passphrasen statt komplexer kurzer Passwörter
Beispiel: "MeinHundFritziMag3xKatzenFutter!"
Hardware & Arbeitsplatz Aufgaben
[Aufgabe 15] Arbeitsplatzausstattung planen +
Ausgangssituation:
Die Kreativagentur DesignWerft richtet 5 neue Arbeitsplätze für Grafikdesigner ein. Anforderungen:

- Arbeit mit Adobe Creative Suite (Photoshop, Illustrator, After Effects)
- 4K-Videobearbeitung
- Farbtreue Darstellung für Druckvorstufe
- Budget: max. 3.000 € pro Arbeitsplatz (nur Hardware)

Aufgaben:
a) Erstellen Sie eine Mindestanforderungsliste für CPU, RAM, GPU und Speicher.
b) Welcher Monitortyp eignet sich und warum?
c) Nennen Sie 4 ergonomische Anforderungen nach ArbStättV für den Bildschirmarbeitsplatz.
Lösung anzeigen
a) Mindestanforderungen Hardwarekomponenten
Komponente Mindestanforderung Begründung
CPU8 Kerne / 16 Threads (z.B. AMD Ryzen 7 / Intel i7)After Effects nutzt Multi-Threading intensiv
RAM32 GB DDR54K-Video + mehrere Adobe-Apps gleichzeitig
GPU8 GB VRAM (z.B. RTX 4060)GPU-Beschleunigung für Rendering, CUDA/OpenCL
Speicher1 TB NVMe SSD + 2 TB HDDSSD für System/Cache, HDD für Projektarchiv
b) Monitorempfehlung
IPS-Panel mit Hardware-Kalibrierung

Begründung:
- IPS: Weiter Betrachtungswinkel, stabile Farben
- Mindestens 100% sRGB, besser Adobe RGB / DCI-P3
- 10-Bit Farbtiefe für Druckvorstufe (1,07 Mrd. Farben)
- Auflösung: 4K (3840×2160) für Detailarbeit
- Hardware-Kalibrierung mittels Colorimeter (z.B. Datacolor Spyder)
c) Ergonomische Anforderungen (ArbStättV)
1. Bildschirmoberkante auf Augenhöhe (Kopfneigung max. 35°)
2. Sehabstand 50-70 cm zum Monitor
3. Blendfreie Aufstellung (90° zum Fenster, keine Reflexionen)
4. Verstellbarer Bürostuhl mit Lordosenstütze
5. Ausreichende Beleuchtungsstärke (mind. 500 Lux)
6. Platz für Tastatur + Handballenauflage (mind. 10 cm Tischkante)
[Aufgabe 16] RAID-System auswählen +
Ausgangssituation:
Ein Architekturbüro benötigt einen Fileserver für CAD-Projektdaten:

- Hohe Ausfallsicherheit (Projektdaten sind geschäftskritisch)
- Performante Lese-/Schreibzugriffe für große Dateien
- 10 TB Netto-Speicherkapazität benötigt
- Verfügbar: 6 identische Festplatten à 4 TB

Aufgaben:
a) Vergleichen Sie RAID 5 und RAID 6 für diesen Anwendungsfall.
b) Berechnen Sie die Nettokapazität für beide RAID-Level.
c) Welches RAID-Level empfehlen Sie und warum?
Lösung anzeigen
a) Vergleich RAID 5 vs. RAID 6
Eigenschaft RAID 5 RAID 6
Mindestanzahl Platten34
ParitätEinfach (XOR)Doppelt
Ausfalltoleranz1 Platte2 Platten
SchreibperformanceGutEtwas langsamer
Rebuild-ZeitKritische PhaseSicherer
b) Kapazitätsberechnung (6 × 4 TB)
RAID 5: (n-1) × Plattengröße
= (6-1) × 4 TB = 20 TB Nettokapazität

RAID 6: (n-2) × Plattengröße
= (6-2) × 4 TB = 16 TB Nettokapazität
c) Empfehlung
Empfehlung: RAID 6

Begründung:
- 16 TB übersteigt die Anforderung von 10 TB ✓
- Bei großen Platten (4 TB) ist die Rebuild-Zeit lang (8-24h)
- Während Rebuild ist RAID 5 verwundbar (zweiter Ausfall = Datenverlust)
- RAID 6 toleriert 2 gleichzeitige Ausfälle
- Für geschäftskritische Daten: Sicherheit vor Kapazität!

Wichtig: RAID ersetzt KEIN Backup! RAID schützt nur vor Hardwareausfall, nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware oder Brand.
[Aufgabe 17] USV dimensionieren +
Ausgangssituation:
Für einen Serverraum soll eine USV beschafft werden. Zu versorgende Geräte:

Gerät Leistungsaufnahme Anzahl
Server450 W2
NAS-System200 W1
Switch50 W2

Die USV soll mindestens 15 Minuten Überbrückungszeit bieten.

Aufgaben:
a) Berechnen Sie die Gesamtleistung in Watt.
b) Rechnen Sie die Leistung in VA um (Annahme: Power Factor 0,7).
c) Welche USV-Typen gibt es und welcher eignet sich für Server?
Lösung anzeigen
a) Gesamtleistung berechnen
Server: 2 × 450 W = 900 W
NAS: 1 × 200 W = 200 W
Switches: 2 × 50 W = 100 W

Gesamt: 1.200 W

+ 20% Reserve für Spitzenlasten: 1.200 × 1,2 = 1.440 W
b) Umrechnung Watt → VA
Formel: VA = W / Power Factor

VA = 1.440 W / 0,7 = 2.057 VA ≈ 2.100 VA

Empfehlung: USV mit mindestens 2.200 VA / 1.500 W
c) USV-Typen
Typ Funktion Einsatzbereich
Offline/StandbySchaltet bei Ausfall umEinzelne PCs
Line-Interactive+ SpannungsregelungNetzwerkgeräte, kleine Server
Online/Double ConversionPermanente Umwandlung AC→DC→ACServer, kritische Systeme

Empfehlung: Online-USV (Double Conversion)
- Keine Umschaltzeit (0 ms)
- Perfekte Sinuswelle
- Schutz vor Spannungsschwankungen
Wirtschaftlichkeit & BWL Aufgaben
[Aufgabe 18] TCO-Berechnung Cloud vs. On-Premise +
Ausgangssituation:
Ein Unternehmen evaluiert die Serverinfrastruktur für die nächsten 5 Jahre:

Option A: On-Premise Server
- Anschaffung Hardware: 25.000 €
- Jährliche Wartung: 3.000 €
- Stromkosten/Jahr: 2.400 €
- Personalkosten Administration/Jahr: 8.000 €
- Abschreibung: linear über 5 Jahre

Option B: Cloud (IaaS)
- Monatliche Kosten: 1.200 €
- Keine Anschaffungskosten

Aufgaben:
a) Berechnen Sie die TCO für beide Optionen über 5 Jahre.
b) Berechnen Sie die jährliche AfA für Option A.
c) Ab welchem Jahr ist Cloud günstiger? Erstellen Sie eine Kostenübersicht.
Lösung anzeigen
a) TCO-Berechnung (5 Jahre)
Option A - On-Premise:
Anschaffung: 25.000 €
Wartung: 5 × 3.000 € = 15.000 €
Strom: 5 × 2.400 € = 12.000 €
Personal: 5 × 8.000 € = 40.000 €
TCO On-Premise = 92.000 €

Option B - Cloud:
Monatlich: 1.200 € × 12 = 14.400 €/Jahr
5 Jahre: 14.400 € × 5 = 72.000 €

Cloud ist 20.000 € günstiger über 5 Jahre
b) Lineare AfA
Formel: AfA = Anschaffungskosten / Nutzungsdauer

AfA = 25.000 € / 5 Jahre = 5.000 € pro Jahr

Restbuchwert nach Jahr 3: 25.000 € - (3 × 5.000 €) = 10.000 €
c) Kostenvergleich pro Jahr
Jahr On-Premise (kumuliert) Cloud (kumuliert) Differenz
138.400 €14.400 €-24.000 €
251.800 €28.800 €-23.000 €
365.200 €43.200 €-22.000 €
478.600 €57.600 €-21.000 €
592.000 €72.000 €-20.000 €

Ergebnis: Cloud ist in diesem Szenario ab Jahr 1 und dauerhaft günstiger.

Achtung: TCO allein reicht nicht! Auch Datenschutz, Verfügbarkeit, Vendor Lock-in und Skalierbarkeit bewerten.
[Aufgabe 19] Make-or-Buy Entscheidung +
Ausgangssituation:
Die IT-Abteilung eines mittelständischen Unternehmens überlegt, ob ein Ticketsystem selbst entwickelt oder eingekauft werden soll:

Make (Eigenentwicklung):
- Entwicklungskosten: 80.000 €
- Jährliche Wartung/Weiterentwicklung: 15.000 €
- Zeit bis Produktivbetrieb: 8 Monate

Buy (SaaS-Lösung):
- Monatliche Lizenz: 500 € (10 Agenten)
- Einmalige Einrichtung: 5.000 €
- Zeit bis Produktivbetrieb: 2 Wochen

Aufgaben:
a) Berechnen Sie die Kosten beider Optionen über 5 Jahre.
b) Listen Sie qualitative Vor-/Nachteile beider Optionen auf.
c) Treffen Sie eine begründete Empfehlung.
Lösung anzeigen
a) Kostenvergleich (5 Jahre)
Make:
Entwicklung: 80.000 €
Wartung: 5 × 15.000 € = 75.000 €
Gesamt Make: 155.000 €

Buy:
Einrichtung: 5.000 €
Lizenzen: 500 € × 12 × 5 = 30.000 €
Gesamt Buy: 35.000 €

Ersparnis bei Buy: 120.000 €
b) Qualitative Faktoren
Kriterium Make Buy
Anpassbarkeit+++ Volle Kontrolle+ Begrenzt auf Konfiguration
Time-to-Market- 8 Monate+++ 2 Wochen
Datenhoheit+++ On-Premise möglich- Cloud des Anbieters
Wartungsaufwand- Eigenes Personal+++ Inklusive
Skalierbarkeit+ Aufwändig+++ Einfach skalierbar
Vendor Lock-in+++ Kein- Abhängigkeit vom Anbieter
Know-how- Spezialistensuche+++ Keine Expertise nötig
c) Empfehlung
Empfehlung: Buy (SaaS-Lösung)

Begründung:
- 120.000 € Kostenvorteil über 5 Jahre
- Schnelle Verfügbarkeit (2 Wochen statt 8 Monate)
- Kein Risiko von Entwicklungsfehlern
- Ticketsystem ist keine Kernkompetenz
- Regelmäßige Updates und Support inklusive

Make wäre nur sinnvoll bei:
- Hochsensiblen Daten (Gesundheit, Militär)
- Sehr speziellen Anforderungen
- Strategischer Bedeutung des Systems
[Aufgabe 20] Angebotskalkulation erstellen +
Ausgangssituation:
Ein IT-Systemhaus soll ein Angebot für die Netzwerkmodernisierung erstellen:

Material:
- 5 Managed Switches à 450 € (Einkaufspreis)
- 200m Netzwerkkabel: 180 €
- Patchpanel + Kleinteile: 320 €

Personalkosten:
- Planung: 8 h × 75 €/h
- Installation: 16 h × 55 €/h
- Konfiguration: 6 h × 85 €/h

Kalkulationszuschläge:
- Materialzuschlag: 25%
- Gewinnzuschlag: 12%

Aufgaben:
a) Berechnen Sie die Materialkosten inkl. Zuschlag.
b) Berechnen Sie die Personalkosten.
c) Ermitteln Sie den Nettoangbotspreis inkl. Gewinnzuschlag.
Lösung anzeigen
a) Materialkosten
Switches: 5 × 450 € = 2.250 €
Kabel: 180 €
Patchpanel: 320 €
Materialkosten netto: 2.750 €

+ 25% Materialzuschlag: 2.750 € × 1,25 = 3.437,50 €
b) Personalkosten
Planung: 8 h × 75 € = 600 €
Installation: 16 h × 55 € = 880 €
Konfiguration: 6 h × 85 € = 510 €
Personalkosten: 1.990 €
c) Nettoangbotspreis
Material mit Zuschlag: 3.437,50 €
Personal: 1.990 €
Selbstkosten: 5.427,50 €

+ 12% Gewinnzuschlag: 5.427,50 € × 1,12 = 6.078,80 €

Nettoangbotspreis: 6.078,80 €
Bruttoangbotspreis (19% MwSt): 6.078,80 € × 1,19 = 7.233,77 €
KI & Nachhaltigkeit Aufgaben NEU 2025
[Aufgabe 21] KI-Einsatz im Unternehmen bewerten +
Ausgangssituation:
Ein Kundenservice-Center mit 50 Mitarbeitern erwägt den Einsatz eines KI-gestützten Chatbots:

- Aktuell: 800 Anfragen/Tag, durchschnittliche Bearbeitungszeit 8 Minuten
- Chatbot könnte 60% der Standardanfragen automatisiert beantworten
- Investition: 45.000 € einmalig, 1.500 €/Monat laufende Kosten
- Aktuelle Personalkosten: 28 €/Stunde pro Mitarbeiter

Aufgaben:
a) Berechnen Sie die jährliche Zeitersparnis durch den Chatbot.
b) Welche ethischen Aspekte müssen beim KI-Einsatz berücksichtigt werden?
c) Welche Risiken birgt der Einsatz eines KI-Chatbots?
Lösung anzeigen
a) Zeitersparnis berechnen
Anfragen pro Tag: 800
Davon automatisierbar (60%): 480 Anfragen
Bearbeitungszeit pro Anfrage: 8 Minuten

Eingesparte Zeit/Tag: 480 × 8 Min = 3.840 Min = 64 Stunden/Tag
Eingesparte Zeit/Jahr (250 Arbeitstage): 64 × 250 = 16.000 Stunden/Jahr

Wert der Ersparnis: 16.000 h × 28 € = 448.000 €/Jahr

Kostenvergleich:
- Ersparnis: 448.000 €
- Investition Jahr 1: 45.000 € + (12 × 1.500 €) = 63.000 €
- ROI Jahr 1: 385.000 € positiv
b) Ethische Aspekte
1. Transparenz:
- Kunden müssen wissen, dass sie mit KI kommunizieren
- Keine Täuschung über "echte" Mitarbeiter

2. Datenschutz:
- Was passiert mit den Gesprächsdaten?
- Werden Daten zum Training verwendet?
- DSGVO-konforme Verarbeitung

3. Arbeitsplätze:
- Sozialverträgliche Umstrukturierung
- Weiterqualifizierung statt Entlassung
- Betriebsrat einbinden

4. Diskriminierungsfreiheit:
- KI-Bias prüfen (trainiert auf welchen Daten?)
- Gleiche Behandlung aller Kunden
c) Risiken des KI-Einsatzes
Risiko Beschreibung Gegenmaßnahme
HalluzinationenKI erfindet falsche InformationenHuman-in-the-Loop, Quellenprüfung
ReputationsschadenUnpassende/beleidigende AntwortenContent-Filter, Monitoring
Vendor Lock-inAbhängigkeit vom AnbieterExit-Strategie, Datenportabilität
DatenleckSensible Daten in KI-PromptsData Masking, On-Premise-Lösung
AkzeptanzproblemeKunden/Mitarbeiter lehnen KI abChange Management, Schulungen
[Aufgabe 22] Green IT & Nachhaltigkeit bewerten +
Ausgangssituation:
Ein Unternehmen möchte seinen CO₂-Fußabdruck der IT reduzieren. Aktuelle Infrastruktur:

- 200 Desktop-PCs (durchschnittlich 150 W, 8h/Tag Betrieb)
- 10 Server im Serverraum (durchschnittlich 400 W, 24/7)
- Klimaanlage Serverraum: 5 kW
- PUE (Power Usage Effectiveness) des Serverraums: 2,0

Aufgaben:
a) Berechnen Sie den jährlichen Stromverbrauch der IT-Infrastruktur.
b) Welche Green-IT-Maßnahmen können implementiert werden?
c) Was bedeutet PUE und wie kann dieser Wert verbessert werden?
Lösung anzeigen
a) Stromverbrauch berechnen
Desktop-PCs:
200 PCs × 150 W × 8 h × 250 Tage = 60.000.000 Wh = 60.000 kWh/Jahr

Server:
10 Server × 400 W × 24 h × 365 Tage = 35.040.000 Wh = 35.040 kWh/Jahr

Serverraum gesamt (mit PUE 2,0):
35.040 kWh × 2,0 = 70.080 kWh/Jahr
(PUE 2,0 bedeutet: Für 1 kWh IT braucht man 2 kWh gesamt inkl. Kühlung)

Gesamtverbrauch: 60.000 + 70.080 = 130.080 kWh/Jahr

Bei 0,30 €/kWh: 130.080 × 0,30 = 39.024 € Stromkosten/Jahr
Bei 400g CO₂/kWh: 130.080 × 0,4 = 52 Tonnen CO₂/Jahr
b) Green-IT-Maßnahmen
Sofortmaßnahmen:
- Energiesparprofile aktivieren (Standby nach 10 Min)
- Monitore mit Bewegungsmelder koppeln
- Server-Virtualisierung (weniger physische Server)

Mittelfristig:
- Desktop-PCs durch Thin Clients ersetzen (15 W statt 150 W)
- Hardware-Refresh mit Energy-Star-Geräten
- Server-Konsolidierung in die Cloud (falls CO₂-neutral)

Langfristig:
- Kühlung optimieren (Freecooling, Warmgang/Kaltgang)
- Abwärme für Gebäudeheizung nutzen
- Ökostrom beziehen oder PV-Anlage
- Geräte-Lebensdauer verlängern (Reparatur vor Neuanschaffung)
c) PUE (Power Usage Effectiveness)
Definition:
PUE = Gesamtenergie Rechenzentrum / Energie der IT-Geräte

PUE-Wert Bewertung
2,0 und höherIneffizient (50%+ für Kühlung)
1,5 - 2,0Durchschnitt
1,2 - 1,5Gut
unter 1,2Exzellent (Google erreicht 1,1)

Verbesserungsmaßnahmen:
- Warmgang-/Kaltgang-Einhausung
- Freikühlung (Außenluft statt Klimaanlage)
- Höhere Raumtemperatur erlauben (25°C statt 20°C)
- Effizientere USV-Anlagen
- Blindstromkompensation
[Aufgabe 23] KI-Arten und Anwendungen zuordnen +
Aufgabe:
Ordnen Sie die folgenden Anwendungsfälle der passenden KI-Methode zu und erklären Sie kurz:

KI-Methoden:
A) Maschinelles Lernen (ML)
B) Deep Learning / Neuronale Netze
C) Natural Language Processing (NLP)
D) Computer Vision
E) Regelbasierte Systeme / Expertensysteme

Anwendungsfälle:
1. Spam-Filter für E-Mails
2. Gesichtserkennung am Smartphone
3. Chatbot für Kundenanfragen
4. Qualitätskontrolle in der Produktion (Bildprüfung)
5. Empfehlungsalgorithmus bei Netflix
6. Diagnose-Software für Ärzte (wenn-dann-Regeln)
7. Automatische Übersetzung (DeepL, Google Translate)
Lösung anzeigen
Nr. Anwendung KI-Methode Erklärung
1Spam-FilterA) MLKlassifizierung durch Mustererkennung in Texten
2GesichtserkennungB+D) Deep Learning + CVCNN (Convolutional Neural Networks) für Bildanalyse
3ChatbotC) NLPVersteht natürliche Sprache, generiert Antworten
4QualitätskontrolleD) Computer VisionErkennt Fehler auf Bildern automatisch
5Netflix-EmpfehlungA) MLCollaborative Filtering basierend auf Nutzerdaten
6Ärzte-DiagnoseE) ExpertensystemFeste Regelbasis von Experten erstellt
7ÜbersetzungB+C) Deep Learning + NLPTransformer-Modelle für Sprachverständnis
Wichtige Begriffe für die Prüfung:
- Supervised Learning: Lernen mit gelabelten Daten (z.B. Spam/Nicht-Spam)
- Unsupervised Learning: Muster finden ohne Labels (z.B. Kundensegmentierung)
- LLM (Large Language Model): ChatGPT, Claude - trainiert auf riesigen Textmengen
- Halluzination: KI erfindet plausibel klingende, aber falsche Informationen
Cloud & Virtualisierung Aufgaben
[Aufgabe 24] Cloud-Service-Modelle auswählen +
Ausgangssituation:
Drei Unternehmen haben unterschiedliche Anforderungen:

Firma A: Start-up ohne IT-Abteilung, benötigt E-Mail und Collaboration-Tools.
Firma B: Softwareentwickler, braucht schnell skalierbare Testumgebungen mit voller Kontrolle über OS und Runtime.
Firma C: E-Commerce-Shop, möchte eigene Webanwendung hosten, ohne Server administrieren zu müssen.

Aufgaben:
a) Welches Cloud-Service-Modell (IaaS, PaaS, SaaS) empfehlen Sie jeweils?
b) Nennen Sie für jedes Modell ein konkretes Produktbeispiel.
c) Zeichnen Sie eine Verantwortlichkeitsmatrix (Was verwaltet Kunde, was Anbieter?).
Lösung anzeigen
a) Service-Modell-Zuordnung
Firma Anforderung Empfehlung Begründung
AE-Mail, CollaborationSaaSSofort nutzbar, keine IT-Kenntnisse nötig
BTestumgebungen, volle KontrolleIaaSKann OS und Middleware selbst wählen
CWebanwendung, keine ServeradminPaaSFokus auf Code, Infrastruktur automatisch
b) Produktbeispiele
SaaS: Microsoft 365, Google Workspace, Salesforce, Slack
PaaS: Heroku, Google App Engine, Azure App Service
IaaS: AWS EC2, Azure Virtual Machines, Google Compute Engine
c) Verantwortlichkeitsmatrix
Komponente On-Premise IaaS PaaS SaaS
AnwendungenKundeKundeKundeAnbieter
DatenKundeKundeKundeKunde
RuntimeKundeKundeAnbieterAnbieter
MiddlewareKundeKundeAnbieterAnbieter
BetriebssystemKundeKundeAnbieterAnbieter
VirtualisierungKundeAnbieterAnbieterAnbieter
Server/StorageKundeAnbieterAnbieterAnbieter
NetzwerkKundeAnbieterAnbieterAnbieter
[Aufgabe 25] VM vs. Container entscheiden +
Ausgangssituation:
Ein Entwicklerteam plant eine Microservices-Architektur mit 20 kleinen, unabhängigen Diensten. Jeder Dienst soll:

- Schnell startbar sein (unter 5 Sekunden)
- Ressourceneffizient sein
- Auf verschiedenen Umgebungen identisch laufen
- Leicht skalierbar sein

Als Alternative steht eine klassische Virtualisierung mit 20 VMs zur Debatte.

Aufgaben:
a) Vergleichen Sie VM und Container für diesen Anwendungsfall.
b) Welche Technologie empfehlen Sie und warum?
c) Was ist der Unterschied zwischen Docker und Kubernetes?
Lösung anzeigen
a) Vergleich VM vs. Container
Eigenschaft VM Container
StartzeitMinutenSekunden
RessourcenverbrauchHoch (je eigenes OS)Gering (geteilter Kernel)
IsolationStark (Hardware-Level)Mittel (Prozess-Level)
PortabilitätMittel (VM-Image)Hoch (Docker-Image)
SkalierungLangsamSehr schnell
OS-VielfaltJedes OS möglichNur Host-OS-Kernel
GrößeGB (ganzes OS)MB (nur App + Dependencies)
b) Empfehlung
Empfehlung: Container (Docker)

Begründung:
- ✓ Startzeit unter 5 Sekunden erfüllt
- ✓ 20 Container statt 20 VMs = massive Ressourcenersparnis
- ✓ "Build once, run anywhere" - identisches Verhalten
- ✓ Microservices-Architektur ist Haupt-Usecase für Container
- ✓ Einfache horizontale Skalierung mit Kubernetes

VM wäre besser bei:
- Unterschiedlichen Betriebssystemen
- Maximaler Isolation (Multi-Tenant)
- Legacy-Anwendungen
c) Docker vs. Kubernetes
Docker:
- Container-Runtime (erstellt und führt Container aus)
- Einzelne Container oder kleine Gruppen
- "docker run", "docker build"

Kubernetes (K8s):
- Container-Orchestrierung (verwaltet viele Container)
- Automatisches Deployment, Scaling, Load Balancing
- Self-Healing (startet abgestürzte Container neu)
- Rolling Updates ohne Downtime

Merke: Docker = Container bauen & ausführen | Kubernetes = Container im großen Stil managen
Projektmanagement Aufgaben
[Aufgabe 26] Vorgehensmodell auswählen +
Ausgangssituation:
Drei Projekte stehen zur Planung an:

Projekt 1: Entwicklung einer Banking-App mit sehr strikten regulatorischen Anforderungen. Alle Funktionen sind vorab definiert und dokumentiert.

Projekt 2: Start-up entwickelt neues Social-Media-Feature. Anforderungen ändern sich wöchentlich basierend auf Nutzerfeedback.

Projekt 3: Migrationsprojekt: 500 PCs werden auf Windows 11 umgestellt. Genauer Ablauf ist bekannt, muss aber in Iterationen erfolgen.

Aufgaben:
a) Welches Vorgehensmodell empfehlen Sie je Projekt?
b) Nennen Sie die Phasen des Wasserfallmodells.
c) Erklären Sie den Unterschied zwischen Scrum und Kanban.
Lösung anzeigen
a) Vorgehensmodell-Empfehlung
Projekt Modell Begründung
1 - Banking-AppWasserfallmodellFixe Anforderungen, starke Dokumentationspflicht, keine Änderungen erlaubt
2 - Social MediaScrumSchnelles Feedback, häufige Änderungen, iterative Entwicklung
3 - PC-MigrationKanbanKontinuierlicher Flow, keine festen Sprints nötig, visualisierter Fortschritt
b) Phasen des Wasserfallmodells
1. Anforderungsanalyse (Requirements)
2. Entwurf (Design)
3. Implementierung (Coding)
4. Test (Verification)
5. Deployment (Installation)
6. Wartung (Maintenance)

Merkmal: Jede Phase wird vollständig abgeschlossen, bevor die nächste beginnt. Rücksprünge sind teuer/schwierig.
c) Scrum vs. Kanban
Aspekt Scrum Kanban
IterationenFeste Sprints (1-4 Wochen)Kontinuierlicher Fluss
RollenProduct Owner, Scrum Master, TeamKeine vorgegebenen Rollen
PlanungSprint Planning zu SprintbeginnKein fester Planungszyklus
ÄnderungenIm Sprint keine ÄnderungenJederzeit neue Aufgaben möglich
MetrikenVelocity (Story Points/Sprint)Lead Time, Cycle Time
BoardWird pro Sprint geleertAufgaben fließen kontinuierlich
WIP-LimitImplizit durch SprintkapazitätExplizites WIP-Limit pro Spalte
[Aufgabe 27] SMART-Ziele formulieren +
Aufgabe:
Bewerten Sie die folgenden Projektziele nach den SMART-Kriterien und formulieren Sie sie ggf. um:

1. "Die Website soll schneller werden."
2. "Wir müssen die Kundenzufriedenheit verbessern."
3. "Die Serverinfrastruktur soll bis Q2 2026 auf Cloud migriert werden."
4. "Es sollen weniger IT-Tickets entstehen."
Lösung anzeigen
SMART-Kriterien Erinnerung
Spezifisch - Was genau?
Messbar - Wie wird Erfolg gemessen?
Akzeptiert/Attraktiv - Wird es unterstützt?
Realistisch - Ist es erreichbar?
Terminiert - Bis wann?
Bewertung und Umformulierung
Nr. Original Problem SMART-Version
1 "Website schneller" Nicht messbar, nicht terminiert "Die Ladezeit der Startseite soll bis 31.03.2026 von 4s auf unter 2s reduziert werden."
2 "Kundenzufriedenheit verbessern" Nicht spezifisch, nicht messbar "Der NPS (Net Promoter Score) soll bis Ende 2026 von 30 auf 50 Punkte steigen."
3 "Migration bis Q2 2026" ✓ Bereits SMART Ergänzung: "Alle 15 Server (100%) werden auf AWS migriert."
4 "Weniger IT-Tickets" Vage, nicht messbar "Die Anzahl der Passwort-Reset-Tickets soll durch Self-Service-Portal bis 30.06.2026 um 70% sinken."
Lizenzen & Verträge Aufgaben
[Aufgabe 28] Softwarelizenzen vergleichen +
Aufgabe:
Ordnen Sie die folgenden Szenarien der passenden Lizenzart zu und erklären Sie, was bei Nutzung zu beachten ist:

Lizenzarten:
A) Proprietäre Lizenz
B) Open Source (GPL)
C) Open Source (MIT/BSD)
D) Freeware
E) Shareware
F) SaaS-Subscription

Szenarien:
1. Microsoft Office 365 für 150 Mitarbeiter
2. Linux-Kernel im eigenen Produkt eingebaut
3. Kleine JavaScript-Bibliothek in kommerziellem Web-Projekt
4. WinRAR-Testversion seit 3 Jahren im Einsatz
5. VLC Media Player auf allen Firmen-PCs
Lösung anzeigen
Nr. Software Lizenz Zu beachten
1 Microsoft 365 F) SaaS-Subscription Monatliche Abrechnung pro Nutzer, Compliance-Anforderungen prüfen, Datenverarbeitung in MS-Cloud
2 Linux-Kernel B) GPL ACHTUNG: Copyleft! Eigener Code muss auch unter GPL veröffentlicht werden (Quellcode-Pflicht)
3 JS-Bibliothek C) MIT/BSD Permissive License - kommerziell nutzbar, Lizenzhinweis muss erhalten bleiben
4 WinRAR E) Shareware LIZENZVERSTOS! Nach Testphase ist Kauf erforderlich. Firmeneinsatz = Lizenz kaufen!
5 VLC Player B) GPL Kostenlos nutzbar, aber bei Änderungen/Distribution gilt GPL-Copyleft
GPL-Copyleft: Änderungen an GPL-Software müssen wieder unter GPL veröffentlicht werden.
MIT/BSD (Permissive): Keine Pflicht zur Veröffentlichung eigener Änderungen. Nur Copyright-Hinweis beibehalten.
[Aufgabe 29] SLA analysieren +
Ausgangssituation:
Ein Cloud-Anbieter wirbt mit folgenden SLA-Garantien:

- Verfügbarkeit: 99,9%
- Support-Reaktionszeit: 4 Stunden (Business Hours)
- Maximale Wiederherstellungszeit nach Ausfall: 2 Stunden

Aufgaben:
a) Berechnen Sie die maximal zulässige Ausfallzeit pro Monat und pro Jahr bei 99,9% Verfügbarkeit.
b) Was bedeuten RTO und RPO? Welche Werte wären bei diesem SLA kritisch?
c) Welche Fragen sollte man vor Vertragsabschluss klären?
Lösung anzeigen
a) Ausfallzeit berechnen
Pro Jahr (8.760 Stunden):
Ausfall = 8.760 h × (1 - 0,999) = 8.760 h × 0,001 = 8,76 Stunden/Jahr

Pro Monat (730 Stunden):
Ausfall = 730 h × 0,001 = 43,8 Minuten/Monat

Verfügbarkeit Ausfall/Jahr Ausfall/Monat
99%87,6 h (3,6 Tage)7,3 h
99,9%8,76 h43,8 Min
99,99%52,6 Min4,4 Min
99,999%5,26 Min26 Sek
b) RTO und RPO
RTO (Recovery Time Objective):
Maximale Zeit bis zur Wiederherstellung nach Ausfall.
Im SLA: 2 Stunden → System muss nach 2h wieder laufen.

RPO (Recovery Point Objective):
Maximaler akzeptabler Datenverlust (Zeit seit letztem Backup).
Im SLA nicht genannt! → Muss geklärt werden.

Kritisch: Wenn 99,9% Verfügbarkeit = 8,76h Ausfall/Jahr erlaubt sind, aber RTO 2h beträgt, können max. 4 Ausfälle/Jahr auftreten, bevor das SLA verletzt wird.
c) Fragen vor Vertragsabschluss
- Wie wird Verfügbarkeit gemessen? (welche Zeiträume zählen?)
- Was ist die Entschädigung bei SLA-Verletzung?
- Welches RPO wird garantiert? (Backup-Frequenz)
- Was zählt als "Ausfall"? (geplante Wartung ausgenommen?)
- Wie sind Reaktionszeiten außerhalb Business Hours?
- Gibt es Eskalationsstufen?
- Wo werden Daten gespeichert? (DSGVO-Konformität?)
- Wie erfolgt die Kündigung und Datenrückgabe?
Netzwerk Aufgaben (erweitert)
[Aufgabe 30] VLAN-Konzept erstellen +
Ausgangssituation:
Ein mittelständisches Unternehmen hat folgende Abteilungen im selben Gebäude:

- Geschäftsführung (5 PCs, sensible Daten)
- Entwicklung (20 PCs, Zugriff auf Testserver)
- Vertrieb (15 PCs, Zugriff auf CRM)
- Produktion (10 IoT-Geräte, Maschinensteuerung)
- Gäste-WLAN (variable Geräte)

Aufgaben:
a) Entwerfen Sie ein VLAN-Konzept mit sinnvoller Segmentierung.
b) Welche Vorteile bietet die VLAN-Segmentierung?
c) Welches Gerät wird benötigt, damit VLANs miteinander kommunizieren können?
Lösung anzeigen
a) VLAN-Konzept
VLAN ID Netzwerk Geräte Zugriffsrechte
Management1010.0.10.0/245 PCs GFAlle VLANs (lesend)
Entwicklung2010.0.20.0/2420 PCs + TestserverNur VLAN 20, Internet
Vertrieb3010.0.30.0/2415 PCs + CRM-ServerNur VLAN 30, Internet
Produktion4010.0.40.0/2410 IoT-GeräteIsoliert! Kein Internet
Gäste9910.0.99.0/24WLAN-ClientsNur Internet, kein internes Netz
b) Vorteile der VLAN-Segmentierung
Sicherheit:
- Broadcast-Domänen getrennt → Angriffe eingedämmt
- Gäste haben keinen Zugriff auf interne Systeme
- IoT-Geräte (oft unsicher) isoliert

Performance:
- Weniger Broadcast-Traffic pro Segment
- Bessere Netzwerkauslastung

Flexibilität:
- Abteilungen können physisch verteilt sein
- Einfaches Umziehen von Geräten (nur Port-Zuweisung ändern)

Compliance:
- Trennung sensibler Daten (DSGVO, PCI-DSS)
c) Inter-VLAN-Routing
Benötigtes Gerät: Layer-3-Switch oder Router

VLANs sind auf Layer 2 getrennt. Für Kommunikation zwischen VLANs braucht man Routing (Layer 3).

Optionen:
- Router-on-a-Stick: Ein Router mit mehreren Subinterfaces (für kleine Netze)
- Layer-3-Switch: Routing direkt im Switch (performanter, für größere Netze)
- Firewall: Für zusätzliche Filterung zwischen VLANs (empfohlen bei sensiblen Daten)
[Aufgabe 31] IPv6-Grundlagen anwenden +
Aufgaben:

a) Gegeben ist die IPv6-Adresse 2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329. Kürzen Sie diese nach den Regeln der IPv6-Notation.

b) Nennen Sie 3 wesentliche Unterschiede zwischen IPv4 und IPv6.

c) Welche Adresstypen gibt es bei IPv6? (Unicast, Multicast, etc.)

d) Warum wird bei IPv6 kein NAT mehr benötigt?
Lösung anzeigen
a) IPv6-Adresse kürzen
Original: 2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329

Regel 1: Führende Nullen in jedem Block weglassen:
2001:db8:0:0:0:ff00:42:8329

Regel 2: Aufeinanderfolgende Null-Blöcke durch :: ersetzen (nur einmal!):
2001:db8::ff00:42:8329
b) IPv4 vs. IPv6 Unterschiede
Merkmal IPv4 IPv6
Adresslänge32 Bit (4 Bytes)128 Bit (16 Bytes)
Adressanzahl~4,3 Milliarden~340 Sextillionen
NotationDezimal (192.168.1.1)Hexadezimal (2001:db8::1)
HeaderVariable LängeFixe Länge (40 Bytes)
BroadcastJaNein (ersetzt durch Multicast)
AutokonfigurationDHCP erforderlichSLAAC (Stateless)
c) IPv6-Adresstypen
Unicast: Einzelnes Ziel
- Global Unicast (2000::/3): Öffentlich, routbar
- Link-Local (fe80::/10): Nur im lokalen Netz
- Unique Local (fc00::/7): Wie private IPv4

Multicast (ff00::/8): Gruppe von Zielen
- Ersetzt Broadcast
- ff02::1 = Alle Geräte im Link

Anycast: Nächstes von mehreren identisch konfigurierten Zielen
d) Warum kein NAT mehr nötig?
Bei IPv4 wurde NAT eingesetzt, weil:
- Nicht genug öffentliche Adressen für alle Geräte
- Mehrere interne Geräte teilen sich eine öffentliche IP

IPv6 löst das Problem:
- 340 Sextillionen Adressen verfügbar
- Jedes Gerät bekommt eigene öffentliche Adresse
- Ende-zu-Ende-Kommunikation wieder möglich
- Vereinfacht Peer-to-Peer, VoIP, Gaming

Achtung: NAT ist KEINE Sicherheitsmaßnahme! Trotz IPv6 bleibt eine Firewall erforderlich.
Prüfungs-Checkliste
Prüfungsfortschritt:
Netzwerk & Subnetting IT-Sicherheit DSGVO & Datenschutz Wirtschaft & BWL Hardware & Arbeitsplatz Cloud & Virtualisierung Projektmanagement Lizenzen & Software KI & Nachhaltigkeit (NEU 2025) Sonstiges
Diese Checkliste enthält alle prüfungsrelevanten Themen inkl. der neuen Inhalte aus dem Prüfungskatalog 2025 (KI, Nachhaltigkeit/Green IT). Kein Punkt sollte unvorbereitet sein!
Prüfungssimulation
Mini-Prüfung (15 Minuten)
Simulierte Prüfungsbedingungen:
Zeitlimit: 15 Minuten | 10 Aufgaben | Mindestens 50% zum Bestehen
1. [3 Punkte]

Ein Unternehmen plant die Anschaffung eines neuen Servers für 18.000 €. Die Nutzungsdauer beträgt laut AfA-Tabelle 5 Jahre.

a) Berechnen Sie die jährliche Abschreibung.

b) Wie hoch ist der Buchwert nach 3 Jahren?

2. [2 Punkte]

Ordnen Sie die folgenden Protokolle den OSI-Schichten zu:

TCP arbeitet auf Schicht:

HTTP arbeitet auf Schicht:

3. [3 Punkte]

Die CIA-Triade beschreibt die drei Schutzziele der IT-Sicherheit. Nennen Sie diese:

C steht für:

I steht für:

A steht für:

4. [2 Punkte]

Ein Netzwerk hat die Adresse 192.168.1.0/26.

Wie viele nutzbare Hosts gibt es pro Subnetz?

Wie lautet die Subnetzmaske in Dezimalschreibweise?

5. [2 Punkte]

Nennen Sie zwei Vorteile von RAID 1 gegenüber einer einzelnen Festplatte:

6. [2 Punkte]

Welches RAID-Level bietet sowohl Spiegelung als auch Striping und benötigt mindestens 4 Festplatten?

Welches RAID-Level nutzt Paritätsinformationen und benötigt mindestens 3 Festplatten?

7. [3 Punkte]

Scrum verwendet verschiedene Rollen. Ordnen Sie zu:

Wer priorisiert das Product Backlog?

Wer moderiert die Sprint-Retrospektive?

Wer setzt die User Stories um?

8. [2 Punkte]

Verschlüsselung: Ordnen Sie zu:

AES ist ein Beispiel für welche Verschlüsselungsart?

RSA ist ein Beispiel für welche Verschlüsselungsart?

9. [2 Punkte]

DSGVO: Nennen Sie zwei Betroffenenrechte:

10. [2 Punkte]

SQL-Abfrage: Mit welchem Befehl werden Daten aus einer Tabelle abgefragt?

Mit welchem Befehl werden zwei Tabellen verknüpft?

IHK-Szenario-Aufgaben
Video-Empfehlung: IHK Szenario-Aufgaben lösen
TechStart GmbH IT-Arbeitsplatzeinrichtung

Die TechStart GmbH stellt 5 neue Mitarbeiter in der Entwicklungsabteilung ein. Als IT-Fachkraft werden Sie beauftragt, die Arbeitsplätze einzurichten.

Anforderungen:

  • Softwareentwicklung (Java, Python)
  • Zugriff auf lokales Netzwerk und Internet
  • Zusammenarbeit im Team über Videokonferenz
  • Budget: max. 1.500 € pro Arbeitsplatz
a) Hardware-Auswahl (3 Punkte)

Nennen Sie drei Kriterien, die bei der Auswahl der Hardware berücksichtigt werden sollten, und begründen Sie diese für den Anwendungsfall "Softwareentwicklung".

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1. Arbeitsspeicher (mindestens 16 GB RAM):
Entwicklungsumgebungen (IDEs) und Docker-Container benötigen viel RAM für flüssiges Arbeiten.

2. Schnelle SSD (mindestens 512 GB NVMe):
Kompilierungszeiten werden reduziert, Projektdateien laden schneller.

3. Mehrkern-Prozessor (mind. 8 Kerne):
Parallele Builds und mehrere Entwicklungsserver gleichzeitig möglich.

Bonus: Zwei Monitore für paralleles Arbeiten (Code + Dokumentation)
b) Sicherheitsmaßnahmen (4 Punkte)

Beschreiben Sie vier Maßnahmen zur IT-Sicherheit am Arbeitsplatz, die implementiert werden sollten.

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1. Starke Passwortrichtlinie:
Mindestens 12 Zeichen, Kombination aus Groß-/Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen.

2. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA):
Für VPN-Zugang und kritische Systeme mit Authenticator-App.

3. Festplattenverschlüsselung:
BitLocker (Windows) oder FileVault (macOS) zum Schutz bei Diebstahl.

4. Regelmäßige Backups:
Automatisierte tägliche Sicherung auf zentralen Server (3-2-1-Regel).
c) Kostenaufstellung (3 Punkte)

Erstellen Sie eine grobe Kostenaufstellung für einen Arbeitsplatz und prüfen Sie, ob das Budget eingehalten wird.

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PositionKosten
Desktop-PC / Workstation900 €
2x Monitor (24")300 €
Tastatur + Maus80 €
Headset (Videokonferenz)60 €
Webcam50 €
Kabel, Adapter30 €
Gesamt1.420 €

Budget von 1.500 € wird eingehalten (Puffer: 80 €)

MediCare AG Netzwerkerweiterung

Die MediCare AG plant die Eröffnung einer neuen Filiale mit 60 Arbeitsplätzen. Das Netzwerk soll in 3 logische Bereiche aufgeteilt werden: Verwaltung, Praxis, Gäste-WLAN.

Verfügbares Netzwerk: 10.0.0.0/24

a) Subnetting (4 Punkte)

Teilen Sie das Netzwerk in 3 Subnetze auf und geben Sie für jedes Subnetz an: Netzadresse, Subnetzmaske, Broadcast-Adresse, nutzbare Hosts.

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Für 3 Subnetze mit ca. 60 Hosts benötigen wir /26 (64 Adressen, 62 nutzbar):

Subnetz 1 - Verwaltung:
Netzadresse:10.0.0.0/26
Subnetzmaske:255.255.255.192
Hostbereich:10.0.0.1 - 10.0.0.62
Broadcast:10.0.0.63

Subnetz 2 - Praxis:
Netzadresse:10.0.0.64/26
Subnetzmaske:255.255.255.192
Hostbereich:10.0.0.65 - 10.0.0.126
Broadcast:10.0.0.127

Subnetz 3 - Gäste-WLAN:
Netzadresse:10.0.0.128/26
Subnetzmaske:255.255.255.192
Hostbereich:10.0.0.129 - 10.0.0.190
Broadcast:10.0.0.191
b) VLAN-Begründung (3 Punkte)

Erklären Sie, warum VLANs für diese Netzwerkstruktur sinnvoll sind. Nennen Sie drei Vorteile.

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1. Sicherheit (besonders wichtig in Arztpraxis!):
Patientendaten sind durch VLAN vom Gäste-WLAN getrennt. Besucher können nicht auf medizinische Systeme zugreifen.

2. Broadcast-Reduzierung:
Broadcasts bleiben im jeweiligen VLAN, reduziert unnötigen Netzwerkverkehr.

3. Flexibilität:
Neue Mitarbeiter können unabhängig vom physischen Standort dem richtigen VLAN zugeordnet werden.
WebShop24 UG Datenschutz-Incident

Ein Mitarbeiter der WebShop24 UG hat versehentlich eine Excel-Datei mit 500 Kundendaten (Name, E-Mail, Adresse) per E-Mail an einen falschen Empfänger gesendet.

a) DSGVO-Pflichten (4 Punkte)

Welche Maßnahmen müssen gemäß DSGVO ergriffen werden? Nennen Sie die konkreten Schritte und Fristen.

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1. Meldung an Aufsichtsbehörde (Art. 33 DSGVO):
Innerhalb von 72 Stunden nach Bekanntwerden muss die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde informiert werden.

2. Benachrichtigung der Betroffenen (Art. 34 DSGVO):
Bei hohem Risiko für die Rechte der Betroffenen müssen diese unverzüglich informiert werden.

3. Dokumentation:
Der Vorfall muss im Verarbeitungsverzeichnis dokumentiert werden (Art, Umfang, Maßnahmen).

4. Schadensbegrenzung:
Den falschen Empfänger auffordern, die Daten zu löschen und dies bestätigen zu lassen.
b) Präventive Maßnahmen (3 Punkte)

Welche technischen und organisatorischen Maßnahmen hätten diesen Vorfall verhindern können?

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Technische Maßnahmen:
  • Data Loss Prevention (DLP): Warnung bei Versand sensibler Daten nach extern
  • E-Mail-Verzögerung: 30-Sekunden-Verzögerung zum Abbrechen
  • Verschlüsselung: Personenbezogene Daten nur verschlüsselt versenden
Organisatorische Maßnahmen:
  • Regelmäßige Datenschutz-Schulungen für alle Mitarbeiter
  • Vier-Augen-Prinzip bei Massenversand
  • Klare Arbeitsanweisung für Umgang mit Kundendaten
Begründungsaufgaben üben
IHK-Tipp: "Begründen Sie..." erfordert IMMER: These + Argument + Beispiel/Bezug zur Situation
Typische Begründungsaufgaben:
„Begründen Sie, warum für einen Webserver RAID 5 gegenüber RAID 0 bevorzugt werden sollte."
Musterlösung anzeigen ▼
Musterlösung (3 Punkte):

RAID 5 sollte bevorzugt werden, weil es durch verteilte Paritätsinformationen Datensicherheit bei Ausfall einer Festplatte bietet.

Im Gegensatz dazu führt bei RAID 0 der Ausfall einer einzigen Platte zum vollständigen Datenverlust, da keine Redundanz vorhanden ist.

Für einen Webserver ist Ausfallsicherheit essentiell, da Kunden die Website 24/7 erreichen müssen und ein Totalausfall zu Umsatzverlust führt.
„Erklären Sie, warum eine Zwei-Faktor-Authentifizierung sicherer ist als ein einzelnes Passwort."
Musterlösung anzeigen ▼
Musterlösung (3 Punkte):

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist sicherer, weil sie zwei verschiedene Authentifizierungsfaktoren kombiniert: "Wissen" (Passwort) und "Besitz" (Smartphone/Token).

Selbst wenn ein Angreifer das Passwort durch Phishing oder Brute-Force erlangt, kann er sich nicht anmelden, da ihm der zweite Faktor fehlt.

In der Praxis wird meist ein zeitbasierter Code (TOTP) per Authenticator-App generiert, der nur 30 Sekunden gültig ist.
„Begründen Sie die Wahl einer Cloud-Lösung (SaaS) gegenüber einer On-Premise-Installation für ein Start-up."
Musterlösung anzeigen ▼
Musterlösung (4 Punkte):

Für ein Start-up ist SaaS vorteilhafter, weil:

1. Geringe Anfangsinvestitionen: Keine Kosten für Server-Hardware, Lizenzen und IT-Personal.

2. Skalierbarkeit: Ressourcen können bei Wachstum flexibel angepasst werden (Pay-per-Use).

3. Schnelle Verfügbarkeit: Sofortige Nutzung ohne Installations- und Konfigurationsaufwand.

4. Wartungsfrei: Updates und Sicherheitspatches werden vom Anbieter übernommen.

Für ein Start-up mit begrenztem Budget und schnellem Markteintritt überwiegen diese Vorteile gegenüber der vollständigen Kontrolle einer On-Premise-Lösung.
/ Tools & Extras Rechner
Berechnungstools
Praxis-Tipp: Diese Rechner helfen beim Üben und Verstehen der Formeln. In der Prüfung musst du es aber selbst können!
Subnetting-Rechner

Formeln & Rechenweg

Host-Bits berechnen
Host-Bits = 32 - Präfix
z.B. /24: 32 - 24 = 8 Host-Bits
Anzahl Hosts
Hosts = 2^Host-Bits - 2
z.B. /24: 2⁸ - 2 = 254 Hosts
(-2 für Netz- und Broadcast-Adresse)
Subnetzmaske
Präfix in Binär umwandeln:
/24 = 11111111.11111111.11111111.00000000
= 255.255.255.0
AfA-Rechner (lineare Abschreibung)







Formeln & Rechenweg

Lineare Abschreibung (AfA)
AfA = (AK - RW) ÷ ND
AK = Anschaffungskosten
RW = Restwert
ND = Nutzungsdauer
Beispiel
AK = 12.000 €, ND = 3 Jahre, RW = 0 €
AfA = (12.000 - 0) ÷ 3
= 4.000 € pro Jahr
Abschreibungssatz
Satz = 100% ÷ ND
z.B. 3 Jahre: 100% ÷ 3 = 33,33%
Break-Even-Rechner







Formeln & Rechenweg

1. Deckungsbeitrag (db)
db = Verkaufspreis - variable Kosten
z.B. 120 € - 70 € = 50 €
2. Break-Even-Point (Menge)
BEP = Fixkosten ÷ db
z.B. 50.000 € ÷ 50 € = 1.000 Stück
3. Umsatz am BEP
Umsatz = BEP × Verkaufspreis
z.B. 1.000 × 120 € = 120.000 €
Pseudocode verstehen
IHK-Prüfung: Du musst Pseudocode lesen, verstehen und Schreibtischtests durchführen können!
KONTROLLSTRUKTUREN IM ÜBERBLICK SEQUENZ Anweisung 1 Anweisung 2 Anweisung 3 VERZWEIGUNG Bedingung? JA DANN-Block NEIN SONST-Block SCHLEIFE Bedingung? JA Schleifenk. NEIN Sequenz: Nacheinander Verzweigung: WENN...DANN...SONST Schleife: SOLANGE...TUE Diese 3 Strukturen reichen für JEDEN Algorithmus!
Die drei fundamentalen Kontrollstrukturen
Grundelemente:
// Variablen deklarieren
SETZE summe = 0
SETZE zaehler = 1

// Bedingte Anweisung
WENN bedingung DANN
    // Anweisungen
SONST
    // Alternative
ENDE WENN

// Schleife
SOLANGE bedingung TUE
    // Anweisungen
    zaehler = zaehler + 1
ENDE SOLANGE

// FOR-Schleife
FÜR i VON 1 BIS 10 TUE
    // Anweisungen
ENDE FÜR
Schreibtischtest Übung 1:
Führe einen Schreibtischtest durch:
SETZE summe = 0
SETZE i = 1

SOLANGE i <= 4 TUE
    summe = summe + i
    i = i + 1
ENDE SOLANGE

AUSGABE summe
Tabelle ausfüllen:
Durchlauf i (vor) summe (vor) summe (nach) i (nach)
110??
2????
3????
4????
Lösung anzeigen ▼
Durchlauf i (vor) summe (vor) summe (nach) i (nach)
11012
22133
33364
446105
Ausgabe: 10 (Summe von 1+2+3+4)
Schreibtischtest Übung 2 - Array:
Bestimme das Maximum in einem Array:
zahlen = [3, 7, 2, 9, 4]
SETZE max = zahlen[0]

FÜR i VON 1 BIS 4 TUE
    WENN zahlen[i] > max DANN
        max = zahlen[i]
    ENDE WENN
ENDE FÜR

AUSGABE max
Was ist die Ausgabe?
Standard-Algorithmen für die Prüfung:
  • Lineare Suche: Alle Elemente durchgehen, vergleichen
  • Binäre Suche: Sortierte Liste halbieren (O(log n))
  • Bubble Sort: Benachbarte Elemente vergleichen und tauschen
  • Zähler/Summe: Werte in Schleife aufaddieren
  • Maximum/Minimum: Aktuellen Bestwert merken
Netzwerk-Diagnose
Systematische Fehlersuche: Immer vom OSI-Layer 1 (Physical) nach oben arbeiten!
NETZWERK-TROUBLESHOOTING ABLAUF 1. KABEL Layer 1 2. LOOPBACK ping 127.0.0.1 3. GATEWAY ping Router-IP 4. INTERNET ping 8.8.8.8 5. DNS nslookup domain PROBLEM-ZUORDNUNG: Schritt 2 fehlschlägt → TCP/IP-Stack defekt Schritt 3 fehlschlägt → Lokales Netz / DHCP Schritt 4 fehlschlägt → WAN / Router Schritt 5 fehlschlägt → DNS-Problem!
Systematischer Troubleshooting-Ablauf von Layer 1 aufwärts
Diagnose-Befehle (Windows/Linux):
Befehl Funktion Wann verwenden?
ipconfig /all IP-Konfiguration anzeigen Erste Diagnose, DHCP-Check
ping 127.0.0.1 Loopback testen TCP/IP-Stack prüfen
ping [Gateway] Gateway erreichbar? Lokales Netz prüfen
ping 8.8.8.8 Internet (IP) WAN-Verbindung prüfen
nslookup domain.de DNS-Auflösung DNS-Problem?
tracert / traceroute Route verfolgen Wo bleibt das Paket stecken?
netstat -an Offene Ports anzeigen Dienst lauscht?
Troubleshooting-Aufgabe 1:
Szenario: Benutzer meldet "Internet geht nicht"
Diagnose-Ergebnisse:
C:\> ping 127.0.0.1
Antwort von 127.0.0.1: Bytes=32 Zeit<1ms TTL=128

C:\> ipconfig
IPv4-Adresse: 169.254.x.x
Subnetzmaske: 255.255.0.0

C:\> ping 192.168.1.1
Zeitüberschreitung der Anforderung
Was ist das Problem? (IP-Adresse beginnt mit 169.254...)
Lösung anzeigen ▼
Problem: APIPA-Adresse (169.254.x.x) → Client hat keine IP vom DHCP bekommen

Ursachen:
  • DHCP-Server nicht erreichbar
  • Kabel/Switch-Problem (Layer 1/2)
  • DHCP-Pool erschöpft
Lösung: Kabelverbindung prüfen, DHCP-Server Status, ipconfig /release und ipconfig /renew
Troubleshooting-Aufgabe 2:
Szenario: Website nicht erreichbar
Diagnose-Ergebnisse:
C:\> ping 8.8.8.8
Antwort von 8.8.8.8: Bytes=32 Zeit=15ms TTL=117

C:\> ping www.beispiel.de
Ping-Anforderung konnte Host nicht finden

C:\> nslookup www.beispiel.de
Server: Unbekannt
Address: 192.168.1.1
*** 192.168.1.1 konnte www.beispiel.de nicht finden
Auf welcher Schicht liegt das Problem?
Lösung anzeigen ▼
Problem: DNS-Auflösung schlägt fehl (Layer 7 / Anwendungsschicht)

Internet funktioniert (8.8.8.8 erreichbar), aber DNS-Server kann Namen nicht auflösen.

Lösungen:
  • Alternativen DNS eintragen (8.8.8.8, 1.1.1.1)
  • DNS-Cache leeren: ipconfig /flushdns
  • Domain-Name prüfen (Tippfehler?)
IT-Abkürzungen A-Z
Prüfungstipp: Kenne die wichtigsten Abkürzungen auswendig - sie kommen in fast jeder Prüfung vor!
Netzwerk:
Abkürzung Bedeutung Erklärung
APIPAAutomatic Private IP Addressing169.254.x.x wenn kein DHCP
ARPAddress Resolution ProtocolIP→MAC Auflösung
DHCPDynamic Host Configuration ProtocolAutomatische IP-Vergabe
DNSDomain Name SystemNamensauflösung (URL→IP)
ICMPInternet Control Message ProtocolPing, Fehlermeldungen
IMAPInternet Message Access ProtocolE-Mail synchronisiert (Port 143/993)
IPInternet ProtocolAdressierung im Netzwerk
MACMedia Access ControlHardware-Adresse (Layer 2)
NATNetwork Address TranslationPrivate↔Öffentliche IP-Umwandlung
POP3Post Office Protocol 3E-Mail download (Port 110/995)
PPPoEPoint-to-Point Protocol over EthernetDSL-Einwahl
QoSQuality of ServicePriorisierung von Datenverkehr
RADIUSRemote Authentication Dial-In User ServiceZentrale Authentifizierung (WPA2-Enterprise)
SMTPSimple Mail Transfer ProtocolE-Mail versenden (Port 25/587)
SNMPSimple Network Management ProtocolNetzwerküberwachung
SSIDService Set IdentifierWLAN-Name
TCPTransmission Control ProtocolVerbindungsorientiert, zuverlässig
UDPUser Datagram ProtocolVerbindungslos, schnell
VLANVirtual Local Area NetworkLogische Netzwerktrennung
VPNVirtual Private NetworkVerschlüsselter Tunnel
WPA/WPA2/WPA3Wi-Fi Protected AccessWLAN-Verschlüsselung
WLANWireless Local Area NetworkDrahtloses Netzwerk (IEEE 802.11)
Sicherheit:
AESAdvanced Encryption StandardSymmetrische Verschlüsselung
CACertification AuthorityZertifizierungsstelle
DMZDemilitarisierte ZoneGeschützter Bereich für Server
HTTPSHTTP SecureVerschlüsseltes HTTP (Port 443)
IDS/IPSIntrusion Detection/Prevention SystemAngriffserkennung/-abwehr
ISMSInformationssicherheits-ManagementsystemISO 27001, BSI Grundschutz
MFAMulti-Factor-AuthenticationMehrere Anmeldefaktoren
PKIPublic Key InfrastructureDigitale Zertifikate verwalten
RSARivest-Shamir-AdlemanAsymmetrische Verschlüsselung
SPIStateful Packet InspectionZustandsorientierte Firewall
SSHSecure ShellSichere Fernwartung (Port 22)
SSL/TLSSecure Sockets Layer / Transport Layer SecurityVerschlüsselung (HTTPS)
TOMTechnisch-organisatorische MaßnahmenDSGVO-Umsetzung
TPMTrusted Platform ModuleSicherheitschip für Verschlüsselung
Hardware & Speicher:
BIOSBasic Input Output SystemStartprogramm (alt)
CPUCentral Processing UnitProzessor
HDDHard Disk DriveMagnetplatte (günstig)
M.2M.2 Form FactorKompakte SSD-Bauform
NASNetwork Attached StorageNetzwerk-Speicher
NVMeNon-Volatile Memory expressSchnelles SSD-Protokoll
RAIDRedundant Array of Independent DisksFestplattenverbund
RAMRandom Access MemoryArbeitsspeicher (flüchtig)
S.M.A.R.T.Self-Monitoring, Analysis and Reporting TechnologyFestplatten-Überwachung
SANStorage Area NetworkSpeichernetzwerk (Fibre Channel)
SATASerial AT AttachmentStandard-Festplattenanschluss
SSDSolid State DriveFlash-Speicher (schnell)
UEFIUnified Extensible Firmware InterfaceModerner BIOS-Nachfolger
USVUnterbrechungsfreie StromversorgungNotstrom bei Ausfall
Virtualisierung & Cloud:
IaaSInfrastructure as a ServiceVirtuelle Hardware aus der Cloud
PaaSPlatform as a ServiceEntwicklungsplattform
SaaSSoftware as a ServiceAnwendungen aus der Cloud
VDIVirtual Desktop InfrastructureVirtuelle Arbeitsplätze
VMVirtual MachineVirtuelle Maschine
Software & Datenbanken:
CMSContent Management SystemWebseiten-Verwaltung
CRMCustomer Relationship ManagementKundenverwaltung
DBMSDatenbankmanagementsystemDatenbankverwaltung
DDLData Definition LanguageCREATE, ALTER, DROP
DMLData Manipulation LanguageINSERT, UPDATE, DELETE
DQLData Query LanguageSELECT
ERPEnterprise Resource PlanningUnternehmenssteuerung
IDEIntegrierte EntwicklungsumgebungEditor + Compiler + Debugger
SQLStructured Query LanguageDatenbankabfragesprache
UMLUnified Modeling LanguageSoftwaremodellierung
Projektmanagement & Qualität:
PDCAPlan-Do-Check-ActDeming-Zyklus (KVP)
SMARTSpezifisch, Messbar, Aktivierend, Realistisch, TerminiertZielformulierung
SLAService Level AgreementDienstleistungsvertrag
KVPKontinuierlicher VerbesserungsprozessKaizen-Prinzip
QMQualitätsmanagementISO 9001
Rechtliches:
DSGVODatenschutz-GrundverordnungEU-Datenschutzrecht
BDSGBundesdatenschutzgesetzDeutsches Datenschutzgesetz
BGBBürgerliches GesetzbuchZivilrecht (Kaufvertrag etc.)
HGBHandelsgesetzbuchKaufmannsrecht
GoBDGrundsätze ord. Buchführung und DokumentationAufbewahrungspflichten
Wofür steht VLAN?
Wofür steht RAID?
Strategie für AP1
AP1 Rahmenbedingungen:
90 Minuten Bearbeitungszeit
ca. 25-30 Aufgaben in 4-5 Handlungssituationen
100 Punkte gesamt, Bestehen: 50 Punkte
ZEITMANAGEMENT AP1 (90 MINUTEN) 5' LEICHT 30 min MITTEL 35 min SCHWER 15 min 5' Lesen Punkte sichern! Berechnungen Szenarios Check Strategie: Bekanntes zuerst → Schwieriges später → Nichts leer lassen! IMMER 5 Minuten für Kontrolle einplanen!
Optimale Zeiteinteilung für die AP1-Prüfung
Zeitmanagement-Plan:
Phase Dauer Aktivität
1. Überblick 5 min Alle Aufgaben überfliegen, Schwierigkeiten markieren
2. Leichte Aufgaben 30 min Bekannte Themen zuerst bearbeiten (Punkte sichern!)
3. Mittlere Aufgaben 35 min Aufgaben mit Nachdenken, Berechnungen
4. Schwere Aufgaben 15 min Komplexe Aufgaben, Szenarios
5. Kontrolle 5 min Antworten prüfen, nichts leer lassen!
Top 10 Prüfungstipps:
  1. Aufgaben vollständig lesen! - Operatoren beachten (nennen ≠ erläutern)
  2. Punkteverteilung beachten - 4 Punkte = 4 Aspekte nennen
  3. Keine leeren Felder - Immer etwas hinschreiben (Teilpunkte!)
  4. Rechenweg zeigen - Auch bei Rechenfehler gibt es Punkte
  5. Fachbegriffe verwenden - Zeigt Kompetenz
  6. Szenario-Bezug - Antworte im Kontext der Aufgabe
  7. Stichpunkte reichen oft - Kein Aufsatz bei "Nennen Sie..."
  8. Ausschlussprinzip - Bei Multiple Choice unwahrscheinliche eliminieren
  9. Zeitnot? - Stichpunkte statt ausformulierte Sätze
  10. Ruhe bewahren - Bei Blackout: Kurz durchatmen, weiter
Operatoren verstehen:
Operator Bedeutung Erwartung
Nennen Aufzählen Kurze Stichpunkte, keine Erklärung
Beschreiben Darstellen Sachverhalt in eigenen Worten
Erläutern Erklären + Beispiele Zusammenhänge aufzeigen
Begründen Warum? These + Argument + Bezug
Berechnen Rechnung durchführen Formel + Rechenweg + Ergebnis
Vergleichen Gemeinsamkeiten & Unterschiede Gegenüberstellung
Bewerten Urteil fällen Eigene Einschätzung mit Begründung
Welcher Operator erfordert These + Argument + Bezug?
BGB §§ 433-453 Kaufvertrag
Paragraph Inhalt Bedeutung
§ 433 Abs. 1 Pflichten des Verkäufers Übergabe der Sache, Eigentumsverschaffung, frei von Mängeln
§ 433 Abs. 2 Pflichten des Käufers Kaufpreis zahlen, Sache abnehmen
§ 434 Sachmangel Sache weicht von vereinbarter Beschaffenheit ab
§ 437 Rechte bei Mängeln Nacherfüllung, Rücktritt, Minderung, Schadensersatz
§ 438 Verjährung Gewährleistung: 2 Jahre (neu), 1 Jahr (gebraucht B2B)
§ 439 Nacherfüllung Nachbesserung oder Ersatzlieferung nach Wahl des Käufers
Mängelrechte-Hierarchie:
Nacherfüllung (§439) - VORRANG!
Rücktritt (§440) oder Minderung (§441) - erst nach Fristsetzung
Schadensersatz (§440) - bei Verschulden
MÄNGELRECHTE-HIERARCHIE (§437 BGB) 1. NACHERFÜLLUNG (§439) Nachbesserung ODER Ersatzlieferung fehlgeschlagen? 2a. RÜCKTRITT 2b. MINDERUNG ODER + Verschulden? 3. SCHADENSERSATZ (§440) WICHTIG: Erst Nacherfüllung, dann sekundäre Rechte!
Stufenfolge der Mängelrechte nach BGB
Kaufvertragsstörungen:
Störung Wer? Was? Rechtsfolgen
Lieferverzug Verkäufer Ware kommt zu spät Frist setzen → Rücktritt, Schadensersatz
Schlechtleistung Verkäufer Ware ist mangelhaft Nacherfüllung → Rücktritt/Minderung
Zahlungsverzug Käufer Zahlt nicht Mahnung → Verzugszinsen, Inkasso
Annahmeverzug Käufer Nimmt Ware nicht an Lagerkosten, Selbsthilfeverkauf
Was ist der erste Schritt bei einem Sachmangel?
Wie lange beträgt die gesetzliche Gewährleistungsfrist für Neuwaren?
/ Praxis-Fallstudie INTERAKTIV
[INTERAKTIV] Fallstudie 1

IT-Arbeitsplatz einrichten bei TechStart GmbH

Fiktives Szenario wie in der IHK AP1-Prüfung

Dein Fortschritt 0 / 100 Punkte
[SZENARIO] Ausgangssituation

Du bist Auszubildender im IT-Bereich bei der TechStart GmbH, einem mittelständischen Softwareentwicklungsunternehmen mit 85 Mitarbeitern in München. Das Unternehmen entwickelt webbasierte ERP-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen.

Die Geschäftsführerin Frau Dr. Schneider plant die Einstellung von 5 neuen Entwicklern, die im Hybrid-Modell arbeiten sollen (3 Tage Büro, 2 Tage Home-Office). Du wirst beauftragt, die IT-Infrastruktur für diese neuen Arbeitsplätze zu planen und entsprechende Empfehlungen auszuarbeiten.

[DATEN] Rahmendaten
Budget pro Arbeitsplatz: 2.500 € (Hardware) + 500 € (Software-Lizenzen)
Zeitrahmen: Einrichtung muss in 6 Wochen abgeschlossen sein
Bestehendes Netzwerk: 192.168.10.0/24, DHCP über Windows Server 2022
Sicherheitsanforderung: ISO 27001-Zertifizierung wird angestrebt
Datenschutz: Verarbeitung personenbezogener Kundendaten (DSGVO relevant)
1
Netzwerk-Konfiguration
Netzwerk Subnetting 20 Punkte

Das bestehende Netzwerk 192.168.10.0/24 soll für die neuen Entwickler-Arbeitsplätze genutzt werden. Aktuell sind 60 IP-Adressen vergeben.

Aufgabe: Berechne, ob das Subnetz ausreichend Kapazität hat und welche IP-Adressen für die 5 neuen Arbeitsplätze verfügbar wären.

[TIPP] Prüfungstipp: Bei /24 ist die Subnetzmaske 255.255.255.0. Das bedeutet: 2^8 = 256 Adressen, minus Netzwerk- und Broadcast-Adresse = 254 nutzbare Host-Adressen.
2
Hardware-Auswahl & Wirtschaftlichkeit
Hardware Wirtschaftlichkeit 20 Punkte

Für die Entwickler-Arbeitsplätze stehen zwei Hardware-Optionen zur Auswahl:

Kriterium Option A: Notebook Option B: Desktop-PC
Anschaffungspreis 1.800 € 1.200 €
Monitor (extern) 400 € 400 €
Docking Station 200 € nicht nötig
Mobilität Ja (Home-Office) Nein
Stromverbrauch/Jahr ca. 50 € ca. 120 €
[TIPP] Zusammenhang verstehen: Bei der IHK geht es nie nur um den Preis! Berücksichtige: Anforderungen des Szenarios (Hybrid-Modell!), TCO (Total Cost of Ownership inkl. Stromkosten über Jahre), und die Begründung muss zum Szenario passen.
3
IT-Sicherheit & Home-Office
Sicherheit CIA VPN 25 Punkte

Die Entwickler arbeiten an sensiblen Kundenprojekten und müssen auch im Home-Office sicher auf das Firmennetzwerk zugreifen können. Du sollst Sicherheitsmaßnahmen vorschlagen.

Confidentiality – Vertraulichkeit der Daten
Integrity – Unveränderbarkeit der Daten
Availability – Verfügbarkeit der Systeme
[TIPP] Typische IHK-Prüfungsfrage: „Nennen Sie technische und organisatorische Maßnahmen..." – hier erwarten Prüfer konkrete Beispiele aus beiden Kategorien. Technisch: VPN, Festplattenverschlüsselung, Firewall, 2FA. Organisatorisch: Passwortrichtlinie, Clean Desk Policy, Schulungen.
4
Datenschutz & DSGVO
DSGVO TOM 20 Punkte

Die TechStart GmbH verarbeitet personenbezogene Daten ihrer Kunden (Namen, E-Mail-Adressen, Vertragsdaten). Die neuen Entwickler werden Zugriff auf diese Daten haben.

[TIPP] Zusammenhang DSGVO / IT-Sicherheit: Die TOM nach Art. 32 DSGVO sind die Brücke zwischen Datenschutz und IT-Sicherheit. Verschlüsselung, Zugriffskontrolle, Backup – diese Maßnahmen erfüllen sowohl CIA-Schutzziele als auch DSGVO-Anforderungen!
5
Projektplanung & Abschluss
Projektmanagement Dokumentation 15 Punkte

Die Einrichtung der 5 Arbeitsplätze soll als kleines Projekt geplant werden. Du sollst die wichtigsten Phasen und Dokumente identifizieren.

Planungsphase
Durchführungsphase
Definitionsphase
Abschlussphase
[TIPP] Merksatz: „Kunde = Last, Dienstleister = Pflicht" – Das Lastenheft kommt vom Auftraggeber, das Pflichtenheft vom Auftragnehmer. 4-Phasen: Definition → Planung → Durchführung → Abschluss.
Fallstudie abgeschlossen!
0 / 100 Punkte
[INTERAKTIV] Fallstudie 2

Netzwerk-Migration bei DataFlow AG

Schwerpunkt: Netzwerk, Sicherheit, Projektplanung

Dein Fortschritt 0 / 100 Punkte
[SZENARIO] Ausgangssituation

Du arbeitest als IT-Systemintegrator bei der DataFlow AG, einem Logistikunternehmen mit 250 Mitarbeitern an 3 Standorten (Hauptsitz Hamburg, Niederlassungen in Berlin und München).

Das Management hat beschlossen, die veraltete Netzwerkinfrastruktur zu modernisieren. Derzeit nutzen alle Standorte separate Netzwerke ohne einheitliche Struktur. Ziel ist ein standortübergreifendes Unternehmensnetzwerk mit zentraler Administration.

[DATEN] Rahmendaten
Standort Hamburg: 150 Clients, 10 Server, aktuell 192.168.1.0/24
Standort Berlin: 60 Clients, 2 Server, aktuell 192.168.1.0/24 (Konflikt!)
Standort München: 40 Clients, 1 Server, aktuell 10.0.0.0/24
Budget: 75.000 € für Hardware und Dienstleistungen
Zeitrahmen: Migration muss in 3 Monaten abgeschlossen sein
1
IP-Adressplanung
Subnetting VLSM 25 Punkte

Du sollst ein neues IP-Adressschema für alle drei Standorte entwickeln. Das Unternehmen hat den privaten Adressbereich 172.16.0.0/16 zugewiesen bekommen.

Aufgabe: Plane die Subnetze so, dass jeder Standort einen eigenen Adressbereich erhält und genügend Reserven für Wachstum vorhanden sind.

[TIPP] Subnetting-Strategie: Bei 150 Hosts brauchst du mindestens /24 (254 Hosts). Für Wachstum /23 (510 Hosts). Standorte sollten in unterschiedlichen Subnetzbereichen liegen (z.B. 172.16.1.0, 172.16.2.0, 172.16.3.0).
2
Netzwerksicherheit
Firewall VLAN DMZ 25 Punkte

Am Hauptstandort Hamburg soll ein Webserver für Kunden erreichbar sein. Gleichzeitig müssen die internen Systeme geschützt werden.

[TIPP] DMZ-Konzept: Die DMZ ist ein separates Netzwerksegment zwischen internem Netz und Internet. Server dort sind von außen erreichbar, aber durch zweite Firewall vom internen Netz getrennt.
3
Hardware-Beschaffung
Switch Router Wirtschaftlichkeit 25 Punkte

Für Hamburg werden neue Netzwerkkomponenten benötigt:

KomponenteAnbieter AAnbieter B
Managed Switch 48-Port1.200 €1.350 €
Router mit VPN2.800 €2.500 €
Firewall (UTM)3.500 €3.200 €
Support (3 Jahre)inklusive+800 €
Lieferzeit2 Wochen4 Wochen
[TIPP] Angebotsvergleich: Nicht nur auf den Preis schauen! TCO, Lieferzeit, Support, Kompatibilität sind wichtige Faktoren. Bei engen Zeitplänen kann kürzere Lieferzeit wichtiger sein als geringe Preisdifferenz.
4
Projektplanung & Risiken
Netzplan Risikomanagement 25 Punkte

Die Migration soll geplant werden. Folgende Arbeitspakete wurden identifiziert:

  • A: Planung & Design (2 Wochen)
  • B: Hardware-Beschaffung (3 Wochen, nach A)
  • C: Verkabelung Hamburg (1 Woche, nach B)
  • D: Konfiguration Router/Firewall (2 Wochen, nach B)
  • E: VPN-Einrichtung (1 Woche, nach D)
  • F: Migration Clients (2 Wochen, nach C und E)
  • G: Test & Abnahme (1 Woche, nach F)
[TIPP] Kritischer Pfad: Der kritische Pfad ist die längste Kette ohne Pufferzeit. A(2) + B(3) + D(2) + E(1) + F(2) + G(1) = 11 Wochen. C kann parallel zu D+E laufen und hat Puffer.
Fallstudie abgeschlossen!
0 / 100 Punkte
[INTERAKTIV] Fallstudie 3

Datenschutz-Audit bei MedTech Solutions

Schwerpunkt: DSGVO, Wirtschaftlichkeit, Qualitätsmanagement

Dein Fortschritt 0 / 100 Punkte
[SZENARIO] Ausgangssituation

Du bist IT-Fachkraft bei MedTech Solutions GmbH, einem Unternehmen für medizinische Software mit 45 Mitarbeitern. Das Unternehmen entwickelt eine Patientenverwaltungssoftware, die von Arztpraxen und kleinen Kliniken genutzt wird.

Ein Datenschutz-Audit steht bevor. Der Geschäftsführer Herr Weber bittet dich, die IT-Systeme auf DSGVO-Konformität zu prüfen und ggf. Verbesserungen vorzuschlagen. Außerdem soll ein neues Backup-System angeschafft werden.

[DATEN] Rahmendaten
Verarbeitete Daten: Name, Adresse, Geburtsdatum, Krankenversicherung, Diagnosen
Anzahl Datensätze: ca. 50.000 Patientendaten
Aktuelles Backup: Wöchentlich auf externe Festplatte, keine Verschlüsselung
Budget Backup-System: 15.000 € einmalig + max. 500 €/Monat laufend
Nutzungsdauer Hardware: 5 Jahre (für AfA-Berechnung)
1
DSGVO-Analyse
DSGVO Gesundheitsdaten 25 Punkte

Die verarbeiteten Patientendaten erfordern besonderen Schutz nach DSGVO.

[TIPP] Gesundheitsdaten: Art. 9 DSGVO regelt besondere Kategorien personenbezogener Daten. Die Verarbeitung ist grundsätzlich verboten, außer es greift eine Ausnahme wie Behandlungsvertrag (Art. 9 Abs. 2 lit. h).
2
Backup-Konzept
Backup 3-2-1 Regel 25 Punkte

Ein professionelles Backup-Konzept soll entwickelt werden.

Inkrementell
Differentiell
Vollbackup
[TIPP] Backup-Arten: Inkrementell = nur Änderungen seit letztem Backup (schnell, aber Restore braucht alle). Differentiell = Änderungen seit letztem Vollbackup (mehr Speicher, aber schnellerer Restore).
3
Wirtschaftlichkeitsberechnung
AfA TCO Make-or-Buy 25 Punkte

Zwei Backup-Lösungen stehen zur Auswahl:

KriteriumOption A: NAS-SystemOption B: Cloud-Backup
Anschaffung12.000 €0 €
Monatliche Kosten50 € (Strom, Wartung)400 € (Abo)
VerschlüsselungZusatzmodul 500 €inklusive
Offsite-Kopiemanuell extern lagernautomatisch (Rechenzentrum)

Nutzungsdauer: 5 Jahre

[TIPP] TCO-Berechnung: TCO = Anschaffung + (monatliche Kosten × 12 × Jahre) + Zusatzmodule. Bei Cloud: monatlich × 12 × 5 = 24.000 €. Bei NAS: 12.000 + 500 + (50 × 60) = 15.500 €.
4
Qualität & Dokumentation
QM PDCA Normen 25 Punkte

Für das Audit muss die Qualitätssicherung dokumentiert werden.

[TIPP] DSGVO & Cloud: Bei Auftragsverarbeitung (Cloud-Dienste) muss nach Art. 28 DSGVO ein AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) abgeschlossen werden. Der Cloud-Anbieter wird zum Auftragsverarbeiter.
Fallstudie abgeschlossen!
0 / 100 Punkte